Nach der erfolgreichen Crowdfunding Aktion und den damit verbundenen Einnahmen stand dem dunk!Festival im belgischen Zottegem nichts mehr im Wege. Neu ist bei dieser Jubiläumsausgabe allerdings die Location, denn das Festival findet 2014 erstmalig auf dem Gelände des Jugendheimes De Populier statt. Zwei PiN Reporter sind inklusive Begleitung bei der Jubiläumsausgabe live und in schönster Frühjahrsfarbe dabei und berichten von ihren Eindrücken.

Freitag:

Da das Programm am Freitag erst um 17 Uhr beginnen sollte, hatten wir uns dazu entschlossen, im Laufe des Vormittags/Mittags anzureisen. Irgendwann zwischen 9 und 10 Uhr setzt sich unser Auto also vom beschaulichen Krefeld aus in Bewegung. Bis auf einen etwas längeren Stau in der Nähe von Brüssel gibt es keine besonderen Vorkommnisse während der Fahrt. Sieht man einmal ab von der besonders exquisiten Musikauswahl für das obligatorische Autofahrmixtape: Die Zeit wird vergeht vor allem durch Raptracks von bekannten Krefelder Szenegrößen wie im Fluge.

Erste Äusserungen während der Ankunft in Zottegem: „Wieso wird aus dieser Straße ein Feldweg? Sind wir hier richtig? Ah, da ist ein Schild! Ist das da der Zeltplatz? Ohne Scheiss, das ist das schönste, was ich je gesehen habe.“ – Wunderschön in den leicht hügeligen Feldern und Wäldchen Zottegems gelegen erstrecken sich Zeltplatz und Hauptzelt vor unseren Augen.

Am Gelände angekommen wird dieses zuerst einmal erkundet. Es gibt zwei Bühnen: Die größere der beiden befindet sich im erwähnten Zelt, während es sich bei der kleineren um eine Open Air Bühne im Innenhof des Jugendheims handelt. Letztere ist auch für nichtzahlende Besucher zugänglich. Pro Tag spielen dort drei Acts. Zwischen den beiden Bühnen befindet sich ein Aufenthaltsraum. Dort verkaufen die Bands ihren Merch, einige Distros sind ebenfalls anwesend. (Liebe Grüße von einem der beiden PiN-Reporter an die netten Herren von Kapitän Platte. Wer Lakritzlutscher mitbringt, hat schon gewonnen.)

Außerdem gibt es hier zu jeder Tageszeit etwas Leckeres zu essen – sogar mit wechselnder Karte. Neben Pommes und belegten Brötchen kann auch zwischen einigen vegetarischen und nicht-vegetarischen Gerichten gewählt werden. Außerdem gibt es kostenlosen Kaffee und Teewasser zur freien Verfügung für alle Besucher. Sowas ist sicherlich nicht oft auf Festivals zu sehen. Insgesamt wirkt hier sowieso alles sehr familiär. Die Helfer sind allesamt freundlich und gecampt wird direkt am Auto. Die Wege sind bei einem Festival dieser Größe erfreulich kurz. So beträgt der Weg vom Campingplatz zu den Bühnen selbst aus der hintersten Ecke maximal eine Minute, Toiletten, Duschen und alles andere sind ähnlich schnell zu erreichen. Besser geht es nicht. Die Zelte und das Pavillon sind schnell aufgebaut – und dann heißt es bei ziemlich windigem Wetter Warten auf den ersten Act des Tages.

Pünktlich um 17 Uhr startet mit Alright the Captain aus Großbrittanien die erste Band des Festivals. Die Herren sind ein solider, wenn auch nicht ganz einfach zu verfolgender Opener. Der Sound ist gut, wobei der Drumsound etwas fetter hätte sein können Die Band bietet ziemlich frickeligen Mathe Rock. Rhythmuswechsel im Sekundentakt beherrschen die experimentellen Songs und es ist wirklich anstrengend dem ganzen zu folgen. Zwischendurch werden zwischen Drummer und einem der drei Gitarristen die Instrumente getauscht. Hier ist auf jeden Fall jeder Herr über sein Instrument. Am meisten fällt allerdings das Spiel oder besser gesagt Nichtspiel des Bassisten auf, der ansonsten auch für elektronische Spielereien verantwortlich ist: Die meiste Zeit fotografiert er mit seinem Handy das Publikum statt Bass zu spielen. Nun, nicht nur Festivalbesucher brauchen Souvenirs! Die Anwesenheit einer schon recht großen Zahl von Besucher zu dieser Zeit scheint ihn in Begeisterung zu versetzen. Nach 40 Minuten ist allerdings genug gespielt und fotografiert und die Band beendet ihr Set.

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Danach kommt es zum ersten und einzigen Mal an diesem Wochenende zu einer Bandüberschneidung. Terraformer und Alias Empire spielen gleichzeitig und so trennen sich die Wege der beiden PiN Redakteure.

