Pogendroblem – Ich-Wir

Pogendroblem – Ich-Wir

Name=Programm? Pogendroblem gehören zur neuer Garde junger Deutschpunkbands, die Mittelfingerattitüde mit Idealismus verbinden.

Deutschpunk, wirklich? Ja, wirklich. Aber bitte nicht abschrecken lassen: Der Assi-Faktor bleibt auf erträglichem Niveau und dient eher als Mittel zum Zweck. Ähnlich wie bei den Geschwistern im Geiste wie Deutsche Laichen und Mühlheim Asozial zeigen sich die Exil-Provinzpunks von pogendroblem musikalisch stark von den 80ern beeinflusst, ohne dabei retro zu klingen – der Fokus liegt auf der Aussage.

Wobei, ein wenig muss man hier schon differenzieren: Ich-Wir vereint nämlich sowohl die neue vier-Song-Konzept-EP gleichen Namens auf der A-Seite, sowie die Debüt-EP raus aus 2016, die damit erstmalig auf Vinyl erscheint, auf der B-Seite.

Hört man die insgesamt 10 Songs hintereinander weg, macht sich der Bruch deutlich bemerkbar: Die Stücke von Ich-Wir klingen deutlich ausgereifter und auch die Texte sind dank angemessener Produktion und dem weitgehenden Verzicht auf Gröhlgesang direkt verständlich. Tempo und Schrammelfaktor sind allerdings auch hier konstant hoch, wie im Einstieg Focault im Großraumbüro oder dem unterschwellig melodischen Ich, welches zusammen mit dem eingängigen Wir den namensgebenden Kern der EP bildet. Letztgenannter Song fungiert auch als Soundtrack für den selbstproduzierten Interviewfilm pogendroblem präsentiert: Auf der Suche nach der Utopie:

Aus datenschutzrechtlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung um geladen zu werden. Mehr Informationen finden Sie unter Datenschutz.
Akzeptieren

Dagegen wirken die sechs Songs von raus beinahe wie von einer anderen Band: Aufgenommen in nur sieben Stunden im elterlichen Keller – komplett live, inklusive des dominierenden Gröhlgesangs. Damit sichern sich pogendroblem natürlich Extrapunkte auf der Punkskala, genauso wie mit den kreativen Songnamen wie Kotzen, Schales Bier oder Den öffentlichen Personennahverkehr durch Drücken der Stop-Taste sabotieren. In den besten Momenten kommen einem hier durchaus ältere Pascow in den Sinn.

Wo Ich-Wir reflektiert Großstadtprobleme (Gentrifizierung, Ausbeutung) ausleuchtet und gesellschaftliches Zusammenleben hinterfragt, gibt raus eher den pöbelnden, aber irgendwie sympathischen Provinzpunk.

Schreibfehler gefunden?

Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

Von Veröffentlicht am: 31.07.2020Zuletzt bearbeitet: 31.07.2020315 WörterLesedauer 1,6 MinAnsichten: 940Kategorien: Alben, KritikenSchlagwörter: 0 Kommentare on Pogendroblem – Ich-Wir
Von |Veröffentlicht am: 31.07.2020|Zuletzt bearbeitet: 31.07.2020|315 Wörter|Lesedauer 1,6 Min|Ansichten: 940|Kategorien: Alben, Kritiken|Schlagwörter: |0 Kommentare on Pogendroblem – Ich-Wir|

Teile diesen Beitrag!

Über den Autor: Daniel Diekmeyer

Die Gefühlspalette reicht von "Live your heart and never follow" bis "Hold Fast Hope", steht aber die meiste Zeit bei "I wanna smash my face into that god damn radio / It may seem strange, but these urges come and go"

Wenn dein Album, Song oder Video als Premiere auf prettyinnoise.de veröffentlicht werden soll kannst du hier mehr erfahren:

Premiere auf Pretty in Noise

Wenn du einen Gastbeitrag auf prettyinnoise.de veröffentlichen möchtest kannst du hier mehr erfahren:

Gastbeitrag auf Pretty in Noise

Hinterlasse einen Kommentar

NO)))ISELETTER

Abonniere jetzt kostenlos unseren NO)))ISELETTER. Wir informieren dich dort über neue Vinyl-Veröffentlichungen, Interviews, Verlosungen, Konzerte und Festivals.

NO)))ISECAST

NO)))ISECAST ist der Podcast von Pretty in Noise. Wechselnde Autor:innen unterhalten sich – mal mit und mal ohne Gäste – über Musik die sie berührt – die euch berührt.

#VinylGalore

Wenn ihr Infos zu neuem Vinyl und Deals via WhatsApp, Signal oder Telegram bekommen möchtet, geht es hier entlang: ↓↓↓

Vinnyl immer