Musik im alten Ägypten: Haben schon die Pharaonen getanzt?

Musik im alten Ägypten: Haben schon die Pharaonen getanzt?

Bis heute fasziniert uns die Kultur des alten Ägyptens so sehr, dass Symbole und Geschichten daraus immer wieder aufgegriffen werden. Sie begegnen uns in Filmen, Büchern und Songs. Im Freizeitpark tauchen wir ins Innere einer geheimnisvollen Pyramide ein, betreten mithilfe von Virtual-Reality-Brillen die Grabkammer von Tutanchamun oder feiern rauschende Kostümpartys rund um das beliebte Thema.

So wundert es auch nicht, dass die damit verbundene Magie der Wüste, der Pharaonen, Hieroglyphen und Skarabäen auch im Gaming gerne hergenommen wird, um spannende Spielideen darauf aufzubauen. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist der überaus erfolgreiche digitale Book of Dead Slot des großen Spieleentwicklers Play´n Go, in welchem es darum geht, als Abenteurer unentdeckte Schätze vergangener Zeiten zu finden.

Was viele währenddessen nicht wissen – auch Musik spielte in dieser Hochkultur eine zentrale Rolle. Was es genau damit auf sich hatte, welche Instrumente bereits existierten und in welcher Form getanzt wurde, möchten wir hier erklären.

Was genau ist eigentlich eine Hochkultur?

Darunter wird eine komplexe Gesellschaftsform verstanden, die sich durch das Vorhandensein verschiedener sozialer Schichten, einer gemeinsamen Schriftsprache sowie eines marktwirtschaftlichen Verwaltungssystems auszeichnet. Darüber hinaus pflegen alle Hochkulturen einen Glauben, folgen eigenen Gesetzen, unterhalten ein Militär und sind im Besitz wertvoller Kenntnisse und Techniken.

Vor allem in den Bereichen Medizin, Astronomie, Mathematik und Naturwissenschaften sowie in der Weiterverarbeitung von Rohstoffen haben sich viele Völker als erstaunlich fortschrittlich hervorgetan. Last but not least hat eine jede Hochkultur der Geschichte regen Handel betrieben, was bedeutet, dass für diesen Zweck eine ganz bewusste Überproduktion an Waren erfolgte, die weit über den Eigenbedarf hinausging.

In der Antike wiesen neben Ägypten und Griechenland ebenfalls das mesopotamische Reich sowie die Harappa-Kultur im heutigen Indien diese Kennzeichen auf. Auch in der Geschichte Chinas herrschten vergleichbare Systeme vor und das gilt beispielsweise auch für die Inka- oder Maya-Kultur.

Ein paar geschichtliche Fakten zum alten Ägypten vorweg

Am meisten hervorgetan hat sich Ägypten sicherlich durch seine erfolgreiche Kriegsführung, außergewöhnliche Handwerkskunst und die beeindruckende Architektur, die größtenteils auf Sklavenarbeit aufbaute, welch damit auch keineswegs eine neuzeitliche Erscheinung ist. Archäologischen Daten zufolge bildete sich das Reich ab etwa 3.000 vor Christus aus vielen kleinen Stadtstaaten langsam heraus und erlebte seine größte Macht vor allem in der Zeit von 2.700 bis 1.070 v. Chr.

In diese Periode fällt neben dem Bau der Pyramiden von Gizeh auch die Herrschaft der bekannten Königin Hatschepsut. In der bereits längst abschwächenden Phase wurde Ägypten um 300 v. Chr. durch Alexander den Großen erobert. Kurz nach der Zeitenwende besiegelte die Eingliederung ins Römische Reich um 30 n. Chr. schließlich den Untergang Ägyptens.

Als politische Machthaber standen einflussreiche Pharaonen dem Volk vor, die nicht nur ihren Königsstatus innehatten, sondern auch als von Gott geweiht galten. Die letzte und bekannteste Pharaonin war Kleopatra.

Religion als Kernelement des täglichen Lebens

Es herrschte eine polytheistische Religion, das heißt, dass eine Vielzahl von über 1.000 Göttern verehrt wurde, die man stark mit den Vorgängen in der Natur in Zusammenhang brachte. Erhaltene Tempelanlagen und Grabstätten geben Auskunft über den gewaltigen Stellenwert dieser Gottheiten, die damit verbundenen durchgeführten Opferrituale sowie den damals praktizierten Totenkult.

Zu den wohl bekanntesten Gottheiten zählen Ra, der Sonnengott, Anubis, der Gott der Unterwelt und Osiris, seines Zeichens Sohn der Himmelsgöttin Nut und des Erdgottes Geb. Auch Tieren wurde als Verbindung zum Göttlichen ein ganz besonderer Stand eingeräumt, weshalb man unter anderem Katzen als heilig verehrte.