Terraformer spielen dabei Open Air – im wahrsten Sinne des Wortes, unter einem kleinen Pavillon im nahegelegenen Waldstückchen. Eine ziemlich ungewöhnliche, aber durchaus passende Location. Der düstere post-metal-post-rock-Mix der Herren aus Lüttich kommt auch ohne fette PA und denkbar schlechten akustischen Bedingungen ziemlich fett daher. Die passende Atmosphäre ist auch bei blauem Himmel gegeben – ein Paar gesanglichen Improvisationen von Roger De Festivalman zum trotz. Vermutlich haben Terraformer nicht nur in diesem begeisterten Herren, sondern auch bei den zahlreichen Anwesenden Zuhörern eine Menge neuer Fans dazugewonnen.

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Alias Empire bespielen währenddessen die kleine Open Air Bühne. Die drei Herren aus Dublin bieten eine interessante Mischung aus Indie/Alternative Rock und Elektro. Untermalt wird der Auftritt dabei von Videos, die allerdings im Hellen komplett untergehen. Es werden neben Gitarre und Drums in einer abgespeckten Version allerhand elektronische Spielereien genutzt, die einen coolen, experimentell angehauchten Sound erzeugen. Fast ungewohnt auf diesem Festival: Gesungen wird auch. Leider. Die Stimme des Sängers ist nämlich alles andere als gut und erinnert irgendwie an Chester Bennigton von Linkin Park. So bleiben die instrumentellen Parts das eigentliche Highlights des Set, welches mit einem starken Song inklusive kurzem „In the Air Tonight“ Cover endet.

Wieder im Zelt wartet das erste richtige Highlight auf die Besucher. Exxasens aus Spanien legen einen brillanten Auftritt hin. Neben der Musik trägt dabei auch das Visuelle viel dazu bei. An dieser Stelle werden lichttechnisch zum ersten Mal an diesem Wochenende alle Register gezogen. Hier gebührt den Organisatoren ein Extralob: Es ist wirklich unglaublich, mit wie viel Scheinwerfern das doch relativ kleine Zelt ausgestattet wurde. Wenn nicht gerade die ganze Bühne während des Auftritts von Exxasens durch Strobolicht kaum zu erkennen ist, sorgen allerlei Scheinwerfer und von der Decke hängende Lämpchen für eine dichte Atmosphäre. Ein großer Applaus für die Lichtmenschen, die sicher einer Mammutaufgabe entgegegnstanden. Doch das wichtigste Utensil sind neben der Musik auf jeden Fall die abgespielten Videos. Die entbehren zwar nicht gewisser Postrock-Klischees, passen aber trotzdem sehr gut zu den Klängen der Band, deren aktuelles Album nicht von ungefähr Satellites heißt: Mit Betreten der Bühne werden die ersten Videos von einem Raketenstart gezeigt. Das Thema Weltraum hält sich über die gesamte Setlist. Planeten, Sterne, unendliche Weiten, alles passt perfekt zu den ruhigen sphärischen Klängen von Exxasens. Der Keyboardsound steht im Zentrum des elektronisch angehauchten Post-Rocks. Der Sound bahnt sich auf sanfte Weise einen Weg in die Köpfe der mittlerweile zahlreichen Besucher. Ab und zu kommt es trotzdem zu Ausbrüchen, gepaart mit härteren Gitarrenriffs und der einen oder anderen Doublebasseinlage, doch insgesamt überwiegen die sphärischen Klänge. Nach einer Stunde beendet die Band unter großem Beifall ihr Set. Der erste Auftritt des diesjährigen dunk!Festival, der das Prädikat großartig verdient hat. Viele weiteren sollten folgen.

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Nachdem Exxasens gerade das gesamte Publikum verzaubert haben, hat es Zero Absolu natürlich einen schweren Stand auf der kleinen Bühne. Hinter dem Namen verbirgt sich, wie so oft auf der kleinen Stargazer-Bühne, ein Einmannprojekt. Der Herr spielt dabei hauptsächlich Gitarre. Zusammen mit vielen Samples ergibt dies eine interessante Klangkomposition, die zwar nicht an das vorher erlebte heranreicht, aber durchaus unterhaltsam ist. Sein zwischendurch eingestreuter Gesang geht allerdings völlig unter, genauso wie die Videos, die genauso wie bei Alias Empire unnötig wirken. Der gute, instrumentelle Mix unterhält aber weiterhin gut, mal leiser, mal lauter, aber vor allem gegen Ende des Sets wirklich überzeugend.

