Wir alle wissen von den Unglücken im Mittelmeer. Wir alle kennen die Geschichten von ertrunkenen Menschen im Mittelmeer. Doch für die Allermeisten von uns sind es Menschen ohne Namen, ohne persönliche Verbindung. Für manche von uns sind es aber Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, Verwandte oder Freund:innen.

Die Medizinerin Christina Cattaneo hat sich im Jahre 2013 zur Aufgabe gemacht, die Identitäten der Menschen zu erforschen, die Identitäten der Opfer des Mittelmeers. Denn der Tod ist immer mit dem Leben verknüpft und es schafft für Angehörige und Freund:innen brutale Gewissheit, die vielleicht aber besser zu ertragen ist als quälende Ungewissheit. In ihrem Buch Namen statt Nummern beschreibt Christina Cattaneo die Vorgehensweise und ihre Motivation. Es ist ein schonungsloses Buch, das mit wenig Emotionen auskommt, stattdessen aber fachlich beschreibt und uns an einen spannenden Beruf heranführt, der unfassbar wichtige Arbeit im Verborgenen leistet. Wir erfahren von Schwierigkeiten in den Verfahren zur Identitätsklärung.

38 Identitäten konnte Christina Cattaneo seit 2013 klären. 38 Familien die über den Tod ihrer Angehörigen informiert werden konnten. In vielen Fällen ist sie, wie sie selbst sagt, nah dran.

Namen statt Nummern ist ein Buch was man lesen muss, weil die Thematik uns alle betrifft oder betreffen kann. Ein Buch über Leben und Tod, über Hoffnung und Gewissheit.

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

0 0 Stimme
Gesamt