Samuel S.C. sind zurück und schenken uns ihren ersten neuen Song seit einer ganzen Ewigkeit.

Texas Is The Reason, Emo-Darlings aus New York City veröffentlichten 1995, ein Jahr vor dem Release ihres bahnbrechenden Albums, eine Split-Seven Inch mit Samuel aus Falls Church, Virginia welche als Co-Release über Simba Recordings und Art Monk Construction erstanden werden konnte. In einer Zeit, die für viele wie die Goldene Epoche des Emo, Indie-Rock und New School fungiert, existierten prägende Bands meist nur für ein paar Jahre und noch bevor das finale Jawbreaker-Album über The David Geffen Group herauskam, Jimmy Eat World zu Capitol Records wechselten, gingen Samuel schon wieder getrennte Wege.

Vanessa Downing spielte von 1990-1993 bereits mit Schlagzeuger Eric Astor bei Junction, die durchaus im Fahrwasser von Drive Like Jehu, Slant 6 und Ashes (mit Be Well und Battery-Sänger Brian Mc Ternan) ganz grob wie eine Melange aus den 3 unterschiedlich klingenden Bands durchgeht. Nach dem Split von Junction, entwickelte sich der Sound bei Samuel in merklich flottere, eingängigere Zonen, die dynamisch rockend noch mehr Ohrwurmcharakter entwickelnd, wunderbar mit Vanessas Stimme und dem männlichen Hintergrundgesang harmonierten, denen nach 27 Jahren nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren ging. Live Of Insects hat zwar mittlerweile ungefähr 26 Jahre auf dem Buckel, aber versprüht nach wie vor eine Menge Euphorie, punktet nach dem Break mit gefühlvoll, melancholischen Schauern, vertont eine Ära, in der Samuel auch aufgrund ihrer kurzen Existenz leider absolut unterbewertet geblieben sind und trotzdem ihrer Zeit voraus waren.

In den letzten zehn Jahren kam es zu vielen Wiedervereinigungen innerhalb der immens umfangreichen Emo-Punk-Indie-Rock Community, Texas Is The Reason spielten Abschiedsshows in Europa, Rainer Maria, Archers Of Loaf, Pohgoh, Braid kamen mit neuen Langspielern um die Ecke, während Samiam und Jimmy Eat World nie weg waren und alle Jahre wieder um den Globus reisen, die Wünsche der Emo-Indie-Rocker:innen zufriedenzustellen.

Spätestens im Mai 2021 verdichteten sich die Anzeichen denen vereinzelt Posts auf Instagram vorausgegangen waren, Samuel tauchen aus der Versenkung auf, um Songs auf Mastertape zu bannen, die schon vor bald 30 Jahren eingespielt werden sollten und am 02.10.2022 fand sich dann auch Vanessa im Studio ein, um die nie zuvor eingefangenen Kompositionen neu zu interpretieren.

Konkreter nahmen die ersten Vorboten am 14.10.2022 eine hörbare Gestalt an und Samuel teilten ihren ersten neuen Song, offiziell auf Bandcamp und YouTube, dem nicht nur Anfang 2023 ein komplettes Album folgen wird, nein an die alten Songs wurde Hand angelegt und ein ordentliches Update verpasst. Dem digitalen Release im November wird nach dem Jahreswechsel die Vinylversion der Anthology 1994-1995 nachgeschickt und Benjamin Green überarbeitete die ursprünglich von Fred Weaver ins Rampenlicht gesetzten Tracks.

Darkest Hour/Zealot R.I.P.-Gitarrist Mike Schleibaum, der aktuell auch mit Battery und Be Well die Konzertlocations zum Kochen bringt, verewigte seine Arbeit als Producer in Static &The Beat, achtet haargenau auf die Samuel-typischen Merkmale von dem anzunehmen ist, dass das ganze Album vom Urgestein produziert werden wird.

Samuel heißen jetzt Samuel S.C., denn aufgrund des Überangebotes mit gleichen Namen im Bandcamp-Kontext, entschieden Vanessa, James Marinelli, Eric Astor und Dean Taormina folgerichtig sich umzubenennen. Aber wie verdammt nochmal haben es die vier Musiker:innen geschafft, scheinbar mit einem Fingerschnipsen ohne einen Zentimeter an musikalischem Boden zu verlieren, die Zeit zurückzudrehen und ihren, nicht wenigen Fans die Freudentränen über die Wangen zu kullern zu lassen.

High Places wird Anfang des Jahres über Org. Music veröffentlicht und falls sich die angespannte Lage der Presswerke und Rohstofflieferanten etwas lockert, sollten die Pre-Orders auch halbwegs pünktlich verschickt werden können.

Titelbild: Samuel S.C. | (c) samuelsc.bandcamp.com

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