Fast drei Jahre ist das letzte Album Grau der Postpunk Band aus Köln jetzt her. In dieser Zeit gab es ein paar Singles und eine Split-EP mit Angelika Express. Für 2020 stand dann das neue Album an. Songs waren geschrieben, Studiosessions wurde gemacht, erste Singles veröffentlicht und auch das Artwork war schon fast fertig. Wie so Vieles kam aber auch hier im März 2020 alles anders. Mit Beginn der Pandemie und Lockdown war auch bei den Mitgliedern der Band erstmal Schockstarre und Sortieren des eigenen Lebens angesagt. Für Bassist Chris zum Beispiel bedeutete dieser Lockdown das vorläufige Ende seines Berufs als Live-Techniker und Tourmanager. Im weiteren Verlauf mussten geplante Studio-Termine abgesagt werden und auch der Termin der Veröffentlichung war nicht mehr zu halten.

Der größte Einschnitt war jedoch: einige der fertigen Songs wollten nicht mehr so recht passen in die neue Realität und spiegelten nicht mehr die aktuelle Stimmung in der Band wieder. Mit der Veröffentlichung warten, bis die Pandemie vorbei sein würde, war keine Option. Es musste also ein radikaler Neustart her. Da auch Konzerte in absehbarer Zeit wohl nicht in der angemessenen Form – laut und schwitzig in kleinen Clubs – machbar sein würden, wurde eine neue Form der Präsentation gesucht. Das Ergebnis ist nun unbedeutend ungenau, ein Werk am Stück.

Sowohl auf der limitierten Vinyl-Edition als auch im dazugehörigen Film von Ines Rehberger und Illegale Farben sind die Songs verwoben und zusammenhängend. Zusammengehalten werden die Songs von sogenannten “Zwischenräumen”, diese sind Flucht- und Haltepunkt und tragen zusätzlich zu der Sogwirkung des Albums bei.

Die Songs sind mehr nach Innen gewandt und verhandeln existenzielle Fragen im Kleinen, die aber auch einen Widerhall in der Gesellschaft finden. Alles explodiert schildert den Zustand in und nach der Krise, Standpunkt der Verlierer verhandelt die Solidarität mit marginalisierten Gruppen, Unter deiner Haut die Ohnmacht, Hunderttausend die Lethargie und den Silberstreifen am Horizont. Produziert wurde das Album von Björn Sonnenberg (u.a. Locas in Love) und die Aufnahmen der Songs fanden im Bear Cave Studio Köln statt. Die Produktion der Zwischenräume fand wiederum unter Pandemie-Bedingungen im Illegale Farben-Studio statt.

Filmpremiere unbedeutend ungenau

Der 30-minütige Film fügt der Tonspur noch eine ganz eigene, fast verwunschene, visuelle Ebene hinzu. Geplant ist mit dem Film auch Pandemie-konforme Konzerte zu spielen, aber was ist schon planbar in den aktuellen Zeiten. Die Filmpremiere findet heute, am 12.02.2021, ab 20 Uhr, rein digital statt.

Ab 20:00 Uhr: Pre-Show im Zoom-Call (hier einschalten)
Meeting-ID: 980 4402 2042
Kenncode: RE8qcr

Ab 20:30 Uhr: Videopremiere auf YouTube

Podcast: Illegale Farben reden über… unbedeutend ungenau

Wer mehr über die Entstehung von Album und Film erfahren möchte, kann im Podcast von Illegale Farben in mehreren Episoden den Entstehungsprozess verfolgen.

Bildserie aus dem Studio

Chris spielt Bass bei Illegale Farben, ist aber auch Fotograf und Künstler, der unter anderem für das Artwork verantwortlich ist. Die Besuche im Bear Cave Studio hat er mit seiner Kamera begleitet, die Bilder sind hier exklusiv zu sehen.

  • Jens mit Bariton Gitarre - aber eigentlich spielt er Schlagzeug
  • Zum ersten Mal in der Geschichte der Farben kamen deutlich mehr Synthesizer zum Einsatz
  • Thomas in der Regie

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