Seit nunmehr über 15 Jahren, genauer gesagt seit 2002, findet in Hamburg die bissig politisierte Rock and Wrestling-Reihe statt, deren Shows mittlerweile zu den kultigsten und schweißtreibendsten Spektakeln der Hansestadt zählen.

Ihren Ursprung hatte dieser linke, subkulturelle Oberklamauk in der Komet Bar auf St. Pauli, wo seinerzeit die Idee entstand, Rock ’n’ Roll-Musik mit amerikanischem Wrestling und mexikanischem Lucha Libre zu kombinieren.

Aufgrund von stetig wachsenden Zuschauerzahlen wurden die verrückten Showkämpfe schnell ins Hafenklang verlegt, wo das mittlerweile jährlich stattfindende Mainevent längst zum ständig ausverkauften Subkulturhit avancierte, bei dem die Zuschauer:innen nach Showende schweißnass und von mehren Bierduschen durchtränkt nach Hause entlassen werden.

Begleitet werden die Events von Ringsprecher Don Pedro, dem Hymnensänger und Einheizer Nik Neanderthal und natürlich von Bands wie Pisse oder Dyse, die vor und zwischen den Kämpfen auftreten. Ebenfalls gab es in den letzten Jahren Gastspiele in der Roten Fabrik in Zürich und der Hamburger Markthalle, ja sogar bis an die Hamburger Staatsoper hat es das Rock and Wrestling-Universum geschafft, wo an der Opera Stabile, der kleinen Schwester der Staatsoper, unter der Regie von Dominik Guenther (aka Nik Neandertal) die fünfteilige Novela Ring & Wrestling aufgeführt wurde, inkl. Orchestermusik aus Der Ring der Nibelungen von Richard Wagner und zugehörigen professionellen Opernsänger:innen.

Zum Rock and Wrestling-Zirkus gehören Charaktere wie u.a. Loony Lobster, Captain Penis, Fetti Mc Cool, Haidi Hitler, Jean Cornichon, The Green Bastard, Hacke Petra, Hans Wurst, oder auch der Love Roboter Bento, die Wrestler:innen gehören allesamt zur St. Pauli-Szene oder deren Umfeld, und das Show-Prinzip ist denkbar einfach: Gehirn in den Schrank stellen, feiern bis zum Umfallen und sich mit guter Musik aufs Maul hauen.

Der Gesamtsieger wird bei Rock and Wrestling jeweils nach Beendigung aller Showkämpfe durch ein Publikumsvoting ermittelt, die Erlöse kommen regelmäßig unterschiedlichen Hilfsprojekten zu gute.

Da es in diesem Jahr pandemiebedingt zu keinem neuen Mainevent im Hafenklang kommen konnte, wurde anstelle dessen eine Online-Show präsentiert, in der viele Beteiligte des Rock and Wrestling-Universums diverse Beiträge produzierten. Auf virtuelle Kämpfe wollten die Macher:innen bewußt verzichten, da es schlicht und einfach unmöglich ist, den anarchischen Geist des Showevents auf einen Internetstream zu übertragen.

Wir haben nun heute das außerordentliche Vergnügen, Euch hiermit exklusiv das Titelverteidigungs-Rap-Video des derzeitigen Rock & Wrestling– Gürtelträgers MR CHEESE präsentieren zu dürfen, welches im Rahmen der diesjährigen Online-Show bisher erstmalig und einmalig gezeigt wurde.

MR CHEESE zu Der Champ:
Da man bei der Rock & Wrestling-Show auf St. Pauli nicht gerade von einer Sonderedition des ZDF Fernsehgartens sprechen kann, war natürlich auch bei uns in diesem Jahr nicht an eine Live-Durchführung zu denken. Schwitzende Körper, riesige Kostüme, Bierduschen, Schweiß und Körpersäfte sind hier kein Umstand, sondern Programm! Wir entschieden uns in diesem Jahr erstmalig eine Online Live Show zu veranstalten. Auf Kämpfe wurde komplett verzichtet, da dies ohne die Interaktion mit dem Publikum eher lahm kommt. Stattdessen produzierten viele der Wrestler:innen Videobeiträge in unterschiedlichsten Ausführungen für die Online-Show. Um den Champion-Titel vom letzten Mainevent im Hafenklang (2019) gebührend zu verteidigen, erschien mir hier ein Hip-Hop Video durchaus angemessen. Natürlich im leeren Veranstaltungsvenue im Glanze de Putzlichts und beim Minigolf mit Dolly Duschenka.

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Wer sich den kostümierten Wrestling-Wahnsinn ansehen möchte, zieht sich hier mal den Trailer der letzten Online-Show rein.

MR CHEESE auf Spotify

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