Massachusetts, Ohio, Tokio, Duisburg

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Vö: 28.12.2013

Narshardaa Records

Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Wenn’s danach ginge, könnten Magma Waves vermutlich direkt ihre Auflösung bekanntgeben. Und das nach der ersten EP und erst paar Wochen auf dem Bandzusammenarbeitstachometer… oder so… Schlechte Bildsprache beiseite: Magma Waves sind heißer Scheiss. Schlechte Allgemeinplätze beiseite: Duisburg mausert sich langsam zu meinem Lieblings-Post-Rock-Hotspot. Im grün leuchtenden Windschatten von Kokomo, die ja allbekanntermaßen großartig sind (und das nicht nur, weil ich grünen Nebel mag) machen sich nun also vier junge Herren aus der Rheinruhrmetropole auf, die Gehörgänge der Menschen durchzupusten und …

… ach, vielleicht sollte man direkt nach ziemlich großartigen Konzerten keine EP-Reviews überarbeiten, sonst fügt man im letzten Korrekturdurchgang einfach nur noch weiter irgendwelche Lobhudeleien hinzu.

Fakt: Magma Waves haben dieses Lob verdient. Und: Das alles kann man auch schon nach der ersten EP und einem besuchten Konzert sagen. ‘Mitsuki, Hida, 1579’, so der Titel der EP, den ich mir nie und nimmer merken können werde, beweist eindrucksvoll, wie druckvoll und imposant Post-Rock auch 2014 noch sein kann, ohne dabei in Langeweile und Oh-wir-sind-so-krass-wir-hören-nach-der-Steigerung-auf-zu-spielen* abzudriften.

Zugegeben: Wenn das bisherige Oeuvre von Magma Waves irgendwo besonders ist, dann vielleicht in der Umsetzung. Denn neu oder ungewohnt ist hier wenig: Man spielt wuchtigsten Postrock mit viel alternate picking, Delay und sehr schönen Melodien, vielschichtigen Strukturen und all dem, was man schon von diversen Genregrößen kennt – und mag. Denn musikrevolutionär muss das hier nicht sein, um gut zu sein und erkennen zu lassen, dass man ebenfalls das Zeug zur Genregröße hat. Caspian, If These Trees Could Talk, Mono, Magma Waves – Massachusetts, Ohio, Tokio, Duisburg. Klingt durchaus möglich. Die Umsetzung ist beeindruckend, auf Platte, aber live erst recht. Und das sollte jeder, der Ohren hat, zumindest an den drei online verfügbaren Songs überprüfen und nachvollziehen können.

* Notiz: Ich sollte weniger über Climax-aber-kein-Finale-Postrock ätzen**.

** Notiz: Aber dredg haten ist – bis zum nächsten, an El Cielo anknüpfenden Album – legitim.

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