Die drei Jungs aus Leipzig liefern mit „In Between“ einen stimmigen Mix aus Stoner- und Psychedelic-Rock mit diversen Ausflügen ins Progressive. Liest man sich ein bisschen in die verfolgte Thematik, entsteht ein wunderbares Gesamtkonzept, das einfach nur Spaß macht.

Der Name Swedenborg Raum soll eine Anspielung auf die Serie „Hospital der Geister“ von Lars von Trier sein, in der ein Raum zwischen Diesseits und Jenseits sowie der darin stattfindende Kampf zwischen „guten Geistern“ und „bösen Dämonen“ thematisiert wird. Ebendiesen behandelte auch der schwedische Philosoph Emanuel Swedenborg, womit die Namensherkunft klar sein dürfte. Die Thematik sollte man jedoch beim Hören des Albums im Hinterkopf behalten.

„In Between“ eröffnet mit dem gleichnamigen Track und hält prompt eine Überraschung bereit. Anders als auf ihrem Debüt präsentiert das Dreiergespann nun Clean-Vocals. Diese sind zwar Geschmackssache, schmiegen sich aber wunderbar an das Intermezzo aus Gitarre, Bass und Drums und bieten eine schöne Abwechslung zu den durchdachten Instrumental-Parts und zwielichtig klingenden Build-Ups.

Der zweite Track „Heaven And Hell“ führt die oben erwähnte Thematik sehr schön fort und zeigt sich nach einem sehr atmosphärischen Einstieg ein wenig aggressiver. Stellenweise erinnern die Jam-artigen, mit dezentem Synthie hinterlegten Parts an Bands wie My Sleeping Karma oder Colour Haze, versprühen aber stets einen durch das Thema hervorgerufenen unheilvollen Charme.

Der dritte und mit knapp über zehn Minuten längste Track „The Unknown“ lässt keine Ermüdungserscheinungen aufkommen. Gekonnt wird mit verschiedenen Stimmungen und der Intensität der Musik gespielt. Progressive Stoner-Parts fließen über in hypnotisch-verträumte Ausflüge ins Psychedelische, um anschließend vom aggressiven Songthema wieder aufgebrochen zu werden.

Auf den letzten beiden, etwas kürzeren Tracks „From Life“ und „Into Death“ präsentieren sich die Leipziger wieder rein Instrumental und mit weniger definierten Songstrukturen, in denen man sich schnell verliert. Wie die Namen suggerieren, zeigt sich dabei „From Life“ ein wenig positiver und verspielter, während „Into Death“ mit unverkennbarem Doom-Einschlag zum Schluss noch einmal richtig Gas gibt.

„In Between“ bietet einige Highlights, die in Erinnerung bleiben und weiß sich durch progressiven Einschlag und ein interessantes Thema vom typischen Stoner-Psychedelic-Brei abzuheben. Die schön durchkomponierten Instrumentalparts sowie der gezielte Einsatz von Vocals lassen keine Langeweile aufkommen. Auch die private Aufnahme und Produktion im eigenen Studio weiß zu gefallen und bietet ein ausgewogenes, dynamisches Klangbild. Freunde des Genres sollten dem 43 Minuten langen Werk zumindest einen Durchlauf gönnen.

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