Joe Hagan ist der dritte Autor, der mit einer Biographie über den Begründer des legendären Rolling Stone Musikmagazins Jann Wenner beauftragt wurde, nachdem die zwei ersten Schreiber kläglich gescheitert waren und gefeuert wurden.

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Vö: 27.03.2018

Rowohlt Verlag

Das Ergebnis „Sticky Fingers“, die deutsche Übersetzung ist im Rowohlt Verlag erschienen, kann sich durchaus sehen lassen und ist diese Art von Biographie, die die biographierte Person, also in diesem Fall Jann Wenner, sicherlich nicht zufriedenstellt geschweige denn glücklich macht. Man kann nur von Glück oder geplantem Kalkül reden, dass sich Joe Hagan bereits zu Beginn der Arbeiten eine gewisse Unabhängigkeit vertraglich zusichern gelassen hat.

Aus über 100 Stunden Gesprächen zwischen dem Auto und dem Biographierten, 235 Interviews mit Musiker, ehemaligen Autoren, Freunden und Bekannten und dem Zugang zu Jann Wenners Privatarchiv ist das Buch entstanden, sind die 671 Seiten beschrieben worden, die mehr sind als nur Biographie. Es ist ein Einblick in eine einmalige Zeit, die geprägt war von Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Yann Wenner hat mit der Gründung des Rolling Stone Magazins seinen Teil dazu beigetragen.

San Francisco 1967; Der Student Jann Wenner war gerade zarte 21 Jahre alt und hatte mit der aufkommenden und immer größer werdenden Gegenkultur in den USA den richtigen Riecher. Er freundete sich mit John Lennon an, ehe es zum Bruch kam und sie bis zu dem Tod Lennons kein Wort mehr miteinander sprachen. Es gab die besondere Beziehung zu Mick Jagger, der alleine 31 Mal das begehrte Titelbild des Rolling Stone Magazins für sich beanspruchen konnte. Jann Wenner hatte alle und spielte mit der Gegenkultur, ehe er sie vermarktete und sämtliche Ideale verraten hatte.

In „Sticky Fingers“ geht es genau darum. Die Beziehungen von Jann Wenner zu anderen Menschen in vielerlei Hinsicht. Er hatte alle und alles und wurde immer mehr zu einem großkotzigen Medienmogul (so liest es sich zwischen den Zeilen), den man eigentlich gar nicht mögen kann, sondern viel eher verachtet. Aber das Buch ist auch ein Zeitdokument, das die Geschichte von sogenannten Topstars dieser Epoche erzählt, Geschichten voller intimer Details, vollgepackt mit Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Und mal ehrlich, wer kann davon schon genug bekommen. Schonungslos niedergeschrieben von Joe Hagan, mit dem Jann Wenner seit der Veröffentlichung des Buches vermutlich kein Wort mehr spricht. Nein ihm keinen Blick mehr würdigt.

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