Das Album hört sich organisch an obwohl Elektronik dominiert. Mit viel Liebe zum Detail hat der Autodidakt Anthony Raad mit „Thicker Threads“ ein ausgefeiltes, nicht überproduziertes und vor allem sehr schönes Album herausgebracht.

Die Musik von THE SUN AESTHETIC lässt sich nicht ganz einfach verorten: Elemente von Post-Rock treffen auf Ambient und Elektronik-Spielereien. Das klingt reizvoll. Die Ein-Mann-Band aus San Jose, bestehend aus Anthony Raad, hat mit „Thicker Threads“ das dritte Album herausgebracht, und schon während der ersten Minuten lässt sich ein Fortschritt feststellen: die Tracks sind nicht mehr so einfach gehalten wie auf den vorherigen Werken und erzeugen sowohl Ruhe wie auch Spannung.

Die Musik ist aufgebaut wie Postrock und folgt hauptsächlich dessen Lied-Strukturen. „Richtige“ Instrumente sind auf „Thicker Threads“ nicht zu finden, da diese gegen Keyboards und Elektronik eingetauscht wurden. Schon beim ersten Stück namens „Decadence“ wird deutlich wohin die Reise geht: Klang-Landschaften aus schönen Tönen und Dur-Akkorden, untermalt mit einem interessanten Beat welcher aus der Reihe tanzt: diese Musik eignet sich zum chillen und wegdriften, aber auch zum genaueren Zuhören, nicht zuletzt durch den interessanten Einsatz von Percussion. In der Wechselwirkung mit Piano und Streichern ist die Musik weit davon entfernt seicht zu sein. Sie könnte auch der Soundtrack zu einem anspruchsvolleren Science-Fiction-Film sein.

Teilweise klingen die Piano-Passagen nach Sigur Rós, ohne aber deren düstere Tiefe zu transportieren: bei THE SUN AESTHETIC entstehen schöne Gefühle. Die Sonne ist eher vorhanden als der Mond, wobei es durchaus melancholische Momente gibt. Die Musik strahlt Wärme aus und ist komplex, ohne in eine Delphin-Video-Untermalungs-Falle zu tappen. Ab und an schimmert auch etwas von Explosions in the sky durch, zum Beispiel bei „Momentum“.

Das Album hört sich organisch an obwohl Elektronik dominiert. Mit viel Liebe zum Detail hat der Autodidakt Anthony Raad mit „Thicker Threads“ ein ausgefeiltes, nicht überproduziertes und vor allem sehr schönes Album herausgebracht.

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