Eckhardt Köhn und Susanne Wartenberg sind die Herausgeber:innen des letzten Jahres im Hirmer Verlag erschienenen Buch Die Fotografinnen Nini und Carry Hess.

Auf ungefähr 250 Seiten im Din A4 Format wird das Leben und die Werke der beiden Frankfurter Fotografinnen dargelegt und somit zwei herausragende Künstlerinnen porträtiert.

Nini und Carry Hess, zwei Schwestern, geboren Ende des 19. Jahrhunderts in Frankfurt am Main wuchsen in einem jüdischen Elternhaus unweit des Palmengartens auf. 1913, da waren Nini und Carry Hess gerade 29 und 24 Jahre alt, gründeten die Beiden ein Fotostudio und konnten schon bald aufgrund ihres guten Rufs einen großen Kundenstamm vorweisen. Bekannte Menschen wie Thomas Mann, Alfred Döblin, Mary Wigman und viele mehr ließen sich von ihnen ablichten. In der Reichspogromnacht 1938 wurde das Fotostudio samt der wertvollen Ausstattung vernichtet. Nini Hess starb vermutlich 1943 in Auschwitz, Carry Hess lebte schwer krank bis 1957 und verstarb im Schweizer Chur.

Die Schwestern Hess sind ein herausragendes Beispiel für die Kunst der Weimarer Republik. Lange in Vergessenheit geraten, lebt das Werk, auch durch Erscheinen dieses Buches, wieder auf. Fotografisch wie künstlerisch wundervoll. Tanz- und Theaterfotografie wie Porträtfotografie gehörte damit zu den größten Stärken. Auch waren es die beiden Schwestern, die Frauen in neuen Rollen zeigte, beispielsweise als Geschäftsführerin oder Ärztin. So wird das Buch zu einem wichtigen Stück Zeitgeschichte, welches nicht nur aus kunsthistorischer Sicht besonders wertvoll ist, sondern auch das bewegte Leben zweier Frauen aufzeigt, die eine Zeit geprägt haben und am Ende den Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

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