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Schon der Soundcheck zum nächsten Act im Zelt lässt erahnen, dass einem gleich die Gehörgänge ordentlich durchgepustet werden. Steak Number Eight aus Belgien haben heute ein Heimspiel. Nach einem langen Intro legt die Band, die als erste des Tages ohne Videos auskommt, gleich ordentlich los. Wer benötigt schon Videos, wenn man alle Hände voll damit zu tun hat, von den mächtigen Gitarrenriffs nicht aus dem Zelt gedrückt zu werden. Der Sound – irgendwo zwischen Post-Metal und Sludge – ist gewaltig. Im Gegensatz zum diesem Sound gleicht das, was alle bisherigen Bands auf der Bühne boten, eher einer seichten Kaffeefahrt. Das ganze Zelt steht gebannt vor der Bühne und wippt langsam mit dem Kopf im Takt, während die Band alle Register ihres Könnens zieht. Doch bei aller Härte, bei allen druckvollen Sludge Parts, geht die Melodik niemals verloren. Ruhigere Abschnitte werden mit Bedacht eingestreut und ebenso gut vom Publikum aufgenommen. Neben dem Instrumentellen ist die Stimme des Sängers ein weiterer Pluspunkt für die Band. Ob gefühlvolles Singen oder gutturaler Gesang, er beherrscht es. Der ganze Auftritt stellt den auf dem letztjährigen Ieperfest deutlich in den Schatten und das Publikum ist auch hellauf begeistert. Fragt sich nur, wann Steak Number Eight auch in Deutschland die Anerkennung bekommen, die sie bei diesem Bombastsound redlich verdienen. Ihre letzte Tour mit Death Letters zu Beginn des Jahres spielt sich in eher kleineren Hallen ab.

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Der letzte Act auf der offenen Bühne für heute ist Arms and Sleepers, ein Dauergast des Festivals. Mittlerweile ist es dunkel geworden, sodass die abgespielten Visuals im Hintergrund endlich gut zur Geltung kommen. Leider hat auch gleichzeitig die Temperatur stark abgenommen. Heißer Kaffee sorgt für Abhilfe, während Mirza Ramic mit seiner chilligen Elektroshow beginnt. Der Herr ist wie bereits letzten Monat im Druckluft in Oberhausen allein unterwegs, doch das hindert ihn nicht daran, die Leute trotz bedenklicher Temperaturen zum Tanzen zu bringen. Vergleichen mit Oberhausen schneidet der heutige Auftritt auch besser ab. Heute es alles etwas ausgelassener und Herr Ramic scheint trotz der Kälte ordentlich Spaß bei der Sache zu haben. Sein elektronischer Trip Hop ist eine Art Ruhe vor dem abschließenden Sturm, der die Besucher noch erwartet.

Als Headliner des ersten Tages stehen And So I Watch You From Afar aus Belfast auf dem Programm. Das Intro „Eunoia“ des aktuellen Albums „All Hail Bright Futures“ kommt heute nicht vom Band, sondern wird live angespielt. Eine Welle der guten Laune breitet sich im Zelt aus. Der Sound der Band unterscheidet sich deutlich von dem der meisten Post-Rock-Bands. Kein langsamer Aufbau, kein Spannungsaufbau, einfach direkt und druckvoll von Anfang an. Das nachfolgende „Big Thinks Do Remarkable“ ist das perfekte Beispiel dafür. Hier wird nicht groß Federlesen gemacht, es geht direkt zur Sache. Und wie. Es ist einfach unglaublich, was die Gitarristen – und hierbei insbesondere Rory Friers – mit ihren Instrumenten fabrizieren. Jeder Normalsterbliche bräuchte eine dritte Hand und wahrscheinlich auch noch mehr Finger pro Hand um dieses Gitarrenspiel zu bewerkstelligen. (Nicht Frage des Abends, aber trotzdem: Was würdest du tun, wenn du einen elften Finger hättest? Würdest du ihn abschneiden?) Spätestens als gegen Mitte des Songs der Gesangspart einsetzt ist wohl auch der letzte Besucher im Zelt hellauf begeistert. Beim Abschluss des Liedes kommt es zum ersten wilden Pit im Publikum. Ja richtig, es wird gepogt und das nicht zu knapp. Wo sonst auf Post-Rock Konzerten eher ein ruhiges Stehen und Mitwippen charakteristisch für das Publikum ist, ist es bei dieser Band durchaus verständlich, dass die Leute ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Die Band hat währenddessen auch beim nächsten Song „Like a Mouse“ aller weiter fest im Griff. Die Spielfreude und Energie, die dabei deutlich wird, ist einfach unglaublich. And So I Watch You From Afar sind einfach durch und durch Liveband. Wer auch nur ansatzweise auf Platte etwas mit der Musik anfangen kann, wird von einem Konzert der Band mehr als begeistert sein. Dafür stehen wir mit unseren Namen. (Und den unserer Erstgeborenen, wenn’s sein muss.) Während mit „If It Ain’t Broke…Break It“ der erste ältere Song gespielt wird, ist die Stimmung weiterhin prächtig. Mittlerweile sind selbst vereinzelte Crowdsurfer zu beobachten und Rory Friers nutzt einen Song dazu, mit seiner Gitarren über das Absperrgeländer zum Publikum zu balancieren. Etwas Pech hat die Band allerdings bei „BEAUTIFULUNIVERSEMASTERCHAMPION“, da ein Gitarrist Probleme mit seiner Gitarre hat. Der Gitarrensound würde zwar auch mit einer Gitarre die meisten Bands vor Neid erblassen lassen, aber schade ist es trotzdem. Dieser kleine Schönheitsfehler ändert aber auch nichts an einem wahnsinnig guten Auftritt der Herren, welches mit „The Voiceless“ beendet wird. Ein super erster Festivaltag hat ein würdiges Ende genommen.

