Viele neuseeländische Bands und Musiker:innen fristen eher ein Insider-Dasein.

The Bats aus Christchurch, gegründet 1982 vom Sänger und Rhythmusgitarristen Robert Scott, Leadgitarristin Kaye Woodward, Bassisten Paul Kean und Schlagzeuger Malcolm Grant, existieren nunmehr seit 38 Jahren in gleicher Besetzung. Seit jeher komponieren The Bats zeitlose, unaufgeregte Indierock-Nummern. Kritiker:innen und Musikpresse bezeichneten im Zuge der Erfolge von Bands wie The Chills, The Clean oder eben auch The Bats diesen speziellen Sound oft als Kiwi-Pop. Passender wäre natürlich „Dunedin Sound“. „Dunedin Sound“ zeichnet sich durch „Jangle Pop“ im Lo-Fi-Sound mit zurückgenommenen Bassläufen und eher einfacherem Schlagzeugspiel aus.

In jeder Note ist die musikalische Reife und Altersweisheit der Fledermäuse zu spüren.

Mitte der neunziger Jahre gönnte sich die Band auch gerne eine längere Pause, um anderen Projekten zu frönen. Flying Nun Records, seit Bandgründung Hauslabel, veröffentlichen auch weiterhin jedes neue Album. In den achtziger Jahren veröffentlichten Flying Nun Records zuhauf diese Exportschlager und waren somit allererste Adresse, in Bezug auf gute neuseeländische Bands. 2017 spielten die vier eine Europa-Tour und veröffentlichten 2019 eine EP mit neuen Tracks.

Im November 2020 veröffentlichte die Band ihr zehntes Album.

Foothills wurde bereits im Frühjahr 2018 in einem Country Retreat Pop Up-Studio aufgenommen.Trade in Silence eröffnet das Album mit etwas schwermütiger mittlerer Geschwindigkeit, aber mit Warwick wird der erste schnellere Track nachgeschoben, der Kayes und Roberts Gesänge vereint und einen sofort an Hits wie Spacejunk oder Simpletons denken lässt. Egal wie beiden ihre Stimmen einsetzen, sie harmonieren wunderbar miteinander. Beneath the Visor und Scrolling beleuchten die halbakustisch verortete Seite der Band, wobei Scrolling ein von Besen begleitetes leichtes Post-Punk-Feeling zulässt.

Das schnellere Field of Vision spielt im Intro dann mit einer eingängigen Post-Punk-Gitarrenmelodie, wobei die Drums mal etwas druckvoller werden dürfen. Gerade der Wechsel von akustisch veranlagten Songs, über Uptempo-Nummern zu melancholischeren Tracks macht das Album zu einer sehr abwechslungsreichen Geschichte.

As you Were bleibt nach nur 30 Sekunden mit eingängigen Frau/Mann Refrain sofort im Ohr hängen, bevor der vorletzte Song, Gone to Ground als Jangle-Folk-Song durchgehen würde, wenn ich dafür eine neue stilistische Schublade aufmachen könnte. Markiert wird der Album Abschluss im Sinne von Electric Sea View, der mit sparsamen Keyboard Sounds untermalt zusätzlich einen nachdenklichen Anstrich bekommt.

Foothills erschien am 13.11.2020 auf CD und Vinyl.

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