Talk Talk – Laughing Stock [KLASSIKER-Review]

Talk Talk – Laughing Stock [KLASSIKER-Review]

Dies ist die Geschichte eines der rätselhaftesten und einflussreichsten Alben der modernen Musikgeschichte!

Laughing Stock ist der Beginn einer neuen Ära und das Ende einer grossartigen Band namens Talk Talk.

1991 – der 2. Golfkrieg beginnt, Helmut Kohl wird zum dritten mal Bundeskanzler, Auflösung des Warschauer Paktes und der Sowjetunion und der 1.FC Kaiserslautern wird Deutscher Fussballmeister. Guns n‘ Roses veröffentlichen Use Your Illusion, Massive Attack Blue Lines, My Bloody Valentine Loveless und Nirvana lösen mit Nevermind eine wahre Hysterie um Rolemodel Kurt Cobain aus.

Ganz im Stillen und unbemerkt erscheint aber ein viel einflussreicheres Album auf dem Musikmarkt. Laughing Stock verändert subtil die Hörgewohnheiten eines ganzen Jahrzehnts.

Talk Talk werden 1981 von Mark Hollis, Lee Harris, Paul Webb und Simon Brenner gegründet. Die ersten beiden Veröffentlichungen The Party’s over (1982) und It’s my Life (1984) frönen ganz dem Synthie-Pop à la Duran Duran und Spandau Ballet. Mit Such a Shame landen Talk Talk sogar einen Welthit. Aber das ist Mark Hollis nicht genug, er sucht nach neuen Ausdrucksformen in der Musik.

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Mit dem 1986 veröffentlichen Album The Colour Of Spring erreicht die Band ihren kommerziellen Höhepunkt und widmet sich von nun an avangardistischeren Klängen. Die Truppe um Mark Hollis zieht sich für 14 Monate ins Studio zurück und schart illustre Gäste wie die Jazzgrösse Henry Lowther und den Geigenvirtuosen Nigel Kennedy um sich. Das Ergebnis ist das Meisterwerk Spirit of Eden von 1988. Spätestens jetzt haben Talk Talk alle Credits bei ihrem Label EMI verspielt. Talk Talk begingen bewusst kommerziellen Selbstmord. Die Band wechselte zum Jazzlabel Verve (einem Ableger von Polydor) und beginnt mit den Aufnahmen für das nächste Album. Tim Friese Greene, der seit dem dritten Album zur Band zählt, entwickelt sich dabei zu einem kongenialen Partner für Mark Hollis.

Beeinflusst vom amerikanischen Minimalisten Morton Feldman, Miles Davis und Can betreten Talk Talk neue Pfade. Die Musik entsteht grösstenteils improvisiert mit einem grossen Ensemble von Musikern. Es beginnt eine Odyssee von nervenzehrenden und langen Albumaufnahmen. Am Ende ist es die schwierige Geburt eines sechsteiligen Werkes voller minimalistischer Brillanz, auf der jede Note und jede noch so kleine Pause zählt. Trotz der grossen Anzahl an Instrumenten von Orgel, Violinen, Cello, Trompete, Klavier über Flügelhorn bis zur klassischen E-Gitarre wirkt das Album nicht überladen. Laughing Stock ist Musik neu gedacht und wird als Pionier-Album des Post-Rock gesehen. Danach löste sich die Band auf und hinterließ eines der meist vergessenen Wunderwerke der Musik.

Tracklisting:

  1. Myrrhman
  2. Ascension Day
  3. After the Flood
  4. Taphead
  5. New Grass
  6. Runeii

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Von Veröffentlicht am: 30.01.2017Zuletzt bearbeitet: 16.09.2021431 WörterLesedauer 2,2 MinAnsichten: 1434Kategorien: Klassiker, KritikenSchlagwörter: , , , 3 Kommentare on Talk Talk – Laughing Stock [KLASSIKER-Review]
Von |Veröffentlicht am: 30.01.2017|Zuletzt bearbeitet: 16.09.2021|431 Wörter|Lesedauer 2,2 Min|Ansichten: 1434|Kategorien: Klassiker, Kritiken|Schlagwörter: , , , |3 Kommentare on Talk Talk – Laughing Stock [KLASSIKER-Review]|

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Über den Autor: Volker Dickerhoff

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3 Comments

  1. Christoph 31.01.2017 at 10:15 - Reply

    Hello PIN!
    Ja großartig! Ich hoffe es geht weiter mit diese Serie!

    Christoph

  2. Robert 31.01.2017 at 09:46 - Reply

    Hallo!
    Eure neue Reihe Klassiker review ist eine gute Idee!
    Alte oder vergessene Alben zu würdigen ist wichtig!
    Bitte macht weiter mit KLASSIKER REVIEW!

    Robert

  3. Markus 30.01.2017 at 22:19 - Reply

    Wunderbar beschrieben! Immer noch das Beste Talk Talk Album.
    Das Solo-Album von Mark Hollis erreicht zwar nicht die Größe von Laughing Stock ist aber zur Triologie mit Spirit of Eden jedem zu empfehlen.

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