Samstag:

Nach einer sehr kalten Nacht und viel Heisswasserzubereitungen gibt es am nächsten Tag eine wohlverdiente Dusche. Wo andere Festival mit Duschcontainern aufwarten, darf man sich hier in den Duschen des Jugendheimes an warmem Wasser (sogar mit ausreichend Wasserdruck) erfreuen. Obwohl an diesem Tag nur zwei Duschen zur Verfügung stehen, geht alles relativ zügig. Übrigens: Die sanitären Einrichtungen sind zwar jugendheimtypisch eher alt, aber festivaluntypisch sauber. Anschließend geht es zum kostenlosen Frühstück: Brot mit Nutella, Marmelade und Schmierkäse munden sehr gut und sind, verbunden mit dem heute sehr sonnigen Wetter, der perfekte Start in den Tag. Während die Besucher langsam aufwachen und jeder auf seine eigene Art und Weise in den neuen Festivaltag startet, schlendert ein Mitglied des Organisationsteams über den Campingplatz und fragt bei jeder Gruppe nach dem Befinden. Sowas gibt es wohl kein zweites Mal auf einem Festival. Erneut: Ganz großartig! Die Zeit bis zur ersten Band wird sich heute mit In-der-Sonne-liegen vertrieben. Das gute Wetter muss genutzt werden.

Als erste Band steht um 13 Uhr die Band Mannheim aus, wie sollte es anders sein, den Niederlanden auf dem Plan. Zu dieser frühen Zeit ist das Zelt trotzdem angenehm gefüllt. Insgesamt kann sich am Wochenende wohl keine einzige Band, von Opener bis Headliner, über mangelndes Interesse seitens des Publikums beschweren. Das auffälligste an der Band ist wohl der Herr mit seinem Saxophon. Der Sound des Instrumentes gibt dem ganzen eine jazzige Note und die zwischendurch eingestreuten Soli können sich auch hören lassen. Ansonsten wird Post-Rock mit leichten Math Rock Einschlag geboten. Insgesamt ist es wieder ein solider Start in den Tag.

Mit der nächsten Band Syberia geht es deutlich düsterer zur Sache. Der Post-Metal der Spanier ist eine ganze Spur härter und dunkler als es bei der vorherigen Band der Fall war. Stören tut dies aber in keinster Weise, denn die Band leistet gute Arbeit. Fans von Russian Circles sei diese Band auf jeden Fall für die Zukunft ans Herz gelegt und der letzte Zuschauer im Zelt ist nach diesem 40 minütigen Klanggewitter sicherlich auch vollständig wach.

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Upcdownc kommen aus dem Vereinten Königreich und gewinnen auf jeden Fall den Award für den besten Namen des Wochenendes: Die Jungs hießen einstmals upcdowncleftcrightcabcstart, aber das kann ja keiner aussprechen. Übrigens: Das ist ein Cheatcode zu Sonic The Hedgehog #nerdwissen. Der Award für Innovationen bleibt ihnen leider verwehrt: Als die Band kommt auf die Bühne und ihr Set beginnt ist zunächst alles okay. Sanfte Klänge gepaart mit gelegentlichen Ausbrüchen. Keyboards und Synthies sorgen für elektronische Untermalung. Gesungen wird auch, geht aber eher unter zwischen den instrumentellen Parts. So weit, so gut. Mit fortschreitender Spieldauer wirkt es allerdings mehr und mehr so, als hätte man alles schon einmal gehört. Die ruhigen Melodien klingen eins zu eins nach Explosions in the Sky, während die elektronischen Passagen sehr stark an God is an Astronaut erinnern. Der Cellobogen an der Gitarre und manche Klimaxparts erinnern dann wiederum an eine gewisse Band aus Island. Als zum Abschluss des letzten und wirklich guten Liedes alle Bandmitglieder zu einem von Caspian bekannten Trommeloutro ansetzen macht sich Ernüchterung breit. Upcdownc machen insgesamt ihre Sache sehr gut, sollten allerdings stärker versuchen ihren eigenen Stil zu finden.

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Mit Motek macht sich eine weitere Band aus Belgien bereit, das Zelt zu beschallen. Dies passiert in diesem Fall auf eine ruhige Art und Weise. Ein leicht elektronisch aufbereiteter Shoegaze-Vibe schweift durch das Zelt während die Herren langsam ihre ausschweifenden Klanggebilde auf die Zuschauer loslassen. Es ist eher ein seichtes musikalisches Treiben. Untermalt wird das Ganze von Videos, die wieder Weltraumszenarien zeigen. Der gestrige Auftritt von Exxasens lässt grüßen. Vielleicht bahnt sich an dieser Stelle auch ein neuer Trend an. Außerdem schmücken drei große, leuchtende Kugeln die Bühne. Die Verbindung aus Visuellem und Klanglichen sorgt für einen guten Auftritt, der leider beim letzten Song durch technische Probleme etwas beeinträchtigt wird.