Welche Bedeutung kam der Musik im alten Ägypten zu?

Glücklicherweise sind bis heute vielerlei kostbare Funde in Form von beschriebenen Schriftrollen aus Papyrus, Kunstgegenständen oder Wandmalereien erhalten geblieben, die uns einen guten Einblick in das gesellschaftliche Leben dieser Zeit vermitteln. Hierüber wird auch nachvollziehbar, dass sowohl im Rahmen religiöser Rituale, als auch zum Ausdruck politischer Macht sowie zum reinen Vergnügen musiziert und getanzt wurde. 

Die Austragungsorte solcher Feiern waren folglich meist Tempel oder herrschaftliche Paläste. Kurios ist allerdings, dass auch manche Arbeiten wie das Rudern von Schiffen von Musik begleitet wurden und man bestimmte Klänge und deren beruhigende bis hin zu hypnotisierende Wirkung ebenfalls nutzte, um schwangere Frauen durch den Geburtsprozess zu begleiten. Haben wir heute einzelne Playlists für bestimmte Anlässe oder Aktivitäten, war das vor Tausenden von Jahren somit nicht viel anders.

Sogar die Pharaonen sollen auf Empfängen und an hohen Feiertagen getanzt und als Vorsänger agiert haben, deren Strophen dann von einem Chor beantwortet wurden. In den überlieferten Liedtexten ging es größtenteils um die Mythologie und die göttliche Macht der Könige.

Welche Instrumente kamen zum Einsatz?

Besonders häufig genutzt wurden Bogenharfen, Flöten, Trommeln, eine Art antike Klarinette sowie ein Vorläufer der heutigen Trompete. Auch das Sistrum, ein einfaches Rasselinstrument, sowie verschieden geformte Schlagstöcke wurden gerne einbezogen, die man entweder aus geeignetem Holz oder auch aus Elfenbein zurechtgeschnitzt hatte.

Händeklatschen war ebenfalls von Belang und wird in unzähligen Bildern dargestellt. Darüber hinaus bestand ein reichhaltiges Sortiment weiterer Instrumente, das sich nach und nach durch den Handel mit fernen Regionen der Welt deutlich vergrößerte und damit den Klang traditionell ägyptischer Musik zusehends veränderte.

Interessanterweise gab es schon recht früh professionelle Musiker, die sich voll und ganz dieser Aufgabe widmeten. Waren es zunächst ausschließlich Männer, kamen im Laufe der Zeit und mit weiteren Handelsverbindungen zu anderen Völkern auch Frauen hinzu. Nicht selten hielt sich ein Pharao einen ganzen Harem, in dem er ebenfalls besungen und mit Tänzen unterhalten wurde. Spannend ist auch, dass Sänger immer in sitzender Position abgebildet wurden.

Welche Tänze wurden aufgeführt?

Die erste Hälfte der Hochkultur wurde größtenteils von rituellen Tänzen bestimmt, zu denen magische Rundtänze ebenso gehörten wie Fruchtbarkeitstänze oder jahreszeitliche Tänze. Auch neue Lebensabschnitte wie Geburten, Hochzeiten oder der eingetretene Tod wurden häufig von bestimmten Tanzeinlagen begleitet. Ebenso waren Maskentänze bekannt. Die Bewegungen fielen sehr ruhig und beherrscht bis hin zu geradezu akrobatisch aus.

Durch den Wandel der Zeit und den zunehmenden Austausch mit anderen Kulturen, ließ sich immer mehr eine Fusion der Musik- und Tanzstile feststellen. Man setzte Instrumente mit größeren Klangkörpern ein, die lautere, intensivere Töne erzeugten und brachte ebenfalls deutlich mehr Bewegung in den Tanzstil, der irgendwann mitunter sogar als orgiastisch beschrieben wurde.

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Von Veröffentlicht am: 17.06.2024Zuletzt bearbeitet: 17.06.20241071 WörterLesedauer 5,4 MinAnsichten: 98Kategorien: ArtikelSchlagwörter: , , , , , , 0 Kommentare on Musik im alten Ägypten: Haben schon die Pharaonen getanzt?
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Über den Autor: Florian Gropp

Florian Gropp: Inhaber, CEO, CTO bei Pretty in Noise, 1QL, Vinyl Galore & Gründer von Florian Gropp - Anwendungsentwicklung. Fachgebiete: HTML, CSS, Javascript, Php, SQL, AngularJS, jQuery, Ajax, XML, JSON, Java, SEO & Server-Administration. E-Mail: f.gropp@prettyinnoise.de Tel.: +49-176-417-9595-2 Web: florian-gropp.de

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