MARK BELL, Gründungsmitglied der legendären Elektronica-Formation LFO, Wegbereiter der Rave- und Remixkultur sowie Haus- und Hof Produzent von BJÖRK, ist überraschend verstorben.

Wie das Label WARP RECORDS am Montag in einem Statement auf seiner Homepage bestätigte, verstarb BELL bereits letzte Woche aufgrund von Komplikationen nach einer Operation:

„It’s with great sadness that we announce the untimely passing of Mark Bell of LFO who died last week from complications after an operation. Mark’s family & friends request privacy at this difficult time.„

 

Der britische Ausnahme-Musiker war nicht nur einer der talentiertesten Vertreter der elektronischen Musikwelt. Er galt auch als wichtiger Vorreiter und Mitbegründer eines ganzen Genres. Anfang der 90er revolutionierte er mit LFO die Dance- und Technoszene, in dem er die heute berühmt berüchtigten Bleeps und Klonks miterfand, sie mit unkonventionell quergedachten Beats  und tieftönigsten Basslinien kombinierte und damit einen neuen Sound kreierte, der alsbald unter den Begriffen IDM oder Electronica schubladisiert bzw. subsumiert wurde.

Das 1991 auf WARP RECORDS erschienene, noch stark in der Rave- und Acid House-Bewegung verwurzelte Debüt-Album „Frequencies“, wie auch das weniger tanzbare, vertracktere Folgewerk „Advance“, lassen sich als musikalische Meilensteine bezeichnen, die den Weg für weitere  experimentell-kreative Soundtüftler ebneten.   

Mit forschendem Entdeckerherz und grenzenloser Hingabe zur Musik immer an jedwegigen Klangformen und neuen Kollaborationsmöglichkeiten interessiert, war BELL außerdem erfolgreich als Remixer und Producer für zahlreiche, namhafte Künstler – von RADIOHEAD, über BAT FOR LASHES bis DEPECHE MODE und vor allem BJÖRK –  unterwegs. So war er es, der 1997 BJÖRK’s wohl bemerkenswertestes, weil in seiner klanglichen Vollkommenheit einzigartiges Meisterstück „Homogenic“ produzierte und zu dem soghaft visuellen Sound verhalf, der brodelnde Vulkane durch raue Beats und Islands unwirklich schöne Landschaften mit fabelhaft erzählenden Streicherarrangements in kristallklaren Klangbildern zum Leben erweckte und fortan das björkische Universum soundästhetisch mitgestaltete. Ineinander enge, musikalische Freunde und  inspirationsgebende Verbündete gefunden, war MARK seither an fast allen Studioalben von BJÖRK beteiligt, zuletzt an den Produktionen der „Biophillia“-Ära.

In den 25 Jahren seines Schaffens hat MARK BELL eine ganze Fülle an erinnerungswürdigen Songs hinterlassen. Hier ein paar Rückschau-Momente:

LFO – „LFO

LFO – „Love Is The Message

BJÖRK – „Jóga“ (produced by Björk & Mark Bell)

BJÖRK – „Possibly Maybe“ (LFO Lucy Remix)

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