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The Seven Mile Journey aus Dänemark machen dort weiter, wo Motek gerade aufgehört haben. Ruhige Klänge und sanfte Riffs. Leider wird es langsam aber sicher zu ruhig. Die Band setzt vor allem auf lange Songs mit gemächlichem Spannungsaufbau. Bedauerlicherweise verlieren sich einige der Songs im Spannungsaufbau und kommen einfach nicht zum Punkt. An dieser Stelle wäre hier und da ein Bisschen mehr Härte wünschenswert gewesen. Der Rest der Zuschauer scheint es ähnlich zu sehen, denn das Zelt ist nicht besonders gut gefüllt. Anmerkung des einen PiN-Reporters: Schade, dass ihr früh gegangen seid, denn der letzte Song hatte es in sich. Aber wer lieber Mittagessen geht, verpasst halt manchmal das beste. (Aber das Essen war auch nicht zu verachten.)

Marius eröffnet heute die Open Air Stage bei viel besserem Wetter als gestern. Der Herr aus aus den USA stellt zu Beginn einen recht simplen Elektrobeat ein und spielt dazu auf seiner Gitarre. Zwischendurch werden noch ein paar elektronische Spielereien eingefügt, aber insgesamt ist es alles andere als spannend. Nach der Hälfte der Spielzeit hat man alles gehört und dementsprechend zieht sich der Auftritt trotz „nur“ 40 Minuten Spielzeit. So wird dies der erste wirklich enttäuschende Auftritt des Wochenendes.

Nach diesem doch recht langweiligen Auftritt ruht die Hoffnung auf Tides From Nebula aus Polen und diese werden den Erwartungen mehr als gerecht. Die Band betritt zu einem langen, ruhigen Intro die Bühne. Doch das ist auch das letzte in der nächsten Stunde, was man als ruhig bezeichnen kann. Nach einem weiteren kurzen von der Band gespielten Intro geht es auch direkt ohne viel Federlesen los. Ein guter schneller Einstieg ins Set, das Gitarrenspiel ist astrein und ergänzt sich super mit den Pianosamples. Die Gitarrenmelodien und druckvollen Ausbrüche erwecken das Publikum nach den letzten drei ruhigen Acts erneut zum Leben. Das Zelt ist jetzt auch gerammelt voll und die Band erhält für ihre Arbeit den angemessenen Beifall. Die Setlist wird dominiert vom aktuellen Album „Eternal Movement“. Zwischen den Songs wird sich artig bedankt und man hat das Gefühl, dass die Band etwas überwältigt ist von der Welle der Begeisterung die ihnen entgegenschlägt. Zum Abschluss des Sets spielen dann auch noch beide Gitarristen ihre letzten Parts im Publikum. Ein wirklich besonderer Moment und würdiger Abschluss dieses exzellenten Auftritts.

Draußen geht es anschließend mit Industroika weiter. Dabei handelt es sich um ein Trio, die mit Keyboard, Bass, Gitarren und ungefähr 300 Effektgeräten einen experimentellen Sound auf die Beine stellen. Vor der Bühne ist es gut gefüllt. Die meisten Leute sitzen und genießen die ganze Palette an Loops und Samples bei ihrem warmen Abendessen. Begeisterungsstürme wie die vorherige Band können die Belgier zwar nicht auslösen, aber ein durchaus solider Auftritt ist es auf jeden Fall.

Anschließend zeigen Sleepmakeswaves aus Australien ganz großes Tennis im Zelt. In Sachen Energie und Spielfreude steht dieser Auftritt dem gestrigen von And So I Watch You From Afar in Nichts nach. Die Herren bauen eine gigantische Klangwand auf, die die Besucher fast erdrückt. Zwischendurch werden immer wieder ganz dosiert melodische Abschnitte eingefügt, doch das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf den schnelleren, härteren Parts. Das Gitarrenspiel ist dabei wirklich super und zieht jeden in seinen Bann. Es gibt kaum eine Verschnaufpause, ein guter Song reiht sich an den nächsten und dem Publikum bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Angesichts der erst dritten Europatour der Band ist es wohl recht sicher, dass die Herren in die Liga der ganz großen Bands im Bereich Post-Rock vorstoßen werden. Verglichen mit dem letztjährigen Auftritt im Rahmen der Tour mit 65daysofstatic ist der heutige um Welten besser. Eine deutliche Entwicklung ist zu erkennen. Mit dem Hinweis auf das neue Album, welches im Sommer erscheinen soll, verabschiedet sich die Band nach einer Stunde. Später wird am überfüllten Merchstand noch auf eine mögliche Europatour zum Ende des Jahres berichtet. Man darf gespannt sein.

Die Outdoor Bühne wird heute von Lymbyc Systym abgeschlossen. Das Duo aus den USA war in der Vergangenheit schon Support von einigen großen Acts wie bspw. Broken Social Scene und lässt auch heute nichts anbrennen. Mit Hilfe von Keyboard und Drums wird ein sehr eingängiger Sound erzeugt, der irgendwo zwischen Post-Rock, Elektro, Indie und Funk anzusiedeln ist. Die Musik wird zu keiner Zeit langweilig und die Stunde Spielzeit vergeht wie im Fluge. Immer wieder sind kleine elektronische Experimente herauszuhören, die das größtenteils sitzende Publikum unterhalten.

