Nachdem bereits im Februar die neue Single „Lunar Phobia“ in digitaler Form erschienen war, spätestens da waren meine Erwartungen hoch an die zweite Full-Length Platte der zwei talentierten Kanadierinnen.

Ich habe die Band seit der ersten Stunde aufmerksam verfolgt. Von Anfang an begeistert und umgehauen von der ersten Single „No Joy“ von 2010 und dem ersten im selben Jahr erschienenen Album „Ghost Blonde“, war mein Durst nach mehr kaum zu stillen. Um so schöner nun endlich nach ein paar Singles und einer EP wieder ein komplettes Album nach drei Jahren hören zu können.

Für alle, an denen diese großartige Band bisher vorbei gegangen ist:

No Joy machen eine sehr moderne Version von Shoegaze bzw. Dream Pop. Dies äußert sich zumeist in zum Teil ungewöhnlichen Beats und einem gewöhnungsbedürftigen Songwriting. So neigen No Joy dazu ihre eigenen Pop-Songs auf wenig subtile Art und Weise selbst zu zerstören.

Was klingt wie ein psychologisches Gutachten ist die Philosophie einer Band, die es schafft, durch ihren eigenen Stil zu überzeugen.

Wie auch bei ihrem Vorgänger, sind auf „Wait To Pleasure“ eher keine Hits zu finden. Dafür um so mehr schöne und einzigartige Noise-Perlen mit kräftigem Reverb-Einschlag. Besonders anziehend finde ich wie immer den Kontrast zwischen sanftem Gesang und teils brutaler Gitarren-Wand. Elektronische Einflüsse haben zugenommen und komplettieren das Bild zweier Frauen, die sowie so machen was sie wollen ohne sich selbst Genre-Grenzen setzen zu müssen.

Abwechselnd gibt es auf „Wait To Pleasure“ doomige Dream Pop-Werke, Indie Rock mit Punk Rock Attitüde und Songs, die keine sind. Eine typische No Joy Platte, die nie langweilig wird aber manchmal starke Nerven erfordert. Großartig!

01. E
02. Hare Tarot Lies
03. Prodigy
04. Slug Night
05. Blue Neck Riviera
06. Lizard Kids
07. Lunar Phobia
08. Wrack Attack
09. Ignored Pets
10. Pleasure
11. Uhy Yuoi Yoi

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