„This is not a band to fall in love with“ singt das Hamburger Trio The Building im ersten Song ihres Debutalbums „Building“. In Ordnung, Herausforderung angenommen. Es wird nicht die Letzte sein.

Denn genau genommen gibt es kein Debutalbum. Es gibt zwei Debutalben: „Building Part One Of Two“, erschienen über Clouds Hill und „Building Part Two Of Two“, erschienen über Questions&Answers. Auf Beiden finden sich die selben acht Songs. Entschuldigt, die selben acht Meta-Songs.

Hier zeigt sich nämlich die nächste Herausforderung, die sich die Drei fett auf ihre tollkühn flatternde Avantgarde Flagge geschrieben haben: Ihre Songs klingen niemals gleich. Sie entwickeln sich weiter und verselbstständigen sich über zahlreiche, übereinander geschichtete Feedback Rückkopplungen. Auslöser dieses Effekts sind jedoch keine Amps, sondern -aufgepasst- Raum, Atmosphäre und Publikum.

Beim mysteriösen Meta-Song handelt es sich also um den Kern des Songs, den unzerstörbaren kleinsten gemeinsamen Teiler, der von The Building bei Live Auftritten mit immer neuen Melodien, Rhythmen, Klängen und Effekten umsponnen wird, so dicht und fest, bis die Performance sich zum Kokon entwickelt, dessen Verlassen bestimmt schon so manchem Konzertbesucher ein schwindeliges Gefühl beschert hat.

In einem Zeitalter, indem Musik immer einfacher und passiver rezipiert werden kann, ziehen The Building die Handbremse und fordern ihr Publikum auf: „Macht ihr was draus!“ Aktives Eingreifen, Mitgestalten, Wahrnehmen der Konzertbesucher transformiert The Buildings Songs mal zu überdimensionierten Technotracks im Hamburger Hauptbahnhof, mal zur leisen Kammermusik in einer Ausstellung für Scherenschnitte.

Die „Building“ Zwillingsdebuts liefern den Art Pop Zauberkasten jetzt direkt nach Hause: „Part One Of One“ ist geprägt vom nostalgischen Fender Rhode Piano, psychedelischen Abstechern in die späten 70er und sehnsüchtig in die die Länge gezogenen Uuuuuuh…hs, sein Gegenstück dreht den Folk einmal durch den entschleunigenden Fleischwolf und kramt Synthies aus verstaubt-düsteren Wave Ecken.

Und jetzt? Part One anhören und einen Freund anrufen, der Part Two hört. Bei einem Film auf stumm schalten und einmal Part One, einmal Part Two als Soundtrack darüber legen. Part One abspielen und Part Two gleichzeitig rückwärts laufen lassen… Macht ihr was draus, denn The Building have left the building!

Part 1

01 This is not a band
02 Between us
03 Masquerade
04 Icons
05 Friendly fire
06 Old man
07 The breath I inhaled from you
08 Reginac

Part 2

01 The Breath I Inhaled From You
02 Reginac
03 Icons
04 Between Us
05 This Is Not A Band
06 Friendly Fire
07 Old Man
08 Masquerade