KRITIK: Tusks – Gold

KRITIK: Tusks – Gold

Nach den von der Kritik gefeierten Alben Dissolve (2017) und Avalanche (2019) kehrt die Londoner Songwriterin und Produzentin Tusks, bürgerlich Emily Underhill, mit ihrem dritten Album Gold zurück. Das Album bietet zehn Tracks, die einen tief in die Gedankenwelt der Künstlerin eintauchen lassen. 

Schon mit den Vorab-Singles Artificial Flame, Adore und Strangers gab Tusks einen vielversprechenden Einblick in ihr neues Werk.  

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Und erfreulicherweise kann Gold all diese Versprechen halten. Man wächst halt an seinen Aufgaben und wenn an diesem Spruch was dran ist, dann müsste Emily Underhill in den letzten Jahren einige Wachstumsschübe verzeichnet haben. Denn schon früh in ihrer Karriere wurden Vergleiche zu Bands wie Sigur Rós und Explosions In The Sky gezogen. Nicht die schlechtesten Referenzen, aber sicher auch nicht frei von künstlerischem Druck.  

Umso gespannter warteten Fans und Kritiker:innen auf Longplayer Nummer drei und werden vermutlich schnell ihren Frieden mit Gold schließen können. Das Album taucht wesentlich tiefer in das Seelenleben der Künstlerin ein als beispielsweise der Elektro-Pop auf Avalanche (2019). Underhills kreativer Ansatz auf Gold ist die Musik als persönliches Kommunikationsmittel. Und dabei macht sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube, sondern öffnet sich wie selten zuvor. Verletzlichkeit, Ehrlichkeit und Intimität sind die dominierenden Emotionen auf dem Album. Dabei besingt sie die Komplikationen und Feinheiten von Beziehungen, verarbeitet Trennungen oder gibt einen Einblick in ihre Gefühle während der Pandemie. 

Musikalisch bewegen sich die Songs dabei im Kosmos von RY X oder M83. Vor allem der atmosphärische Opener Wake erinnert an das französische Pop-Phänomen um Anthony Gonzalez. Die einzelnen Tracks wirken allesamt akribisch produziert, wobei jedes Sample und jede Note mit großer Sorgfalt gesetzt sein dürfte. Dabei begeistert Tusks auch mit einer beeindruckenden Vielfalt, die jede Stimmungsfarbe zwischen sanfter Ballade und langsam aufbauender Hymne auszuloten vermag. Die Tracks bauen oftmals eine sehr fordernde Spannung auf, doch die große Explosion, die Befreiung, die Erlösung – die bleibt stets aus. Sei es bei Adore, Artificial Flame oder The Way. Tusks verlässt ihre Höhle, gebaut aus breiten Synthesizer-Klängen und vielschichtigen Vocals, über die gesamte Albumdauer nicht. Was an sich auch nicht schlimm ist, denn gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner Tom Andrews hat sie einen einzigartigen Sound geschaffen, der zwischen Lo-Fi und Hi-Fi oszilliert und eine eigene Identität besitzt. 

Der Song für die Playlist/das Mixtape: Artificial Flame 

Bewertung: 4 von 5.

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Von Veröffentlicht am: 21.04.2024Zuletzt bearbeitet: 21.04.2024414 WörterLesedauer 2,1 MinAnsichten: 121Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: , , , , 0 Kommentare on KRITIK: Tusks – Gold
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Über den Autor: Marc Erdbrügger

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