ROCK AM RING 2024 – Zurück zu alten Stärken

ROCK AM RING 2024 – Zurück zu alten Stärken

Wir waren am Wochenende bei einem der wichtigsten Festivals des Landes, wenn nicht sogar Europa. Natürlich reden wir vom Rock am Ring, das zusammen mit dem Schwester-Festival Rock im Park wieder einmal rund 160.000 Besucher:innen gemeinsam versammelt hat. Im Vorfeld wurden Stimmen zu den hohen Ticket- und Campingpreisen laut, doch bei dem Line-Up kam man unserer Meinung nach auf jeden Fall auf seine Kosten.

Dieses Jahr wurde wieder ein verstärkter Fokus auf das eigentliche Genre des Festivals, das es ja schon im Namen trägt, gelegt: Rock. So fand man dieses Mal so gut wie keine Rap- oder Hip-Hop-Künstler:innen auf dem Plakat, bis auf den Berliner Marsimoto (Marteria), der kurzfristig für Bad Omens eingesprungen ist, die wegen Burnout ihre Festivaltour abgesagt hatten.

Für uns begann das Wochenende am Freitagnachmittag, also dann, als schon so ziemlich alle vor Ort waren und auf den Campingplätzen schon diverse Pre-Parties u. a. mit 100 Kilo Herz oder Caliban gefeiert hatten. Rock am Ring ist eben nicht nur ein Wochenende, sondern für viele ein Kurzurlaub mit Abenteuercharakter. Sobald sich dann die Pforten zum ersten Festivaltag öffneten, war die Euphorie groß und die Spiele konnten beginnen. Und so in etwa war es:

FREITAG

Am Freitag eröffnete Querbeat aus Bonn das Festival auf der Utopia-Stage und legte gleich den Grundstein für eine exzellente Stimmung. Gleichzeitig rockte Indecent Behavior als Gewinner des Warsteiner Bandcontests auf der Orbit Stage. Guano Apes und Royal Blood überzeugten mit stilvollem und klassischem Rock auf der Hauptbühne, während Enter Shikari ihre gewohnt eventreiche Show ablieferten, Sänger Rou jedoch nicht ganz so fulminant daherkam, wie man es sonst von ihm kennt. Die Liste an guten Bands ist schlichtweg zu groß, um auf alle näher einzugehen, geschweige denn alle sehen zu können. Schon an Tag 1 gab es anschließend noch zu sehen: Dropkick Murphys, die immer ein festes Brett auf Festivals sind, Queens Of The Stone Age, rund um die Ikone Josh Homme und natürlich Die Ärzte, auf die der ganze Ring wieder sehnsüchtig gewartet hat. Bela, Farin & Rod lassen es sich nach all den Jahren natürlich nicht nehmen, vor dieser gewaltigen Kulisse zu spielen und auch das ein oder andere politische Statement zu hinterlassen.


Auf der Mandora Stage spielten Bands wie Betontod, Crosses (mit Chino Moreno von den Deftones), Kreator und Avenged Sevenfold, die leider recht desinteressiert wirkten und mich persönlich nicht abgeholt haben. Schade! Und ganz wichtig für den Freitag-Recap: Beartooth und ihr Bühnen-Feuerwerk. Was Caleb Schomo & Co. sich da in den letzten Jahren aufgebaut haben, ist wirklich bemerkenswert. Wer da nicht den Drang zum Moshpit gespürt hat, sollte wohl lieber zum Arzt. Im Oktober sind sie bei uns auf Tour. Da gibt es dann die nächste Chance zur Ekstase.



Auf der Orbit-Stage gab es am ersten Tag female-fronted Powerhouses wie Scene Queen und Wargasm. Man merkt, dass sich die Veranstalter des Festivals der Kritik der Cock-am-Ring-Initative angenommen haben und versuchen, dem entgegenzuwirken. Im späteren Festivalverlauf finden wir noch Bands wie Against The Current, Babymetal oder Hanabie. Insgesamt war Tag 1 auf jeden Fall ein Festivaleinstieg, wie man ihn sich nur wünschen kann und Lust auf mehr gemacht hat.

Samstag

Der Samstag brachte Hochstimmung. Die Donots, die inzwischen am Ring zu Hause sind, so Sänger Ingo, haben genau diese Aussage untermalt und wieder mal eine Rockshow der Extraklasse hingelegt. Wann wird diese Band eigentlich müde? Im Anschluss an das Festival sind sie dann mit Headliner Green Day auf Tour gefahren – auch nicht schlecht! Ebenfalls auf der Utopia Stage gab es Billy Talent und Electric Callboy, die erstmalig den Ring bespielten und gleich ein Zeichen setzen bei der Menge an Publikum. Sollten sie nächstes Jahr wiederkommen, wetten wir jetzt schonmal, dass sie im Billing ein gutes Stück nach oben rutschen. Wahnsinn, was da los war. Ein Feature mit Babymetal, die später noch auf der Mandora Stage zu sehen waren, zum neuen Song „RATATA“ gab es natürlich ebenfalls.

