Als wüssten sie nicht „Wohin?“ mit ihrer Energie.

Seit ihrem selbstbetitelten Debut von 1998 reisst der kreative Faden nicht ab. Aus der Posthardcore Band der Anfangstage ist eine waschechte Rockband gewachsen. Mit dem letzten Werk „Tao of the Dead“ haben sie die Messlatte sehr hoch gelegt und bei einigen Zuhörern doch für Erstaunen gesorgt. Jetzt kehren sie zu ihren Wurzeln zurück, ganz unspektakulär aber mit einer gehörigen Portion Wut.

Natürlich kommt einem sofort „Madonna“ oder „Source, Tags and Codes“ in den Sinn. Dabei hört sich „Lost Songs“ fast mehr wie eine moderne Version der Stooges an. „Open Doors“,“Pinball Cameras“ und „Up to Infinity“ werden einem nur so um die Ohren geknallt und bersten vor Spielfreude. Als wüssten sie nicht „Wohin?“ mit ihrer Energie. „Opera Obscura“ hört sich wie ein tollwütiges, hyperaktives Enfant terrible an und es gibt nur wenige Atempausen wie „Flower Card Games“ das dem Album aber keineswegs den Flow nimmt sondern zum verschnaufen einlädt.

Aufgenommen haben sie in Hannover und Conrad Keely hat der Limited Edition ein wundervolles gebundenes Buch beigelegt das die Musik sehr gut ergänzt. In Zeiten in denen die meisten Rockbands sich selbst kopieren und die eigene Courage verkauft wird, beweisen Trail of Dead seit über einem Jahrzehnt welcher Enthusiasmus und Pioniergeist in ihnen steckt und liefern wieder ein umwerfendes Gitarrenalbum ab, das beim Gesang allerdings arg zu wünschen übrig lässt aber das war ja noch nie Keely’s und Reece Stärke.

01 Open Doors
02 Pinhole Cameras
03 Up To Infinity
04 Opera Obscura
05 Lost Songs
06 Flower Card Games
07 A Place To Rest
08 Heart Of Wires
09 Catatonic
10 Awestruck
11 Bright Young Things
12 Time And Again

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