Dream On Dreamer – What If I Told You It Doesn’t Get Better

Dream On Dreamer – What If I Told You It Doesn’t Get Better

Lange Zeit galten sie als eine der Größen im australischen Metalcore-Geschäft. Nun haben sie leider ihre Auflösung bekannt gegeben. Doch bevor die Lichter endgültig ausgehen, hauen Dream On Dreamer aus Melbourne & Brisbane nochmal ein Album raus, das es in sich hat. 

Vö: 10.04.2020 Dream On Dreamer Album kaufen

Lange sind die Zeiten vorbei, in denen es im Metalcore nur noch im Wechsel harte Shouts und softe Cleans zu hören gab. Die anhaltende Tendenz, mehr in Richtung Popmusik zu gehen, zieht sich durch die gesamte Szene. Für die einen mag das schrecklich sein, der Großteil scheint es jedoch durchaus anzunehmen. Und so ist es auch spätestens seit It Comes and Goes (2018) bei Dream On Dreamer der Fall, dass sich der Stil etwas geändert hat. Aus meiner persönlichen Sicht absolut zum Positiven. Und es ist auch ganz logisch, dass man nicht ewig Lust hat, nach der immer selben Formel Musik zu schreiben, auch wenn es andere Bands wie zum Beispiel Miss May I durchaus geschafft haben.

Das Album geht direkt los mit der ersten Single-Auskopplung Feel So Empty. Die emotionale Achterbahn startet im dunklen Thema der Depression und Einsamkeit.

Wer das Vorgänger-Album kennt, wird sich musikalisch nicht groß wundern. Marcel Gadacz, der Shouter und gebürtige Deutsche, ist hier auch als Clean im Einsatz und unterstützt Clean-Vocalist Zachary Britt, der inzwischen auch gerne für seine andere Band Young Lions bekannt ist. Für viele ist dieser Song Favorit der Platte und ich muss mich da anschließen. Eine gängige Melodie gepaart mit wuchtigen Shouts sowie einfühlsamen Gesang im Chorus bilden ein wunderschönes Soundgebilde, dem man gerne folgt.

Während der erste Song ein gutes Medium bietet zwischen schnell & ruhig, zwischen hart & soft kommt kurz später mit Explicit ein Stück, das an alte Zeiten erinnert.

Einleitend mit „Why don’t you guys scream anymore?!” einer Off-Stimme bietet dieser Track die passende Antwort. Dream On Dreamer können eben sehr gut noch Hard & Heavy wie damals und schaffen es trotzdem noch, ihren neuen Stil mit einfließen zu lassen.

Aber das Album kann auch die andere Extreme. Sentimental & December bieten eine kurze Pause zum Durchatmen. Es stimmt, dass auch diese Songs vom simplen Volumen einiges zu bieten haben, jedoch laden die Gegenspieler zur kurzen Entspannung ein.

Besonders der letzte Song Regrets schließt das ohnehin emotional sehr geladene Werk mit einer ruhigen Note ab. Und somit bildlich auch 11 Jahre Bandexistenz des Quintetts aus dem Land Down Under. 

Nachdem die Band in letzter Zeit an ehemalige Höhepunkte wie Support-Touren für A Day To Remember oder namhafte Touren in Europa, darunter einige als Headliner, nicht mehr anknüpfen konnte, blieb sie ein elementarer Bestandteil in der stets wachsenden und qualitativ sehr starken Core-Szene Australiens. 

Mein persönliches Highlight war es, die Band gleich 2 Mal hintereinander in Melbourne gesehen zu haben und vor der Show noch mit Sänger Marcel über den Werdegang und künftige Pläne zu sprechen.

Während manche sich anderen Dingen widmen, bleibt Dream On Dreamer zumindest in Form von Zachary Britt musikalisch teilweise bestehen. Seine Band Young Lions ist lokal schon lange nicht mehr weg zu denken und kann hoffentlich bald auch hier bei uns sich einen Namen machen.

Es waren 11 tolle Jahre. Farewell Dream On Dreamer.

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Von Veröffentlicht am: 26.04.2020Zuletzt bearbeitet: 26.04.2020564 WörterLesedauer 2,8 MinAnsichten: 826Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: 0 Kommentare on Dream On Dreamer – What If I Told You It Doesn’t Get Better
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Über den Autor: Sebastian Wittag

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