Aus dem Gebäude 9 dröhnt ein furchtbarer Synthi-Sound. Wer spielt denn da auf diesem Fisherprice Keyboard? Auf der Bühne stehen die fünf Briten der Post-Rock / Instrumental Band Maybeshewill. Als Support für … And You Will Know us By The Trail Of Dead eröffnen sie an diesem Abend die Show und entführen uns an einen Ort voller identischer Instrumental-Wände, die nur durch ein wirklich unschön klingendes Keyboard unterbrochen werden. Ich habe leider zuvor keinen Song der Band auf Platte gehört und finde es auch schwer, mich auf ihre Songs einzulassen. Nachdem auch das Restkontingent an der Abendkasse neue Besitzer gefunden hat füllt sich der Raum langsam aber sicher.

Ich bin mit Anfang 20 wahrscheinlich der Jüngste auf dem Konzert. Überall Alt-Herren-Rocker und Metalheads, die meisten mit weiblicher Begleitung und natürlich obligatorischer Lederjacke. Das es Trail Of Dead schon seit 1994 gibt könnte, dieses Phänomen tatsächlich erklären. Und dann stehen die Jungs auch schon auf der Bühne. Die beiden Köpfe Conrad Keely und Jason Reece sind in Topform und die einzigen aus der Band, die es anscheinend genießen auf der Bühne zu stehen. Mit viel zu enger Lederjacke und Offiziers Hut scheint sich Autry Fulbright II eher zu langweilen. Das kann man vom Publikum allerdings nicht behaupten. „Will You Smile Again?“ eröffnet die Show und lädt das Publikum dazu ein komplett auszurasten. An dritter Stelle folgt der erste neue Song „Lost Songs“ aus dem gleichnamigen neuen Album, welches übrigens in Hannover aufgenommen wurde. Drummer Jamie und Gitarrist Jason tauschen für diesen Songs die Instrumente, was bei ihren Konzerten aber keine Seltenheit ist. Jason scheint ein verdammt guter Drummer zu sein oder ist Jamie ein guter Gitarrist? Egal, denn das Konzept geht auf jeden Fall auf.

Mein persönliches Highlight – der Song „Weight Of The Sun“, der sowohl Live als auch auf Platte einfach großartig ist. Nach 15 Songs + Intro ist die Show vorbei.

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