Top Neuerscheinungen (nicht im Ranking)

Axes – Axes

Pure Spielfreude verpackt in verquer lärmigen Mathrock und bescheuerte Wortspielereien (z.B. Fleetwood Math): Axes sind für mich definitiv die Helden des Jahres und tragen wohl zu einem großen Teil Mitschuld an meinem tollkühnen Plan, meine Schlagfertigkeit am Drumkit zu erproben.

Russian Circles – Memorial

Ist das noch Postrock? Oder schon Doom? Mir völlig egal, sich durch die düster treibenden Songs von Memorial treiben zu lassen, erinnert mich an meine kindliche Freude daran, durch kniehohe Matschsümpfe zu waten. Früher oder später versinkt man und das ist das Beste daran.

And So I Watch You From Afar – All Hail Bright Futures

„Also ein bisschen auf die Nerven gehen kann einem das auf die Dauer ja schon“, denke ich und sehe meinen Füßen hinterher, die in Richtung Horizont tanzen. Ward ihr schon mal zu ASIWYFA joggen? Ich übernehme keinerlei Verantwortung und freue mich über Postkarten vom Ziel eurer Reise.

This Town Needs Guns (oder TTNG, wie auch immer) – 13.0.0.0.0

TTNGs verträumtes Gefrickel hat (insbesondere live) eine sehr befremdliche Wirkung auf mich: „Wie wunder, wunderschön“, hauche ich mit lang gezogenem „ö“. Die Wangen gerötet, den glasigen Blick in die Ferne gerichtet und Locken um die Finger zwirbelnd stelle ich fest: Oh ja, da ist eindeutig Groupiepotential vorhanden.

Le_Mol – Aleph One

Vielleicht geht mir dieses Album nur so unter die Haut, weil ich meine erste PiN Rezension darüber schrieb und mich geradezu darin eingrub. Vielleicht ist es aber auch einfach ein verdammt gutes Stück verhallt-elektronischer Postrock mit Marching Band Drums.

Caspian – Waking Season

„Halls Of The Summer“ ist für mich der grandioseste Postrocksong des Jahres, ein auf Polycarbonat (Ich oute mich: Pro CD!) gebannter Sommerabend voller Mückensirren und Lichtflirren. Und der Rest des Albums steht dem in nichts nach.

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Karnivool – Asymmetry

Wie lange habe ich auf den Nachfolger von „Sound Awake“ gewartet, wie sehr habe ich geflucht, als der Vorabstream einfach nicht laufen wollte. Was dann kam, ließ mich vorerst sprachlos zurück: Ungestüm wie nie, vertrackt wie nie, eingängig wie nie. Drei Nies: Ge-nies. Was mir zuerst unvereinbar erschien, gefällt mir immer besser und wird mir wohl noch so einiges Kopfzerbrechen bescheren.

www.albumstreams.com/s/karnivool/asymmetry

And The Waves Will Carry Us Home – Und Dann Regne Ich

Eigentlich ist es sadistisch, Bands zu hypen, die sich frisch aufgelöst haben. Aber ich kann nicht anders: ATWWCUHs Debut hat zehnmal mehr großartige Ideen als ihr Bandname Buchstaben, übergießt Posthardcore mit Prog und setzt begeistert alles in Flammen.

Arcane Roots – Blood & Chemistry

Teilweise fließt hier so poppiger Pathos, dass die Zunge Andrew Groves am Gaumen zu kleben scheint. In der nächsten Sekunde keift er sich durch ein Hardcore Stakkato, das seines gleichen sucht und beides auf so entwaffnend selbstverständliche Art und Weise, als hätten Queen und Black Sabbath schon im Sandkasten miteinander gespielt. Faszinierend.

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Palms – Palms

Chino Morenos Stimme plus 3/5 Isis. Entschuldigt, Atoms For Peace, Them Crooked Vultures… Palms sind meine persönliche Supergroup für dieses Jahr, basta.

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Beste Konzerte:

Axes auf dem Incubate Festival: Pure Axestase, viele Beinah-Kollisionen auf der 3 mal 3 Meter Bühne und darauf Gesichter, als wäre jeder Song ein Running Gag. Axes, ich würde mein Frühstücksmüsli mit euch teilen. Das ist eine Liebeserklärung. TTNG auf dem Incubate Festival: Wie erwähnt, ist mir meine Mutation zum Groupie etwas unheimlich, aber in Gedenken an das TTNG Konzert in Tilburg gar nicht mal peinlich. Wenn dann auch noch ein zappelnder Mylets die Bühne entert und „In The Branches Of Yggdrasil“ gespielt wird, erscheint mir ein wenig gepflegtes Hyperventilieren durchaus angebracht.

Feeblebee + Adolar im Club VEB, Hildesheim: Ein wenig Schleichwerbung muss sein: Toller Club. Aber vor allem auch ein durch und durch großartiges Konzert zweier sehr unterschiedlicher Bands, die sich beide auf völlig unterschiedliche Art in mein Gedächtnis eingebrannt haben und dort nun wohl auf ewig miteinander auskommen werden müssen.

Bestes Festival:

Ich zitiere aufs Dreisteste aus meinem Bericht: Ach Incubate. Sich online zu verlieben, ist schon lange kein gesellschaftlicher Suizid mehr. Deswegen brauche ich mich nicht zu schämen. Wie soll ich bei diesem Profil auch widerstehen: Das Incubate findet vom 16. bis 22. in Tilburg in den Niederlanden statt. Hinter dem hippen Namen Cutting-Edge Culture Indie Festival verbirgt sich nicht nur ein riesiges Musikaufgebot (um die 280 Künstler aus Electro, Avant Garde, Metal, Post Rock, Shoegaze, Psychedelic, Indie, Folk, beliebige weitere Genres einfügen), sondern außerdem zahlreiche Künstler aus Film, Kunst, Poesie und Theater. Und das alles dicht neben-und durcheinander, über 25 Bühnen in der ganzen Stadt verteilt.

Schlusswort:

Ein Schlusswort scheint mir irgendwie unangebracht. Stellt euch stattdessen lieber einen dramatischen Moll Akkord vor, zu dem jemand eine Kuhglocke spielt und Trip Fontaine mein Songzitat des Jahres hauchen: I got pretty poetic / since I got rid of some ethics.

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