Unser Autor Paul Schall hat anlässlich der neuen Platte Nein ein kurzes Interview mit Raucнen geführt.

Hallo Zusammen, 
drei EPs, ein Album, drei Stilrichtungen. Auf Nein überwindet ihr musikalische wie geistige Grenzen. Welches Konzept steckt hinter der Idee? 

Die Idee hinter „Nein“ war es, weg vom klassischen Release zu kommen. Anstatt nochmal eine herkömmliche Hardcore-Platte zu veröffentlichen, hatte unser Gitarrist Philo schon früh die Idee, drei musikalisch unterschiedliche EPs zu veröffentlichen, die aber thematisch miteinander verknüpft sind. „Nein“ vereint die drei EPs auf einer LP.

Auffällig ist ja, dass ihr musikalisch schon ruhigere Töne in euer Repertoire mit aufgenommen habt als bei den beiden letzten Veröffentlichungen. Gab es einen bestimmten Anlass dafür oder es dies ein Produkt des Zufalls? 

Dass die Songs für unsere Verhältnisse teilweise deutlich ruhiger geworden sind, war eine ganz bewusste Entscheidung, unsere Komfortzone zu verlassen und so viel wie möglich aus den Songs herauszuholen. Vor allem auf EP III gab es für uns keine musikalischen Grenzen: Hier haben wir sehr viel experimentiert: Unser Bassist hat seine alte Trompete herausgeholt, wir haben im Flur des Studios auf diverse Percussions geschlagen und aus Keyboards abgefahrene Sounds geholt. EP III steht damit auch im Kontrast zu EP II, die wir roh und ohne zusätzliche Effekte und Overdubs aufgenommen haben.

Beschreibt doch mal den Entstehungsprozess von Nein

Im Vergleich zu unseren letzten Platten hatten wir im Vorfeld keine alten Sogs, die nur noch aufgenommen werden mussten. Vielmehr haben wir bei Null angefangen und hatten beim Songwriting stets das Konzept der drei EPs im Kopf. Vor allem in der Zeit zwischen den Lockdowns haben wir sehr intensiv geprobt und an den Songs getüftelt. Unser Proberaum ist gleichsam das Studio von unserem Freund Kristian Kühl (Schrottgrenze, Findus, Shatten), daher war es nur der logische Schritt, direkt bei Krisitan aufzunehmen. Im Vergleich zu vergangenen Aufnahmen, wo wir teilweise acht Songs in einer Nacht aufgenommen haben, haben wir uns mit Krisitan deutlich mehr Zeit genommen und auch viel ausprobiert. 

Kaum rückt das Releasedate und die damit verbundenen Shows näher, kommt es zu erneuten Absagen von (sub-) kulturellen Veranstaltungen? Wir müssen glaube ich nicht darüber reden, dass diese Absagen leider absolut richtig sind, aber was für ein Gefühl für als Künstler:innen schwebt da mit? 

„Lass uns die Shows so spät im Jahr wie möglich machen, dann ist Corona bestimmt vorbei“ – Das war unsere Intention, als wir unsere Releaseshows für Dezember planten Die Absage dieser Shows war natürlich das einzig Richtige, aber wir sind natürlich sehr enttäuscht und frustriert. Wir haben uns sehr gefreut, endlich wieder live zu spielen. Uns fehlt es sehr unterwegs zu sein, hoffentlich klappt es 2022 wieder.

Titelbild: Raucнen | (c) Hannah Agel

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