Das war 2013 – Rückblick der Autoren: Alex Klett

Das war 2013 – Rückblick der Autoren: Alex Klett

Alben des Jahres:

1. Darkside – Psychic

Nicolas Jaar wollte eine Dance-Platte machen, Dave Harrington ein Rock-Album. Durchsetzen konnte sich letztlich und zum Glück keiner von beiden. Herausgekommen ist eine der innovativsten Klanggerüste des Jahres 2013. Mit ihrer Mischung aus Electro, Ambient und Psychedelic-(Blues-)Rock haben Darkside ein unglaublich organisches und facettenreiches Album kreiert. Unbedingt in seiner ganzen Länge genießen!

http://www.youtube.com/watch?v=tZVPHzsRp_o

 

2. Mount Kimbie – Cold Spring Fault Less Youth

Post-Dubstep? Garage? Jungle? Electro? Keine Ahnung. Egal. Dominic Maker und Kai Campos haben mit „Cold Spring Fault Less Youth“ das hohe Niveau von ihrem Debut-Album „Crooks & Lovers“ gehalten, bei gleichzeitiger, musikalischer Akzentverschiebung in Richtung klarer Vocals (King Krule) und eingängigeren Songstrukturen. Und doch findet man auch wieder diese speziellen, in einer gewissen Entrücktheit liegenden Momente, nur eben anders inszeniert.

http://soundcloud.com/mountkimbie/sets/cold-spring-fault-less-youth-stream

 

3. Burial – Rival Dealer

Burial hat ein gutes Herz. Kurz vor Weihnachten beschenkt er uns mit seiner neuen EP „Rival Dealer“ und bewahrt alle diejenigen vor der Tristesse, die mal wieder nur einen trostlosen Amazon-Gutschein unter dem hübsch dekorierten Weihnachtsbaum wiederfinden. Mit „Rival Dealer“ taucht man ab in melancholische Gefilde, in denen R’n’B Vocals auf düster-schöne Klanglandschaften und typische Burial-Beats treffen. Falls das Weihnachtsfest also mal wieder nicht überzeugen kann, einfach Burial’s „Rival Dealer“ anstelle der „Best of Christmas“-Songs einwerfen.

http://www.youtube.com/watch?v=rGw5_GAfZW8

 

4. Forest Swords – Engravings

Matthew Barnes sagt selber, er mache Popmusik und verfolge mit „Engravings“ das Ziel, „interessante Ideen in die Popmusik zu schmuggeln“. Okay, das hat er definitiv geschafft und die Charakteristika des Pops (simple, gesangslastige Songarrangements) in sein Gegenteil verkehrt, ohne an Eingängigkeit einzubüßen. In der Zurückgezogenheit des ländlichen Wirral bastelte er an seinem grandiosen Debut-Album. Gesamplete R’n’B Vocals, organische Bass- und Gitarrenflächen mit elektronischem Unterbau verwachsen zu teils sehr pompösen Soundkreationen. Aber bitte jetzt nicht auf die großartige Idee kommen, die Geburt des „Post-Pops“ auszurufen.

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5. Tim Hecker – Virgins

Tim Heckers „Virgins“ ist zunächst einmal schwierig. Organische Klänge, digital-exzessiv zu intensiven und komplexen Hörbildern aufgearbeitet, die eine gewisse Bereitschaft erfordern, sich in sie reinzuhören. Aber die Fülle an Sounds und der daraus mittransportierten Emotionen ist einfach atemberaubend. Tim Hecker ist ein wahrer Klangkünstler. Ist man erst einmal in die Welt von „Virgins“ eingetaucht, kann das Auskundschaften dieser zahlreiche Glückshormone freisetzen. Doch nicht so schwierig das Ganze.

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6. Cloud Boat – Book of Hours

Cloud Boat erschaffen mit „Book of Hours“ ein seltsames Gebilde. Irgendwie eine Mixtur aus Post-Rock-Momenten, Post-Dubstep-Sounds und einem Hauch von bedrückendem Folk. In dieser Absonderlichkeit liegt jedoch die große Stärke. Wunderbare Melodien – teils stark reduziert angerichtet, teils opulent inszeniert – zusammen mit der gefühlvollen Stimme von Tom Clarke erschaffen ein eindrucksvolles Debut-Album.

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7. Boards of Canada – Tomorrow’s Harvest

Die schottischen Brüder Michael und Marcus Eoin Sandison melden sich eindrucksvoll zurück. Der sich in den Wochen vor der Erscheinung von „Tomorrow’s Harvest“ entwickelnde Hype nahm schon unermessliche Dimensionen an. Der Erwartungsdruck wurde von Tag zu Tag hochgeschraubt, die Gefahr der großen Enttäuschung in seiner Wahrscheinlichkeit erhöht. Zum Glück verstehen Boards of Canada was von ihrem Handwerk und lieferten mit“Tommorow’s Harvest“ ein exzellentes Album. Großartige, elektronische Soundscapes, düster entworfen und wie gemacht für einen großartigen Endzeit-Film.

http://soundcloud.com/julien-lavigne/boards-of-canada-tomorrows

 

8. Jon Hopkins – Immunity

Mit „Open Eye Signal“ lieferte Jon Hopkins einen der besten Songs 2013. Dieser intensive, sich langsam aber stetig aufbauende und zum Ende hin stark pulsierende Song kreiert die perfekte musikalische Grundlage, um sich nach einem kraftraubenden Tag in fast schon meditativer Art und Weise wieder zu regenerieren. Aber auch der Rest des Albums kann durchaus überzeugen. Komplexer, sound-exzessiver und druckvoller Electro, eingebettet in weitläufige Ambientflächen findet man auf „Immunity“ genau so wie ruhige, durch wunderbare Pianoklänge geleitete Stücke. Ein äußerst emotionales und vielschichtiges Album. Chapeau!

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9. Thundercat – Apocalypse

Stephen Bruner zeigt, dass ein E-Bass mehr ist als dieses im Hintergrund agierende Rhythmusinstrument. Unter dem Pseudonym „Thundercat“ hat der Kumpel und Label-Kollege von Beat-Genie Flying Lotus mit „Apocalypse“ ein spannendes, unkonventionelles Album herausgebracht. Von starken R’n’B Vocals getragen finden sich komplexe, wie auch seichte Tracks, die ihren Reiz aus einem Konglomerat aus Electronica, Funk und Pop ziehen.

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10. Baths – Obsidian

Will Wiesenfeld ist ein Beat-Virtuose. Schon auf dem Vorgänger „Cerulean“ finden sich aus allerlei Samples zusammengebastelte Beatstrukturen, die, verziert mit glitchigen Sounds und Field-Recordings, prächtige Electrosongs entstehen ließen. Bei „Obsidian“ macht Baths da weiter wo er aufgehört hat, fügt seinem Sound jedoch eine merkliche Prise Reife und Tiefe hinzu. Zusammen mit dem anfänglich ungewöhnlichen, schnell aber als äußerst stimmig wahrgenommenm Gesang deichselt Wiesenfeld ganz starken, sowohl tanzbaren als auch melancholisch-versinkenden Beat-Pop.

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Von Veröffentlicht am: 29.12.2013Zuletzt bearbeitet: 01.02.2019855 WörterLesedauer 4,3 MinAnsichten: 971Kategorien: Artikel, NewsSchlagwörter: , , 0 Kommentare on Das war 2013 – Rückblick der Autoren: Alex Klett
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Über den Autor: Marc Michael Mays

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