Wir schreiben Sonntag, den 09.10.2016. Ein grauer verregneter melancholischer Herbstnachmittag in Leipzig. Eigentlich ein perfekter Tag um auf den Sofa zu hängen und sich von Netflix-Serien berieseln zu lassen.


Denkt man? Ist dem aber nicht so, als sich vor einer der schönsten Locations in Leipzig, dem „Täubchenthal“ eine meterlange Menschenschlange gebildet hatte. Sie waren alle da um die britische Indie Rock Band Daughter zu sehen. Schon ein paar Tage vorher, war auf diversen sozialen Plattformen zu lesen, dass das Konzert wohl restlos ausverkauft wäre. Kein Wunder, denn mittlerweile hat Daughter eine weltweit große Fanbase und die Konzertlocation war perfekt auf den atmosphärisch-/düstermelancholischen Sound im großen Saal ausgelegt.

Leipzig war einer der ersten Stationen auf der kleinen Tour durch Europa. Im Gepäck von Daughter befand sich ein junger britischer Musiker namens Dan Croll. Ein schier unbekannter Interpret, der sehr stark an die deutsche Band „I Heart Sharks“ erinnerte. Er wusste auf alle Fälle, wie man das Publikum begeistert und brachte viele mit seinen Syntheziserloops zum Tanzen.

Kurz nach 20:00 Uhr. Ein großer Saal, blau/türkis schimmerndes, kaltes Licht. Perfekt abgestimmt zur melancholischen Stimmung. Das Licht wird langsam dunkler, der Vorhang fällt. Es war endlich soweit. Eine zierlich kleine Person mit weißen Teint und markant roten Lippen betritt die Bühne und spricht mit eingeschüchterte Stimme „Hello. We Are Daughter“.

Die Band begann zu spielen und man dachte sich, ist das die gleiche zierliche, zerbrechliche, eingeschüchterte Frau die man vor ein paar Sekunden noch an die Hand nehmen und ein Küsschen auf die Wange geben wollte. Eine helle energiegeladene Stimme durchströmte plötzlich den Saal des Täubchenthals und ein warmes zufriedenstellendes Gefühl machte sich breit, als sie sowohl neue Sachen von ihrem aktuellen Album „Not Do Disappear“, als auch ältere Sachen von „If You leave“ spielte.

„Cause most of our feelings, they are dead and they are gone“, viele geschlossene Augen, Menschen die in sich gekehrt waren und inbrünstig den Text von „Youth“ mitsangen. Eine gespenstige Stimmung legte sich über den Saal. Gänsehaut überzog die Körper. Spätestens nach ihrem ersten Hit, hatte Sängerin Elena Tonra das Publikum in ihren Bann gezogen.

Nach recht langen 1 ½ Stunden und 2 Zugaben war das Konzert zu Ende und man wünschte sich die Zeit zurück zu drehen. Es war ein sehr netter Abend, mit einer super sympathischen Band „Daughter“, die kleine Unsicherheiten weg lächelte und einer coolen Location, die besser nicht hätte sein können. „We are the reckless, we are the wild youth.“

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