Als Headliner des zweiten Tages stehen Ufomammut aus Italien auf dem Programm. Während des Intros beginnen auch schon die Videos über die Leinwand hinter der Bühne, welche abschließend in großen Buchstaben die Band ankündigen. Dann geht es los. Die Band besteht aus drei Leuten, Bass, Gitarre und Drums, mehr wird hier nicht benötigt. Schleppende Riffs werden einem um die Ohren gehauen, dazu eingestreuter Gesang mit viel Hall. Die Band erzeugt auch mit Hilfe der Videos eine ungemein psychedelische Atmosphäre. Gepaart mit den langsamen, aber unglaublich mächtigen Sludge-Parts der Band ist es eine wirklich saugute Kombination. Der Name Ufomammut passt ungewöhnlich gut. Dass die Herren instrumentell auch einiges draufhaben wird zwischendurch in Form von ziemlich komplexen Gitarrengefrickel unter Beweis gestellt. Das Publikum ist wie hypnotisiert und hebt und senkt wie in Trance die Köpfe. Der Drummer, der aussieht wie der Teufel persönlich, spielt auch gerne mal die ruhigen Stellen im Stehen (und die gesamte Zeit oben ohne). Für Unterhaltung ist also auf allen Ebenen gesorgt. An dieser Stelle hat das Dunk!Festival sicher einen recht außergewöhnlichen, aber würdigen Headliner gebucht. Daumen hoch dafür und für diesen hypnotisierenden Auftritt.

Nach Ufomammut gibt es noch ein kleines Special im Aufenthaltsraum. Bei Le Seul Élément handelt es sich um ein Projekt, eine Performance, welches in einer weißen Box und viel Nebel spielt. Von der Innenseite der Box werden Videos auf die halbtransparenten Seiten projeziert. Darüber hinaus sind nur die Schatten des Herren zu sehen, der mithilfe von Drums und Keyboard einen Sound irgendwo zwischen Ambient und Noise erzeugt und sich dabei zeitweise passend bewegt. Das Ganze ist sicherlich ein interessantes Projekt, funktioniert aber im Aufenthaltsraum direkt neben dem Bierstand mehr schlecht als recht. Immer wieder stören Unterhaltungen und Rülpser das Szenario und trüben so die Stimmung. Schade. In einem anderen Kontext könnte man sich diese Performance aber gerne nochmal angucken.

Dann heißt es zu später Stunde ab ins inzwischen recht kuschlige Zelt legen und dem dritten Tag dieses in allen Belangen ungewöhnlichen Festivals lauschen.

Sonntag:

Es ist Ostersonntag und gleichzeitig der leider schon letzte Tag des Festivals. Heute gibt es deswegen auch gekochte Eier zum Frühstück. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an das ganze Festivalteam. Einfach klasse, was dort auf die Beine gestellt wird. Großartig. Wirklich. Nach dem Frühstück heißt es schon wieder: Zelte abbauen und pünktlich zum Beginn der ersten Band alles im Wagen verstauen, sodass einem entspannten letzten Festivaltag nichts mehr im Wege steht. Die zweite Nacht war etwas wärmer als die erste, dafür ist der zweite Tag im Gegenzug ein wenig kälter und verregneter als der erste. Das tut der Stimmung und der Atmosphäre aber keinen Abbruch.

Die erste Band des heutigen Tages hört auf den Namen Miava und ist kurzfristig ins Line Up gerutscht. Durch die Absage von The Best Pessimist werden alle Bands auf dem Timetable um eine Position nach hinten verschoben und Miava dürfen um 13 Uhr ihr Können zeigen. Der Post-Metal/Sludge der Belgier eignet sich perfekt als Opener, um die Besucher von der letzten Müdigkeit zu befreien. Harte Riffs und ein mächtiger Sound sorgen dafür, dass die Band der beste aller drei Opener ist. Hier hat man wirklich kurzfristig einen sehr guten Ersatz gefunden.

Lost in Kiev sind die nächste Band, welches nach einem langen Intro die Bühne betritt. Hier wird ein Mix aus Post-Rock und Elektro geboten. Ab und an klingt sogar ein Bisschen Hardcore aus den Klängen heraus. Zumindest zu Beginn. Mit fortschreitender Zeit gewinnen allerdings mehr und mehr ruhige Klänge die Oberhand und es gleich mehr einem „normalen“ Post-Rock Sound (was überhaupt nicht böse gemeint ist). Der Auftritt ist durchaus gelungen und die 10 minütige Überschreitung der Spielzeit stört garantiert auch niemanden.

