Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, als Mono das letzte Mal das Gebäude 9 in Köln mit ihrer Anwesenheit beehrten. Das damalige Konzert ist mir nicht in guter Erinnerung geblieben. Es war mein erstes Mono Konzert und durch diverse Lobpreisungen meiner Freunde stieg meine Erwartungshaltung ins Unermessliche. Was dann folgt war die Ernüchterung, da vor allem ruhige Songs zum Besten gegeben wurden und mir irgendwie die Härte fehlte, doch genug davon. 2 Jahre und 2 Alben später also wieder an gleicher Stelle. Obwohl Köln eine ganze Armada an Konzertlocations beheimatet gefallen mir persönlich leider nur 2-3 wirklich gut. Glücklicherweise gehört das Gebäude 9 dazu, welches eine Viertelstunde vor Beginn allerdings noch ziemlich leer ist. Während im Vorraum einige Leute noch gemütlich ihr Bierchen trinken macht sich in der eigentlichen Halle bereits der Supportact bereit.

Helen Money beginnt vor einer überschaubaren Menschenmenge mit ihrem Set. Alles was die gute Frau für ihre Musik benötigt sind ein Cello und einige Effektgeräte. Das Cello wird wahlweise gezupft oder mit dem Bogen gespielt. Wer an dieser Stelle Klassik erwartet wird enttäuscht, denn alles klingt recht modern. Die vielen Effekte und Loops sorgen dafür, dass das recht kurzweilige Set abwechslungsreich daherkommt. Die gesampelten Drums könnten allerdings deutlich besser klingen. Meine anfängliche Skepsis schwindet schnell und auch der Raum füllt sich. Zum Schluss gibt es auch deutlich mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Helen Money hat in diesen 30 Minuten sicherlich ein paar Fans für sich gewonnen. Die Frage, ob ihr Sound auch über einen längeren Zeitraum spannend und unterhaltsam ist bleibt allerdings unbeantwortet.

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Mono betreten um Punkt 21:00 Uhr die Bühne. Das Gebäude 9 ist mittlerweile angenehm gefüllt. Eine kurze Begrüßung, alle nehmen ihre Plätze ein und das Set wird mit Recoil, Ignite gestartet. Ein sehr guter Opener, zu Beginn ruhig und gemächlich, sphärische Klänge, ganz sanft bis zum Ausbruch. Die Lautstärke erhöht sich um ein Vielfaches und die Köpfe der Zuschauer sind direkt in Bewegung. Fast 15 Minuten zieht sich der Song und nach dem Ende ist mir eines klar: Enttäuscht wie vor zwei Jahren werde ich heute nicht nach Hause gehen. Die anderen Besucher sehen das ähnlich und spenden tosenden Applaus. Weiter geht es mit Unseen Harbor, bei dem Bassistin Tamaki Kunishi zum ersten Mal ihr Instrument ablegt und am Keyboard Platz nimmt. Die dichte Atmosphäre wird auch hier Aufrecht erhalten. Im weiteren Verlauf werden insgesamt noch sechs Songs von fünf verschiedenen Alben gespielt. Die meisten Songs kommen dabei trotz zwei neuer Alben vom 2009er Werk Hymn to the Immortal Wind. Im Gegensatz zum 2012er Auftritt ist heute von Dahinplätschern keine Spur. Gewaltige Ausbrüche und Effektgewitter ziehen das komplette Publikum einschließlich mir selbst in ihren Bann. Zwischendurch wird auch der überdimensionale Gong genutzt und ein kleines Xylophon findet ebenfalls den Weg ins Set. Die kleinen Einspieler machen die Songs zu etwas Besonderen, was man nicht auf jedem Post-Rock Konzert zu sehen bekommt. Auffällig ist, dass während der Songs nur die bereits erwähnt Tamaki Kunishi steht. Ihre beiden Bandkollegen an den Gitarren ziehen es vor, sitzend zu spielen. Erst nach einer Stunde erheben sich die Beiden, um sich nach diesem kurzen Intermezzo wieder auf ihre Hocker zu begeben. Das Set wird heute mit Everlasting Night abgeschlossen, ein letzter Spannungsaufbau, ein letzter Ausbruch und ein starkes Stück zum Abschluss eines sehr guten Sets. Eine Zugabe gibt es nicht, aber es würde meiner Meinung nach auch nicht zum Verhalten der Band passen.

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Vor dem Konzert war ich skeptisch, ob sich der Besuch lohnen würde, aber nun muss ich gestehen, dass sich meine Skepsis vollkommen in Luft aufgelöst hat. Die Band hat heute auf ganzer Linie überzeugt und weiteren Konzertbesuchen steht von meiner Seite aus nichts im Wege.

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