Voivod ! Wer ist das? Werden sich jetzt viele fragen. Da heisst es Musikgeschichte wieder entdecken und einer solch ungewöhnlichen Band ein Ohr oder besser beide zu leihen. Die Franko-Kanadier haben nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein relevantes Album eingespielt.

Nach dem Tod ihres Gitarristen und Hauptsongwriters Denis D’amour im Jahre 2005 mussten sich Voivod neu reformieren. Nach einigen Umbesetzungen seit 1991 und einer orientierungslosen, musikalischen Phase (2003-2009) ist das Quartett fast in Originalbesetzung zurück. Daniel Mongrain heisst der neue Gitarrero und setzt die richtigen Akzente für den so typischen Sound. “Mechanical Mind” geistert schon seit letztem Jahr im Netz herum und sorgte bei Voivod Anhängern für grosse Begeisterung.

Die Kanadier um den charismatischen Drummer Michel Langevin, der auch für Artwork und die Sc-Fi Stories im Gesamtkontext der Band verantwortlich ist, veröffentlichten 1988 mit DIMENSION HÄTROSS , ein Meilenstein freidenkender Musiker. Die Mischung aus Punk, progressivem Metal mit psychedelischen Einschlag und Themen über Umweltzerstörung, virtuelle Realität und die Existenz ausserirdischen Lebens, sowie dem exzentrischen Artwork, hatte es so noch nicht gegeben. 1989 perfektionierten sie diesen Stil mit ihrem bis dato besten Album NOTHING FACE. Wichtigster Erkennungswert ihres Sounds war das variantenreiche Gitarrenspiel aus jazzigen Thrashmetalriffs gepaart mit psychedelischen Zerreffekten. Einmalig!

Der Opener des aktuellen Albums erinnert sehr an die Hochphase Ende der achtziger Jahre. Der unnachahmliche Gitarrensound. Gelungene Rhythmuswechsel und atmosphärische Bridges. Welcome Home! Gerade die ersten 4 Songs halten ein hohes Qualitätsniveau. Ob das seltsam klingende “Kluskap O’ Kom” mit seinen herrlich, oldschool mässigen Metalshouts oder “Empathy for the Enemy” dem ersten, wirklichen progressiven Song mit allen Trademarks , den verspielten Breaks, atmosphärischen Parts und eingängigen Melodien. Schade nur das der monoton, melanchonische Gesang eines Denis Belanger zu oft ins Schreien abdriftet. “Corpse Estrange” wird sogar das erstemal in französischer Muttersprache vorgetragen. Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen in diese Platte oder einer der oben genannten Werke aus dem Backkatalog reinzuhören. VOIVOD forever!!!!!!!!