Die EP bietet musikalisch nichts wirkliches neues, wirkt aber in seinem homogenen und athmosphärischen Gesamtbild wie ein kostbares zeitloses Stück Musik.

Das letzte Album „200 Tons of Bad Luck“ der britischen Post-Rock Supergroup lastet noch auf unseren Gehörgängen, da legen Crippled Black Phoenix ein neue EP vor. Für die Band nur ein Interimsalbum auf ihrem Entwicklungsweg, doch eine ganze Schar von hungrigen Musikfreaks wartet schon lange auf ein neues Lebenszeichen.

Die wichtigste Frage lautet aber: Wie rettet man das Pink Floyd Erbe? Ist es die Innovation die Radiohead als geistiges Erbe legitimiert oder reicht es den nostalgischen Sound zu reproduzieren. Crippled Black Phoenix versuchen beides und klingen doch altmodisch. „Troublemaker“ klingt wie Pink Floyd zu „Animals“ Zeiten und verwandelt sich dann in Deep Purple mit Slidegitarre. „We forgot who we are“ öffnet mit Pianotupfern und hebt dann ganz langsam wie eine Boeing ab ,bleibt aber dabei dicht über dem Boden in schwerfälligen floydianischen Gefilden. Joe Folk klingt wie ein junger Gilmour. Dann der wichtige Break und der Song gewinnt an Fahrt und wird zur Postrockoper. Als sich zum Ende alles beruhigt und im elegischen ätherischen Frauengesang schwebt erhebt Justin Greaves ein Gitarrensoli wie es Gilmour hätte nicht besser spielen können.

Der wahrscheinlich beste Song des Albums. „Fantastic Justice“ und „Bastogne Blues“ runden das Album auf sehr hohem Niveau ab. Die E.P. bietet musikalisch nichts wirkliches neues, wirkt aber in seinem homogenen und athmosphärischen Gesamtbild wie ein kostbares zeitloses Stück Musik. Der Vergleich mit Pink Floyd bleibt unumgänglich auch wenn sich Crippled Black Phoenix langsam zu einem eigenständigen Kollektiv entwickeln. Mit „Of a Lifetime“ (Journey Coverversion) huldigen sie sogar dem Classic Rock und werden damit einige Leute verwirren. Da bleibt nur noch warten auf den nächsten Longplayer.

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