All this would be meaningless without the people taking care. Besser kann ein Lebensgefühl nicht beschrieben werden, das D.I.Y. heisst und das in der europäischen wie auch in der amerikanischen, sogenannten Hardcoreszene zur leeren Phrase verkommt. Das hier allerdings ist radikal und nachdenklich.

Die Hardcore Band der Stunde. Aufregend, kompromisslos und engagiert. Nicht umsonst füllt das Trio aus Münster jeden Club. In der Tradition von innovativen Bands wie Acme oder Systral aus den Neunzigern lassen Jungbluth ein Gefühl hochkochen, das nicht fade schmeckt. Nasenbluten für eine gute Sache. „Crevasse “ ist das rohe bedrohliche Intro für das Molotowcocktail „Wakefield“, welches jede Masse in ein um sich schlagendes Tier verwandelt. Das alles zu passen scheint /und an meinem(ruhigen) Gewissen liegt / schein ich mir selbst nur einzureden /doch schon im nächsten Moment /scheint alles vom Wohlgefühl wieder umgeschmettert .

Ernüchterung macht sich breit. Looks like freedom feels like death. Dazu die sehr rohe Musik. Posthardcore im Punksound. Die Songs noch facettenreicher, das Album noch abwechslungsreicher. „These rare moments“ hat sogar das Zeug zum Hit, wenn es sowas bei Jungbluth überhaupt gibt. Ganz zu Schweigen vom Übersong „Zwang abwärts“ (welch ein Titel)!!! Drei Instrumentalstücke und die Lyrik zwischen Deutsch und Englisch geben dem Album noch etwas unverwechselbares. „Crevasse II“ ist der versöhnliche Ausstand, dem man aber nicht trauen sollte, wie so vielen Dingen nicht!!

Lebewohl Tristesse. Welcome Jungbluth!

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