KRITIK: Chaos Commute – Fairytales and Nightmares

KRITIK: Chaos Commute – Fairytales and Nightmares

Aus den Trümmern einer fünfköpfigen Band gründeten Sänger und Gitarrist Camilo Betancourt und Drummer Julian Schmauch 2016 Chaos Commute. Das Ziel: einfacher, härter, direkter.

Die Energie, die Camilo und Julian auf der Bühne versprühen sah Stefan Schumacher, Booker von Richie Ramone, vier Jahre Drummer der legendären Ramones, bei einem ihrer Konzerte und lud sie prompt ein Richie bei seiner Europatour zu supporten. Und so ging es im März 2020, immer vor der Coronawelle her, los. Neun von 25 Shows, am 13. März 2020 war im Mannheimer 7er Club vorzeitig Schluss. Zurück in Berlin ging es mit frischem Material schnurstracks zurück zu Produzent Andreas Hartmann und im Rest von 2020 nahm Fairytales and Nightmares Form an.

Fairytales and Nightmares macht Hardrock wieder weich

Die zwölf Songs auf dem Debütalbum von Chaos Commute sind genauso emotional wie brachial. Zwischen rasanter Selbstreflektion mit Ramones-Unterstützung, lässig rock’nrolligem Gentifizierungsanprangern, schmachtender Ballade und wütender Antifaschismusansage feuern Camilo Betancourt (Vocals, Gitarre) und Julian Schmauch (Drums, Background Vocals) Ohrwürmer und Faustrecker ab, als wären sie auf der Flucht UND auf der Jagd.

Märchen und Albträume – Chaos Commute erzählen vom Sichwiederaufrappeln, von Beziehungsdramen, von linker Utopie und rechtem Hass, dem Liebesgeständnis und dem Überolltsein durch die alltägliche Informationsflut. So kernig die Riffs und rau der Sound ist, männliches Mackergetue ist ihnen dabei zuwider. Ob riffig rockig, punklastig oder experimentell, der Sound von Chaos Commute ist pures Gefühl, der zum kompletten Ausrasten und Durchdrehen einlädt. Auf Fairytales and Nightmares stehen Chaos Commute auf den Schultern der großen, aber mit Message.

Produziert wurde das Album von Andreas Hartmann, Drummer von Radio Havanna, wie schon die EP Mirror. Die Drums wurden in den Dailyhero Studios in Berlin Kreuzberg aufgenommen zusammen mit Engineer Marc Wüstenhagen, Vocals, Gitarre und Bass bei Hartmann im heimischen Studio im Laufe von 2020. Auch das Mixing/Mastering und das Cover-Artwork stammen vom Produzenten. Im Laufe der Vorproduktion entstanden zwölf Songs.

Irgendwann war klar, dass ein prominentes Feature auf dem Debütalbum Platz haben sollte. Vielleicht ein wenig naiv, vielleicht ein wenig dreist, wurde Richie Ramone angeschrieben, mit dem Chaos Commute im März 2020 vor Ausbruch der Pandemie auf Europatour waren. Der Ex-Ramone überlegte nicht lange und schickte die Wahnsinnsperformance für A.S.A.P. über den Atlantik. Auch bei Your Rage holten sich die Berliner Gesangsverstärkung. Suse Mante liefert eine Performance ab, die den Song noch einmal in ganz andere Sphären hievt.

Politischer Hardrock bekommt mit Chaos Commute eine laute Stimme. Das Duo verarbeitet in den zwölf Songs kritische Blicke nach außen und innen auf Stadionriffs und Melodien, die nicht trotz, sondern wegen der Themen noch mehr hängen bleiben. Mitsingen und Nachdenken, Moshpit und Feuerzeug – Fairytales and Nightmares ist das Rockalbum der Stunde.

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Von Veröffentlicht am: 02.12.2021Zuletzt bearbeitet: 02.12.2021477 WörterLesedauer 2,4 MinAnsichten: 1057Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: 0 Kommentare on KRITIK: Chaos Commute – Fairytales and Nightmares
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Über den Autor: Sebastian Wittag

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