Die 22 Jährige Julien Baker veröffentlicht nächsten Freitag ihr zweites Album, welches nach dem Debüt von vielen Fans sehnsüchtig erwartet wird.

LP kaufen Vö: 27.10.2017 Matador

Gleich zu Beginn nimmt uns Julien wortwörtlich mit an ihr Piano, die Dielen knarzen, der Hocker kracht, wohlklingend folgen melancholische Töne. Nach dem instrumentalen Einstieg wechselt das gleiche musikalische Muster von Tasten auf Saiten, welche mit Hall und Delay direkt zum Schließen der Augen einladen.

Auch auf ihrem zweiten Werk sind die Instrumente spärlich eingesetzt, ähnlich wie bei ihrem vorherigen Album könnte der Gedanke aufkommen, dass Baker die Songs zuhause in ihrem Schlafzimmer alleine aufgenommen hat. Spur für Spur, Instrument für Instrument. Ähnlich wie sich dann vermutlich die Spuren türmen würden, türmen sich auch die Gefühle welche die junge Amerikanerin zeigt.

Durchgehend zupft Julien ihre Gitarre, die sich behütet in Hall badet. Ganz ähnlich sieht es mit der Stimmung der Platte aus. Nur selten lässt sich vermuten, dass Julien Baker positive Erfahrungen in ihre Songs packt. Melancholie zieht sich vom Intro bis zum letzten Song durch „Turn out the lights“.

Dieser spezielle Klang und das Feingefühl eine solche Stimmung auf Platte zu bringen kommt nicht von ungefähr, das Album wurde in ihrer Heimatstadt Memphis aufgenommen, in den legendären Ardent Studios. Am Mischpult saß Craig Silvey, der auch schon für The National, Arcade Fire oder auch Florence and the Machine tätig war.

Keine Frage, es ist beachtlich, wie emotional dieses Album klingt, die glatte Pop-Produktion zügelt Baker nicht ihre Heartbreaker Songs weiterhin so vorzutragen, wie nur sie es kann. Aber genau diese gleichbleibende Stimmung, gepaart mit der spärlichen Besetzung der Band machen das Album leider ein wenig monoton.

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