Cherry Glazerr – Apocalipstick
Das Trio Cherry Glazerr wird von der 19 Jahre alten Clementine Creevy angeführt, die sich bei der ersten Jam Session schon sicher war, dass genau diese Band ihr Herzblut verdient hat.
So ganz mag ich ihre anfängliche Euphorie leider nicht teilen. Das neue Album der Band, welches den Namen „Apocalipstick“ (dafür gebührt Applaus) trägt, ist solide. Der erste Eindruck, der sich schon nach einer einzigen Minute des ersten Songs breit macht, wird den Hörer die ganze Platte über begleiten: ganz nett. Cherry Glazerr spielen freakige Popmusik, die des Öfteren durch die Betätigung eines Fuzz Pedals gebrochen wird und so ab und an gar in progressive Stimmungen fällt, welche in Noiseeskapaden enden. Diese zugegebenermaßen ganz netten Parts steigern das Album leider auch nur teilweise. Der Sound ist für meine Ohren ausgelutscht und kann mich nicht richtig fangen, die Vocals erinnern in härteren Parts an Karen O. von den Yeah Yeah Yeahs, sonst oft an Kristin Kontrol, Frontfrau der Dum Dum Girls.
Kurz vor der Veröffentlichung des Albums, welches über Secretly Canadian auf CD, Vinyl und digital am 20. Januar veröffentlich wird, hat die Band jedoch ein durchaus gelungenes Video zu ihrem Song „Nucelar Bomb“ veröffentlich, in dem Sängerin Clementine einen Tag mit ihrem Lebenspartner*in, einer Rickenbacker Gitarre, verbringt. Die beiden unternehmen darin Sachen, welche man als Paar so unternimmt: ausschlafen, spazieren, Pizza essen, knutschen, bis hin zu … Naja, schaut es euch selbst an und lasst euch überraschen.
Meiner Meinung nach hätte dem Album eine andere Produktion sehr gut getan. „Apocalipstick“ würde mir wohl besser gefallen, wenn es nach einer typischen „Burger Records“ Produktion klingen würde, LoFi und schrammelig, wie es zur Musik von Cherry Glazerr passen würde.
—
Wenn dein Album, Song oder Video als Premiere auf prettyinnoise.de veröffentlicht werden soll kannst du hier mehr erfahren:
Wenn du einen Gastbeitrag auf prettyinnoise.de veröffentlichen möchtest kannst du hier mehr erfahren: