Unbesiegbar ist der Titel des neuen Sondaschule Albums, das am 12.02.2022 endlich erschienen ist. Der Weg bis zur Veröffentlichung war ein steiniger und wurde leider vom unerwarteten Tod des langjährigen Gitarristen Daniel Junker überschattet.

Dennoch schlagen Sondaschule nun ein neues Kapitel in der Bandgeschichte auf und Sänger Costa nahm sich zu Beginn des Jahres die Zeit mit PiN-Autor Marc ein ausführliches Interview zu führen. 

Hallo Costa. Erst einmal ein frohes neues Jahr und als kleine Frage vorweg: Wie hast du denn den Jahreswechsel verbracht?  

Ganz entspannt, bei Freunden. Wir haben ein bisschen was gegessen sind um 0:00 Uhr rausgegangen und haben die Nachbarkids beobachtet, wie sie mit Bengalos die Straße rot gefärbt haben. Ganz ruhig. Im Gegensatz zu den Jahren davor. So war es ein ganz neues Silvestergefühl was ich so auch noch nicht kannte. 

Ja vermisst du denn die große Feier an Silvester oder war das jetzt auch schön? 

Nö, das war völlig in Ordnung in diesem Fall. Vermissen tue ich da gar nichts. Es war sonst schon immer etwas wilder und lauter bei uns, aber generell zum Jahresabschluss lassen wir es doch gerne mal etwas ruhiger angehen. In der Vergangenheit waren wir immer das Jahr über auf Tour und hatten deshalb nie so den Fokus darauf noch eine Riesenparty machen zu müssen. Das war dann für uns halt immer ein Jahresabschluss mit ein bisschen Ruhe, aber schon wilder als es dieses Jahr der Fall war.  

Du hast es jetzt schon gesagt: Jahresabschluss. Ich könnte mir vorstellen, dass du ganz froh warst, dass man unter das Jahr 2021 einen Schlussstrich ziehen konnte. Das galt sicher für viele Künstlerinnen und Künstler, aber vielleicht auch für dich und deine Bandkollegen von Sondaschule im ganz speziellen, oder? 

Auf jeden Fall. Das ist mir auch dieses Mal aufgefallen. Normalerweise bin ich da gar nicht so drauf fixiert ob Jahresabschluss, neues Jahr oder was auch immer, für mich war das einfach immer ein Tag in der Woche im Dezember oder Januar. Aber dieses Mal war es gut ein Jahr zu verabschieden und vor allem mit positiver Sicht auf ein neues Jahr zu schauen, da 2021 nicht das Highlight Jahr in unserem Leben war. 

Zu den positiven Dingen im neuen Jahr zählt sicherlich auch, dass nun endlich euer neues Album erscheint. Eigentlich sollte es bereits 2021 erscheinen aber das hat aus diversen Gründen nicht geklappt. Dann war es für Januar 2021 geplant und verschiebt sich nun in den Februar. 

Da wir das Album ohnehin deutlich verschoben haben kam es uns auf die letzten Wochen auch nicht unbedingt an. Es gab halt auf diversen Ebenen Lieferengpässe die uns nicht garantieren konnten, dass das Album zum Release auch pünktlich in den Läden stehen kann. Es hätte vermutlich jetzt doch geklappt, aber für eine Band wie Sondaschule ist es auch wichtig das das Album pünktlich beim Plattenhändler steht und überall erhältlich ist. 

Das neue Album erscheint auch als üppig ausgestattete Deluxe Box. Was erwartet den Fan dort? Ich kann mich an ein altes Album erinnern, auf dem ihr zum Beispiel eine eigene Guitar Hero-Version als Bonus dabeihattet. Das fand ich schon sehr witzig. Kann man da etwas Vergleichbares erwarten? 

Wo wir vor allem darauf stolz sind, ist der Unbesiegbar-Flachmann. Ein richtig hochwertiger Flachmann, das ist eine Idee die wir schon immer mit uns herumgetragen haben. Dazu gibt es dann Mini Boxhandschuhe die man sich an den Rückspiegel oder wo immer man noch will hängen kann. Zudem das Sondaschule Schnapsflaschen Etikett: Tausche Alkoholsucht gegen Liebe. Das Unbesiegbar Poster, Sticker, signierte Autogrammkarten und dann eben noch eine DVD mit dem Unbesiegbar Film. 

Auf den Film wollte ich auch zu sprechen kommen. Im Rahmen der Kampagne für das neue Album habt ihr einen Kurzfilm gedreht der begleitend erscheint. Kannst du dazu was erzählen? Was war die Idee dahinter? Wer hat das mit euch zusammen verwirklicht? 

Wir hatten da große Hilfe von unseren Freunden Ingo Schmoll und Flo Ehlich. Ohne deren Unterstützung würde das nicht so aussehen wie jetzt. Der Film ist eine Ruhrgebiets-Romanze und erzählt die Geschichte zwischen Rocky und Jacky. Zudem sind wir sehr glücklich, dass wir mit Ralf Richter eine wahre Ikone für den Dreh gewinnen konnten. Bei Youtube sind in den vergangenen Wochen, alle 14 tage immer freitags, neue Teile des Films erschienen. Man kann den Film bestimmt noch besser fassen, wenn man ihn komplett am Stück sieht.  

