The Smashing Pumpkins – Monuments to an Elegy

The Smashing Pumpkins – Monuments to an Elegy

„Monuments to an Elegy“ ist weder Fisch noch Fleisch, wenn mir diese platte Aussage erlaubt ist. Viele Stücke plätschern nebenher und wirken als Füllwerk. Generell glaube ich, dass The Smashing Pumpkins immer noch gut funktionieren, wenn sie laut werden, doch bei vielen Stücken fehlt die Energie.

Wer an den Smashing Pumpkins kritisiert, dass der Gesang viel zu dominant abgemischt wurde, hat sich vermutlich schon vorab jegliches Recht verspielt, ein Album der Band um Billy Corgan zu rezensieren. Aber dennoch wage ich einen Versuch.

Die mittlerweile zu einer, in stetig wechselnder Besetzung, mutierte Allstar-Band, veröffentlicht das zweite Album aus dem Konzept-Zyklus „Teargarden by Kaleidyscope“. Am Schlagzeug sitzt dieses Mal Tommy Lee, der seinen Job höchstens solide vollbringt, ohne in irgendeiner Form zu glänzen. Zyniker bemängeln völlig zu Recht, dass er auf diesem Album nicht rappt. „Run 2 Me“ + „Get Naked“ bleibt vorerst ein Traum aus einem fernen Mashup-Universum.

Mit 31 Minuten ist diese Platte kurz geraten und schneller vorbei, als manch einem lieb ist. Dabei beginnt es mit dem Song „Tiberius“ stark. Dieser Song hätte auch problemlos auf dem guten Vorgänger „Oceania“ Platz gefunden und geht mit den harten Riffs direkt nach vorne. Leider ist dies auch schon das härteste Stück dieses Long-Players. Weiter geht es mit dem Song „Being Beige“, den die Band auch schon im deutschen Fernsehen gespielt hat.

Übrigens ist Tommy Lee auch schon kein Mitglied mehr bei den derzeitigen Touren, sondern wurde durch Brad Wilk von Rage Against The Machine ersetzt. Im Nachhinein wünscht man sich, dass Wilk auch schon bei der Aufnahme Teil der Band gewesen wäre. „Being Beige“ jedenfalls ist eine gelungene Nummer, die es schafft, in einem schön herbei geleiteten Chorus aufzugehen. Das stampfende „Anaise“ und das höhepunktlose, aber solide „One and all“ folgen, bevor mit „Run 2 Me“ das sicherlich diskussionswürdige Highlight des Albums kommt.

Bei diesem üblem Synthie-Gedudel im Intro, sowie den ständig wiederholenden Lyrics, war ich anfangs geneigt, mit der Faust den Skip-Button zu betätigen. Aber ab dem ersten Gitarren-Klang hat mich der Song auf eine komische, fast schon perverse Art, gepackt. Über 4 Minuten wird hier durch kleine Modifikationen aller Instrumente, das immer gleiche Thema zum Höhepunkt getrieben. Sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber auf seine Art ein hervorragendes Stück.

Mit „Drum + Fife“ und „Monuments“ folgen ordentliche Rocknummer, besonders letzteres bietet wieder eine etwas härtere Gangart, die ich sonst auf diesem Album oft vermisse. Über „Dorian“ wiederum würde ich am liebsten den Mantel des Schweigens hüllen. Drum-Machines und übertriebenes Effektspiel am Keyboard lassen diesen Song substanzlos über knapp 4 Minuten daherplätschern. „Anti-Hero“, als krachender Abschluss dieses Albums, stellt aber wieder einen der Höhepunkte dar und entlässt den Hörer mit einem versöhnlichen Gefühl.

Eingangs erwähnte ich die Sound-Qualität. Billy Corgan steht wie immer klar im Vordergrund. Sowas muss man mögen, neue Fans werden sie so aber schwer gewinnen können. Die anderen Instrumente fügen sich aber nicht wirklich gut ein. Der ideenlose Bass und die zweite Gitarre sind selten wahrzunehmen, den Drums fehlen die Tiefen. Es ist eindeutig alles auf dem Frontmann ausgerichtet, was aber auch sicherlich keine Neuigkeit bei dieser Band ist.

„Monuments to an Elegy“ ist weder Fisch noch Fleisch, wenn mir diese platte Aussage erlaubt ist. Viele Stücke plätschern nebenher und wirken als Füllwerk. Generell glaube ich, dass Smashing Pumpkins immer noch gut funktionieren, wenn sie laut werden, doch bei vielen Stücken fehlt die Energie. Songs wie „Dorian“ ziehen das Gesamtwerk runter und hinterlassen einen faden Beigeschmack. Nach dem starken „Oceans“ und diesem kleinen Durchhänger, darf man gespannt sein, was sie mit dem 2015 erscheinenden Nachfolger abliefern.

01 Tiberius
02 Being beige
03 Anaise!
04 One and all
05 Run 2 me
06 Drum + fife
07 Monuments
08 Dorian
09 Anti-hero

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Von Veröffentlicht am: 04.12.2014Zuletzt bearbeitet: 01.02.2019637 WörterLesedauer 3,2 MinAnsichten: 941Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: , , , , , , 0 Kommentare on The Smashing Pumpkins – Monuments to an Elegy
Von |Veröffentlicht am: 04.12.2014|Zuletzt bearbeitet: 01.02.2019|637 Wörter|Lesedauer 3,2 Min|Ansichten: 941|Kategorien: Alben, Kritiken|Schlagwörter: , , , , , , |0 Kommentare on The Smashing Pumpkins – Monuments to an Elegy|

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Über den Autor: Marc Michael Mays

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