Mit ihrem Album „Boxer“ feierten The National 2007 den „großen Durchbruch“ – heute zählen sie zu den größten Indierockbands, die weltweit Stadien und Arenen füllen.

Vö: 13.07.2018

4AD

iTunes

CD kaufen

Knapp zehn Jahre später feiert die Band das Meisterstück in Brüssel und nahm alles auf. Dieses Livealbum, das es zum Record Store Day exklusiv auf Vinyl zu ergattern gab, wird am 13.07. als CD und digital veröffentlicht.

Das vierte Studioalbum der US-Amerikaner ist den meisten wohl durch Songs wie „Fake Empire“ und „Mistaken for Strangers“ bekannt – The National-Fans wissen, dass das Album so viel mehr zu bieten hat. Quasi jeder Song ein Hit und auf dieser Veröffentlichung ist das auch noch live eingespielt – von einer der besten Livebands. Die Setlist entspricht der Tracklist des Albums, so ist der Opener gleich schon „Fake Empire“, auf das man bei Liveshows oft bis zum Ende warten muss. Auch die Besetzung entspricht der Albumversion, in Brüssel haben sie auch die auf dem Studioalbum vertretenen Bläser dabei, die sich angenehm in den Vordergrund drängen und eine Stimmung wie im Original verbreiten – irgendwas zwischen Aufbruch und Zusammenbruch.

Kleine Unterschiede gibt es natürlich, so ist zum Beispiel „Squalor Victoria“ der kürzeste Song auf „Boxer“, in der Liverversion glänzt der Song mit einem turbulenten Outro und mutiert so zu dem längsten Version auf der Langrille. Aber das spielt keine Rolle, noch immer ist „Boxer“, live oder eben auch nicht, das Album von The National mit den anspruchsvollsten Arrangements, mit den engmaschigsten Songs. Mehr als jedes andere Album braucht es eigentlich ein Bild zu der Livetonspur, um mitzuerleben wie Berninger sich während der Instrumentals verliert, nervös auf und ab geht, den Kopf gesenkt auf der Bühne, innerlich zerrissen und voller Hingabe zu den Songs. Eigentlich gibt es keine Möglichkeit die intensive Spielweise von den Devendorf- und Dessner-Brüder nachzuerleben. Uneigentlich gibt dieses Album aber zumindest so etwas wie eine kleine Chance.

Wirklich neutral über eines der besten Alben zu schreiben, fällt schwer und wirklich versucht wurde es hier auch nicht – dennoch: die Livebesetzung, der Sound und das Feeling der Platte sprechen dafür, dass auch kritische Ohren dieses Album anhören sollten, vielleicht werden sie ja doch noch bekehrt.

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.