Der Extertaler Rapper Casper legt nach vier Jahren Albumpause nach.

2017 erschien mit Lang lebe der Tod das letzte Casper Solo-Album. Damals konnte man von einer schweren Geburt sprechen, schließlich wurden Touren, Albumreleases und dergleichen damals weit nach hinten geschoben. Dieses Mal scheint die Promomaschine jedoch ungleich besser geölt. Eine Clubtour ist quasi in Minuten ausverkauft, Hallenkonzerte gehen in den VVK und eine erste Single ist veröffentlicht: Alles war schön und nichts tat weh

Wer klaut denn da von wem? Alles war gut und nichts tat weh sangen Muff Potter zur Verabschiedung auf ihrem letzten Longplayer Gute Aussicht. Und die Nähe zwischen Casper und verkopftem Deutschpunk ist jetzt auch nichts neues. Das Originalzitat geht jedoch zurück auf die Novelle Slaughterhouse 5 von Kurt Vonnegut. Und neben Muff Potter hat auch schon Moby das Ding in die Popkultur einfließen lassen. Sei es drum, die erste Single ist gesetzt und bildet den Opener des am 25. Februar 2022 erscheinenden Albums Alles war schön und nichts tat weh

Gospel und Postrock

Der bombastisch angehauchte Intro-Track setzt auf die bewährten Zutaten von Casper-Songs, welche man auch schon zu Beginn von Lang lebe der Tod oder Hinterland frei Haus geliefert bekam. Die Nummer bedient sich bei Post-Rock- oder Gospel-Elementen und ist eigentlich viel zu verkopft um mit dem Mainstream Schritt zu halten. Aber das war einem Casper schon immer egal. Lyrisch trifft er in die Herzen junger Menschen und bei Textzeilen wie „Ich wurd’s leid meine Zukunft zu diskutieren / Fing’ an meine Freunde zu ignorier’n / Und mich von Familie zu distanzier’n“ oder „Ich hab’ heute wieder dran gedacht / Dass ich mir zu viel Gedanken mach“ ist das schon ein Level weiter als Teenage Angst.

Casper – Alles war schön und nichts tat weh

Stimmlich erleben wir in Alles war schön und nichts tat weh den wandelbarsten Casper aller Zeiten. Er singt, rappt und schreit in sämtlichen vorstellbaren Variationen. Und irgendwie schwillt eine Stimmung, bis der Track eine musikalische Post-Rock-Explosion andeutet, sich dann aber immer wieder fängt. 

Das Ende ist auch hier vor allem: der Beginn von etwas Neuem, Aufregendem. 
 
Casper live: Alles war schön und nichts tat weh-Tour 2022 
17.03.2022 Hannover, Capitol (ausverkauft) 
18.03.2022 Tübingen, Sudhaus (ausverkauft) 
19.03.2022 CH-Bern, Bierhübeli 
21.03.2022 Leipzig, Felsenkeller (ausverkauft) 
22.03.2022 München, Muffathalle (ausverkauft) 
23.03.2022 AT-Wien, Arena (ausverkauft) 
25.03.2022 Dortmund, FZW (ausverkauft) 
26.03.2022 LU-Luxemburg, Den Atelier 
28.03.2022 Köln, Carlswerk Victoria (ausverkauft) 
29.03.2022 Mannheim, Alte Feuerwache (ausverkauft) 
31.03.2022 Berlin, Metropol (ausverkauft) 
01.04.2022 Münster, Skaters Palace 
02.04.2022 Bremen, Schlachthof (ausverkauft) 
04.04.2022 Hamburg, Uebel & Gefährlich (ausverkauft) 

27.11.2022 Leipzig, Haus Auensee 
29.11.2022 Stuttgart, Porsche-Arena 
30.11.2022 CH-Zürich, Halle 622 
01.12.2022 Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle 
03.12.2022 Hamburg, Sporthalle 
05.12.2022 München, Zenith 
06.12.2022 AT-Wien, Gasometer 
09.12.2022 Bochum, RuhrCongress 
10.12.2022 Münster, Halle Münsterland 
13.12.2022 Köln, Palladium 
14.12.2022 Hannover, Swiss Life Hall 
16.12.2022 Berlin, Max-Schmeling-Halle 

Titelbild: Casper | (c) Chris Schwarz

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