Müsste man den Film einem Genre zuordnen, dann wäre es so etwas wie der Ruhrpott-Film. Waren die Peter Thorwarth-Filme ein Vorbild? Denn das Gefühl dieser Filme vermittelt Unbesiegbar auf jeden Fall. 

Du hättest mir kein schöneres Kompliment machen können. Natürlich war Peter Thorwarth ein großes Vorbild. Bang Boom Bang haben wir bestimmt schon hunderte Male auf Tour gesehen. Wir sind ganz große Fans der Arbeit von Peter Thorwarth. Zudem lieben wir diese Ruhrpott Filme. Leider ist da in jüngster Vergangenheit nicht wirklich was Neues erschienen. Aber ich kann Dir noch einen Tipp geben. Auf der Bang Boom Bang DVD ist der Kurzfilm Mafia, Pizza, Razzia als Easter egg versteckt. Den würde ich auch empfehlen. 

Kommen wir nochmal auf die Musik des neuen Albums zu sprechen. Euer neues Album wurde von Vincent Sorg produziert. Er hat sich als Produzent einen ganz besonderen Namen gemacht und bringt schon fast so etwas wie eine Erfolgsgarantie mit. Habt ihr euch spezielle Impulse von der Zusammenarbeit versprochen und hat sich das erfüllt mit Blick auf die fertigen Songs? 

Ja. Wir haben uns davon einiges versprochen und es konnte auch verwirklicht werden. Vincent bringt eine Unmenge an Erfahrung mit und hat mit Künstlern wie den Toten Hosen, Donots oder auch Fury in The Slaughterhouse zusammengearbeitet. Die Arbeit mit Vincent ist wirklich super angenehm und er hat auch immer gute Tipps parat. Als ich ihm den Titelsong des Albums in der Akkustik-demo Version vorgespielt habe, hat er uns tatsächlich davon abgeraten. Es würde sonst eine Art Revolvernummer werden. Dann kam er plötzlich um die Ecke und meinte, das sind exakt die gleichen Akkorde wie beim Imagine Dragons Hit Thunder. Diesen zitieren wir nun auch ganz bewusst und wir sind tatsächlich sehr zufrieden wie sich diese Nummer speziell verändert hat. 

Welche Erwartungen hast du ans Jahr 2022? 

Man kann ja nicht viel beeinflussen. Aber ich wünsche mir, dass wieder halbwegs Normalität einkehrt und wir wieder gemeinsam auf Konzerte, Festivals, usw. gehen können. Gemeinsam feiern und mit Freunden einfach eine gute Zeit verbringen kann. 

Wenn man sich eure Aktivitäten während der Pandemiezeit so anschaut fällt einem auf, dass ihr doch irgendwie recht umtriebig gewesen seid und irgendwo immer Wege gefunden habt dennoch live zu spielen. Hat euch da etwas überrascht oder hattet ihr dabei Erlebnisse die neu für euch waren und ohne Pandemie halt nicht stattgefunden hätten? 

Wir haben unter anderem beim Insel Flair gespielt. Das sogar zwei Jahre in Folge. 2020 waren da nur sehr wenige Zuschauer und dieses Jahr ging da schon ein bisschen mehr. Das waren trotz der Umstände ganz schöne Auftritte. Zudem gehörten wir zu den ersten Bands, welche Autokinokonzerte gespielt hatten. Wir haben halt überall unsere Ohren und als wir dann mitbekamen, dass die ersten Acts so etwas planen, haben wir uns da auch dran gemacht. Einfach mal machen. Film haben wir versucht das möglichst aktiv zu gestalten. Es gab zum Beispiel einen Circle Pit mit Autos oder Fahrer und Beifahrer mussten die Plätze tauschen also solche kleinen Spielereien. Als einmalige Sache war das schön. Als dann überall in Deutschland die Autokino Konzerte aufploppten, hätten wir eine ganze Deutschland Tour spielen können. Wir wurden ständig angefragt, aber das wollten wir auch nicht. 

Wie hat man sich das Künstlerdasein denn der Zeit so vorzustellen momentan läuft die Promo zum Album womit ihr sicherlich ganz gut beschäftigt seid. Aber ab März steht eigentlich eine Tour an. Checkt man da jeden Tag die Corona-Lage? Ist man mit Veranstalter:innen in Kontakt plant eventuell schon Maßnahmen für die Tour und wie man die umsetzen kann? 

Wir sind natürlich mit den Veranstalter:innen in ständigem Kontakt. Aber zum Glück haben wir da auch Hilfe von entsprechenden Agenturen. Momentan hoffen wir natürlich die Tour im März so wie sie geplant ist durchziehen zu können, aber die Lage entwickelt sich ja ständig und man ist doch ein bisschen ungewiss. Die Tour ist jedenfalls so geplant, dass es bereits eine Option zum verlegen gibt. Wir wollen es nicht hoffen, aber wenn es sein muss, können wir unsere Tour fast deckungsgleich in die zweite Jahreshälfte verschieben. 

Das Interview haben wir bereits im Januar mit Costa geführt – und wie es die Pandemie will, muss die Frühjahrstour natürlich verschoben werden. Hier findet ihr die neuen Daten von Sondaschule 2022: 

Titelbild: Sondaschule | (c) Flo Ehlich

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