Mono und The Ocean mit Transcendental auf einer gemeinsamen 12″ EP


Die Split-EP ist definitiv ein zu wenig wertgeschätztes Veröffentlichungsformat. Ohne so wirklich gemeinsame Sache zu machen, werden doch musikalische Freundschaften abgebildet. Man lässt sich voneinander inspirieren, spornt sich im Optimalfall zu Höchstleistungen an und presst auf Seite A und B einer Platte Band A und B, in diesem Fall: The Ocean und Mono.

Die beiden Genregrößen und Labelkollegen haben auf „Transcendental“ jeweils eine neue, im zweistelligen Minutenbereich angesiedelte Komposition verewigt.

Mono liefern mit „Death in Reverse“ einen sehr klassischen, beinahe konservativen, Postrocksong ab.
Melancholische Moll-Akkorde, Marschtrommeln, verhallte Endlosmelodien und Crescendo. Kurz bevor man trotz der stilsicheren Umsetzung der Formel fast zu Gähnen beginnt, folgt jedoch ein dermaßen schöner Break in Streichergefilde, dass sich wiederum auch das wohlbekannte, sekundenbruchteillange Herzöffnen beim notorisch leicht verstimmten Postrockhörer einstellt und man versöhnt ist. Mono erfinden, wie ohnehin noch nie zuvor, das Rad nicht neu aber kreieren Bekanntes gekonnt.

Bei The Ocean (Collective) war die Erwartungshaltung jedenfalls von vornherein eine andere, da die Komposition auf der Split-EP sowohl das erste neue musikalische Lebenszeichen seit dem hochgelobten „Pelagial“ ist, als auch der erste Beitrag der neuen Mitglieder Paul Seidel (git.) und Damian Murdoch (dr.) zum Sound des Kollektivs.

„The Quiet Observer“ beginnt balladesk anmutend mit Pianoklängen, Streichern und Lo-Fi-Drums bevor nach einiger Zeit die ersten zahm sägenden Riffs um die Ecke lugen und den bandtypischen Sound ankündigen. Der Song zieht das Tempo an und gibt sich relativ experimentierfreudig, aber das für The Ocean typische Riffing des Bandkopfes Robin Staps dürfte auch für die nötigen Wohlfühleffekte bei Fans sorgen. Sofern man das bei solch aggressiven Parts so nennen kann. Wie auch schon auf den letzten Veröffentlichungen fungiert Sänger Loïc Rossetti mit seiner vielseitigen Stimme als Sahnehäubchen des Todes, während Damian Murdoch in einigen sehr rhythmischen Segmenten sein Können hinter den Kesseln zur Schau stellen darf. Mehr neues Material darf gespannt erwartet werden.

„Transcendental“ sollte auf allen zukünftigen Pro- und Kontralisten in Proberäumen eine Lanze für das Format der Split-EP brechen, da hier sowohl Mono als auch The Ocean sehr hörenswerte Lieder abliefern, die den Weg auf ein Album in dieser Form möglicherweise nie gefunden hätten.


Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.