KRITIK: Garbage – Bleed Like Me (Re-Release) 

KRITIK: Garbage – Bleed Like Me (Re-Release) 

Ursprünglich im Jahr 2005 veröffentlicht, hat sich Bleed Like Me im Laufe der Zeit zu einem Meilenstein in Garbages Diskografie entwickelt. Nun, dank der großen Nachfrage und der Hartnäckigkeit der Fans, wird das Album endlich wieder aufgelegt, diesmal auch auf Vinyl. 

Die Entstehung von Bleed Like Me war kein einfacher Prozess. Die Band musste damals mit persönlichen und gesundheitlichen Herausforderungen kämpfen, was dazu führte, dass sie eine fünfjährige Pause einlegten, bevor sie sich wieder ins Studio wagten. Doch aus dieser Zeit der Unsicherheit und des Zweifels entstand ein Album, das die Band von ihrer stärksten Seite zeigt. Und auch wenn die Rezensenten 2005 kaum ein gutes Haar an Bleed Like Me gelassen haben, 19 Jahre später beweist das Album Ausdauer und zeigt sich außerordentlich gut gealtert. 

Zum Einstieg machte das rockige Bad Boyfriend damals schon deutlich, dass die Band ihrer Sehnsucht nach häteren Klängen nachgegeben hat. Steigbügelhalter dürfte dabei auch Foo Fighters Frontmann Dave Grohl gewesen sein, welcher den Song mit seinem energiegeladenen Drumming veredelte. Mit Run Baby Run folgte ein Track im Classic-Garbage-Sound der auch heute hohen Wiedererkennungswert besitzt und beweist, wie gut diese Band eigentlich mal war.  

Right Between the Eyes ist anschließend wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine Band klingt die mehrheitlich aus Musikproduzenten besteht. Ausproduziert bis ins letzte Studioeck, lassen Garbage Sängerin Shirley Manson glücklicherweise noch genug Raum für ihre außerordentliche Gesangsleistung. Die damalige Lead-Single Why Do You Love Me? ist auch Jahre später immer noch ein sehr intensiver und energiegeladener Rocker, der zwar klar nach 2000er klingt, aber dennoch den Abschied von der Divenhaftigkeit bedeutete, der Garabage nach ihrem James Bond Soundtrack umwehte. 

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Der Albumtiteltrack hat es seit seiner Veröffentlichung geschafft, fester Bestandteil im Live-Set der Band zu werden. Und das elektronisch aufgeladene Metal Heart, gehört zu den experimentelleren Momenten des Albums, während Sex Is Not the Enemy fast schon Standardpop bietet. Natürlich auf gehobenem Garbage Niveau.  

So fällt einem beim Wiederhören nach so langer Zeit zwar auf, dass viele Songs eine gewisse Langlebigkeit auszeichnet, aber eben auch, dass Garbage nach hinten raus etwas an Druck und Energie nachlassen. It’s All Over but the Crying und Happy Home, schalten bewusst zwei Gänge zurück, während mit Boys Wanna Fight nochmal ein Highlight im letzten Albumdrittel versteckt wird. 

Und wie bei jedem Re-release bleibt am Ende die Frage nach den Bonus-Songs. Als Rarität findet sich auf der CD, der 2LP sowie der digitalen Edition der 4:41 Minuten-Titel Betcha, der ursprünglich eine B-Seite der eigenständigen Single Tell Me Where it Hurts war, aber während den Bleed Like Me-Sessions aufgenommen wurde. Unterm Strich allerdings eine Nummer, welche dem Album in seinem Gesamtkontext keine neue Färbung gibt. Interessanter sind dann schon eher die zahlreichen B-Sides oder alternativen Versionen, die man auf den verschiedenen anderen VÖ-Editionen findet (Die genauen Ausführungen und Ausstattungen sind unten aufgelistet). Richtige Perlen finden sich vor allem mit der B-Side I Just Wann Have Something to Do oder das düstere Honeybee. Verzichtbar hingegen klingen die diversen Remix Versionen bekannter Tracks. Somit halten sich die neuen Songs auf diesem Re-release qualitativ die Waage, bedeuten aber echten Fan-Service. Das Ursprungswerk hat zudem nichts an Qualität eingebüßt. Wer also noch nicht im Besitz des Albums ist, kann hier bedenkenlos zugreifen.

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Garbage spielen dieses Jahr eine Reihe von Festival-Shows, darunter europäische und britische Termine auf dem Mad Cool in Madrid (10.-13. Juli) und dem TRNSMT in Glasgow (12.-14. Juli). 

Der Song für die Playlist/das Mixtape: Why Do You Love Me? 

Bewertung: 4 von 5.

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Von Veröffentlicht am: 09.04.2024Zuletzt bearbeitet: 10.04.2024639 WörterLesedauer 3,2 MinAnsichten: 171Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: , , , , 0 Kommentare on KRITIK: Garbage – Bleed Like Me (Re-Release) 
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Über den Autor: Marc Erdbrügger

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