Indignu aus Portugal zeichnen sich durch einen vielfältige Nutzung ihrer Instrumente aus: Da wird mit einem Xylophonschläger auf eine Gitarre geklopft oder die Gitarre mit einem Geigenbogen gespielt. Zusätzlich ist eine Violinistin Bestandteil der Band. Die Violine gewinnt im Verlauf des Sets mehr und mehr an Bedeutung, was allerdings auch gut so ist, denn die Parts ohne Violine sind doch leider recht langatmig und nicht besonders spannend. Der Violinensound kann dies zwar retten, aber verglichen mit den meisten Acts des Wochenendes ziehen Indignu doch eher den Kürzeren. Dass die Band trotzdem auf hohem Niveau agiert und besonders zum Ende ihres Sets alle Register ziehen, spricht allerdings ein weiteres Mal für das durch die Bank weg gute Booking des Festivals.

Direkt im Anschluss gibt es mit Aesthesys die nächste Band, bei der eine Violine zum Sound beiträgt. Doch auch hier zeigt sich ein ähnliches Problem. Der Violinensound ist wirklich schön und das Highlight eines jeden Songs. Der Gitarrensound gerät dagegen viel zu dünn und man wartet sehnlichst auf das nächste Einsetzen des Streichinstrumentes. Dem Publikum gefällt es zwar sehr gut, aber bei den PiN Redakteuren will der Funke einfach nicht so recht überspringen.

Die nächste Band Kerretta setzt dagegen eher auf Brachialität. Wie schon beim Opener steht Post-Metal auf dem Programm und ein mächtiger Sound erschüttert das Zelt. Leider gerät der Gitarrensound etwas ins Hintertreffen: Es würde der Band wirklich gut tun, wenn sie einen zweiten Gitarristen hätten. So fehlt dem Sound auf die komplette Dauer des Sets gesehen doch ein Bisschen das Druckvolle, obwohl sie mit dem letzten Song ein wirklich Highlight an die Zuschauer bringen.

Nun geht es endlich wieder ins freie zur Open Air Stage, wo sich Halo Of Pendor bereitmacht. Endlich, weil die Temperaturen im Zelt bei zunehmender Besucherzahl auch steigen. Die Abkühlung vor der Stargazer-Stage ist dabei durchaus wünschenswert und perfekt eingeplant. Bei Halo of Pendor handelt es sich um das Soloprojekt eines Mitglieds von EF, welche zu späterer Stunde auch noch ihren Auftritt haben werden. Er spielt Gitarre und singt dazu in bester Indie/Singer-Songwriter-Manier. Im Hintergrund ist nur ein sanftes Rauschen oder simple Sounds zu hören. Das ganze Publikum sitzt und hängt an seinen Lippen. Seine Stimme ist zwar sicherlich ausbaufähig und es gibt auch ab und an technische Probleme, aber der Herr ist in seinen Ansagen so sympathisch, dass man ihm wohl alles verzeihen würde. Zum Beispiel gibt er offen zu, den Text eines neuen Songs vergessen zu haben, was er mit seiner Nervosität erklärt, und spielt stattdessen einen anderen. Nimmt ihm auch keiner übel, stattdessen wird ihm fröhlich zugegrinst. Insgesamt ist es eine willkommende Abwechslung im Instrumentalklimaxdschungel.

Nach diesem eher ruhigen Einschub zerlegt das Post-Metal-Monster Year Of No Light das Zelt in seine Einzelteile. Drei Gitarren und zwei Drums – mehr muss man wohl nicht sagen. (Nur Euryale machen mehr.) Alles beginnt mit einem simplen Trommeln, dann setzt das Keyboard ein, welches im Verlauf des Sets von quasi allen Mitgliedern bespielt wird. Dann kommt es zum großen Knall und alle setzen ein. Was für ein Sound. Was für eine Klanggewalt. Mächtig, mächtiger, Year Of No Light. Und dabei scheint es nur zwei Stilvarianten zu geben: Langsam und noch langsamer, aber immer gewaltig. Die Besucher müssen sich fast festhalten um nicht nach hinten gedrückt zu werden. Zwischendurch werden zwar schnellere Parts eingestreut, allerdings nur zum fixen Übergang zum nächsten langsamen Part. Das Keyboard gerät dabei wie schon gesagt zum Instrument aller Mitglieder. Es werden munter die Plätze getauscht und jeder darf mal spielen. Untermalt wird alles von Nebel und dem vollen Repertoire der Lichtanlage. Zum Abschluss wird das Keyboard von zwei Leuten gleichzeitig bespielt während der Rest der Band dem Publikum ein letztes Mal zeigt, wer den Award für den mächtigsten Sound des Wochenendes gewinnt. Einfach ein super Auftritt.

Draußen macht sich nun Thisquietarmy bereit. Der Herr ist quasi jedes Jahr in Europa auf Tour und ein gern gesehener Gast, auch auf dem dunk!Festival. Es wird Drone geboten, sicher nicht jedermanns Sache, aber doch irgendwie interessant. Während über die kleine Leinwand Videos laufen, welche wie so auf dieser Bühne oft in der Helligkeit untergehen, wird eine Klangwand aufgebaut, die allerdings nach kurzer Zeit viel von ihrer Spannung einbüßt. Es fehlt einfach an Abwechslung und somit verliert die Musik schnell seinen Reiz.