Und wo wir schon bei der Mandora Stage sind: Hier hat es sich der bescheidene Hollywood-Star Keanu Reeves nicht nehmen lassen, mit seiner Band Dogstar aufzutreten und die Fans zu begeistern. Und nein, nicht nur wegen seiner Prominenz haben sie sich den Status erspielt: Auch musikalisch ist der Slot auf Festivals dieser Größenordnung durchaus berechtigt. Eine auf dem Boden gebliebene Band, die wir euch gerne ans Herz legen. Den Abschluss machen an Tag 2 die Broilers, die ihr 30-jähriges Bestehen feierten, mit einem Abschluss-Feuerwerk, das sich sehen lassen kann.

Die kleinste Bühne, also die Orbit-Stage, überzeugte mit einer bunten Mischung aus nostalgischem Post-Hardcore à la Underoath und in Teilen L.S. Dunes mit Anthony Green (Circa Survive, Saosin), sowie deutschem Hip-Hop in Form von der Antilopen Gang und Trettmann zum Abschluss. Womöglich der einzige Ort des Wochenendes, an dem die Nicht-nur-Rock-Fans unter sich sein konnten. Ein bisschen gemischt war das Programm am Ring ja eben schon immer!

Sonntag

Der Sonntag bot erneut sonniges Wetter und großartige Musik. Die Utopia-Stage stand am letzten Festivaltag ganz im Zeichen der nationalen Rock-Helden. Hier reihte sich eine Deutsch-Rock-Legende nach der anderen ein: H-Blockx, Madsen, Leoniden, Kraftklub UND die Donots als sehr spontaner Special Act (auf einer Hebebühne im Graben!) – alle waren da! Kraftklub spielten am Ring und im Park zwei ihrer sehr wenigen Shows dieses Jahr, dafür aber umso gewaltiger. Also, wie man es von Felix Kummer & Co. gewohnt ist, brachten die Menge zum Feiern. Wanda und Leoniden komplettieren das deutschsprachige Angebot auf der Hauptbühne. Den Abschluss und damit finaler Headliner des Festivals machten dieses Jahr wieder Måneskin, nachdem sie bereits im Jahr 2022 dort waren.

Die Mandora-Stage stand am letzten Tag ganz im Zeichen des Metalcore. Haltet euch fest, wer alles auf dem Programm stand in chronologischer Reihenfolge: Atreyu, Of Mice & Men, Thy Art Is Murder, Polyphia (ein bisschen ruhiger und technischer für zwischendurch), While She Sleeps, Machine Head, Corey (motherfucking) Taylor und natürlich Parkway Drive, die mit ihrer Show sicherlich wieder den Crowdsurfing-Weltrekord gebrochen haben müssten. Und alle haben abgeliefert. Auf der Orbit-Stage gab es zusätzlich noch Landmvrks und Counterparts. Alle, die Metalcore lieben, werden Tag 3 von Rock am Ring 2024 so schnell nicht vergessen.

Ausblick auf ROCK AM RING und ROCK IM PARK 2025

Die Jubiläumsausgaben von ROCK AM RING (40 Jahre) und ROCK IM PARK (30 Jahre) finden vom 6. bis 8. Juni 2025 statt. Das Jubiläumsjahr wird auch ein Rekordjahr: Insgesamt dürfen sich die Fans bei Rock am Ring und Rock im Park 2025 auf rund 100 Acts freuen – und damit auf so viele wie nie zuvor. Eigens für die Jubiläumsausgabe werden beide Festivals eine vierte Bühne auf dem Gelände verankern. Hinzu kommen neue Campingkategorien und zahlreiche weitere Neuerungen, die die Veranstalter in den nächsten Monaten bekanntgeben werden.

Der Vorverkauf für 40 Jahre Rock am Ring und 30 Jahre Rock im Park ist diesen Montag, den 10. Juni um 16:00 Uhr gestartet. Die Weekend-Tickets bei Rock am Ring kosten in der ersten Preisstufe 179 Euro, Kombitickets inkl. Camping bei Rock im Park 248 Euro. Die Tickets werden unter rock-am-ring.com/tickets und rock-im-park.com/tickets erhältlich sein.

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Von Veröffentlicht am: 13.06.2024Zuletzt bearbeitet: 13.06.20241236 WörterLesedauer 6,6 MinAnsichten: 142Kategorien: Festival, News0 Kommentare on ROCK AM RING 2024 – Zurück zu alten Stärken
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Über den Autor: Sebastian Wittag

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