EF sorgen an dieser Stelle als nächste Band für deutlich mehr Abwechslung im Zelt. Ein mächtiger, aber dennoch ruhiger Sound durchklingt das Zelt. Schöne Melodien machen die Band zu einem eher gesitteten Vertreter des Genres. Gesang gibt es auch. Dieser ist aber teils eher fehl am Platz und trägt nicht unbedingt zu einer guten Atmosphäre bei. Zwischendurch gibt sich auch eine Gastsängerin die Ehre, aber irgendwie will der Auftritt an dieser Stelle nicht ganz zünden. EF wirken in all ihrer langsam-entspannten Songgestaltung leider ein Stück zu weich, wenn schon nicht zu leise. Insgesamt ist es aber vor allem bedingt durch den letzte Song „Tomorrow My Friend…“ eine sehenswerte Angelegenheit und auch durchaus entspannend, im Kontrast zum sonstigen Rumgewuchte des Festivals. Der Auftritt in Oberhausen im letzten Jahr wird auf jeden Fall locker überboten.

Als Abschlussact der Open Air Bühne stehen nun Nadja in den Startlöchern. Wieder wird Drone geboten, nun aber zu zweit. Aber auch die doppelte Anzahl Menschen auf der Bühne macht keinen doppelt interessanten Drone. So leidet auch dieser Auftritt an einem altbekannten Problem: fehlende Abwechslung. Während der 60 Minuten des Auftritts gibt es vielleicht sechs offensichtliche Veränderungen des Sounds. Ansonsten ergehen minutenlang dieselben Sounds über die Besucher. Die elektronischen Elemente sind dabei sicherlich interessant, aber eben nur für fünf Minuten. Es ist einfach zu speziell, zumindest für unsere Ohren. (Gute Zeit für eine letzte Essens- und Toilettenpause)

Bevor der allerletzte Act die Bühne betritt wird der ausrichtenden Familie Lievens noch ein Geschenk überreicht: Ein Bassdrumfell mit Unterschriften aller diesjähriger Bands. Jeder Zuschauer kann wohl nur zustimmen, wenn den Initiatoren, Organisatoren und freiwilligen Helfern auf’s herzlichste mehrfach gedankt wird. Auch Familie Lievens ist sichtlich gerührt und haben nur noch eins zu sagen: „Viel Spaß mit God Is An Astronaut.“ Zum letzten Auftritt dieses Jahres ist wohl auch die größte Zuschauermenge anwesend und die Band lässt sich nicht lumpen: Beginnend mit „Echoes“ wird ein Set vom allerfeinsten geboten. Alte Songs, mittelalte Songs, neue Songs, alles wird geboten und alles trifft den Nerv der Zuschauer. Allerdings sind es immer noch die älteren Stücke wie „Fragile“ und „Forever Lost“, welche teils in neuen Arrangements für absolute Begeisterung sorgen. Wenn es um den Mix aus harten Gitarrensounds und sanften Elektromelodien geht, kann wirklich niemand der Band etwas vormachen. Der Mann an der Lichttechnik zeigt auch ein letztes Mal sein ganzes Können und so wird der Auftritt zum perfekten Zusammenspiel aus Licht und Sound. Es bleibt sogar Zeit einen komplett neuen Song (vom bald erscheinenden neuen Album) ins Set einfließen zulassen, welcher ebenfalls begeistert aufgenommen wird. Danach wird aber mit „Fire Flies and Empty Skies“ ein weiterer Klassiker gespielt, der ein weiteres Mal für Gänsehautmomente sorgt. Darüber hinaus muss man sagen, dass der Schritt zu einem weiteren Mitglied der Band gut getan hat. Insgesamt ist der Sound deutlich kräftiger und irgendwie schleicht sich das Gefühl ein, dass God Is An Astronaut ihre Liebe zum Metal nun voll ausleben. Anders ist das Doublebass Gewitter am Ende von „Suicide by Star“ nicht zu erklären. Gänsehaut. Gänsehaut. Gänsehaut. Abgeschlossen wird das großartige Set und damit auch das Festival nach 80 Minuten mit „Route 666“. Es hätte allerdings gerne noch weiter gehen dürfen.

Auch das Festival hätte gerne noch weiter gehen dürfen. Anschließend wird sich aber schon wehmütig auf den Heimweg gemacht. Bereits im Auto wird deutlich, dass alle Mitfahrenden ein durchweg positives Fazit ziehen und dem Festival im nächsten Jahr gerne aufs Neue einen Besuch abstatten würden. Es ist auch wirklich jedem zu empfehlen einmal dieses nicht-ganz-kleine aber feine Festival zu besuchen. So viel sympathische, helfende Hände an allen Ecken und Enden schaffen eine geradezu familiäre Atmosphäre, die man bei solchen Veranstaltungen eher selten erlebt. Es bleibt einfach nur zu sagen: Danke für dieses und bis zum nächsten Jahr, Zottegem.

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