Konzerte im Druckluft unter der Woche sind immer eine Sache für sich, denn sie sind leider in der Regel nicht durch übermäßigen Zuschauerandrang gekennzeichnet. Man hat das Gefühl, dass nicht einmal eine Pink Floyd Reunion den Laden zum Platzen bringt. Heute finden sich bis kurz vor Beginn acht, dann immerhin knapp 40 Leute ein, um Arms and Sleepers die Ehre zu erweisen. Dabei handelt es sich um ein Duo aus den USA, welches sich dem Trip Hop verschrieben hat. Die Band spielt wie letztes Jahr eine Europatour rund um das Dunk Festival, das an dieser Stelle wohl niemandem mehr vorgestellt werden muss. Leider hat es dieses Jahr nur die eine Hälfte von Arms and Sleepers, Mirza Ramic, über den großen Teich geschafft.

Bevor das Konzert mit der Standard-Druckluft-Verspätung beginnt stärken wir bzw. eigentlich nur einer von uns (jaja, ich hatte Hunger.) erst noch im Restaurant des Ladens. Nach dem Verzehren der veganen Speisen (die vegane Currywurst ist das leckerste was ich in der Richtung jemals aß, aber ich vermute, ich bin da kein Gourmet) wird in der Konzerthalle zuerst einmal die Bühne in Augenschein genommen. Die Bühne wird zu 75 % von einem riesigen Tisch eingenommen, auf dem sich neben iPod und iPad sich noch diversen andere Geräte auf dem Tisch tummeln – die Verkabelung würde wahrscheinlich auch einige E-Techniker zur Verzweiflung bringen – und einige modulare-Synthesizer-Fans kaltlassen, auch wenn leider garkeine realen Modsynths präsent waren. Hier war alles digital, von Midikeyboard über das obligatorische, auf fast jeder Bühne zu findende Macbook bis hin zu Mixern und Kaospad. Zusätzlich wird noch die Leinwand heruntergefahren um während des Konzertes für die bildliche Untermalung zu sorgen – hier aber fast schon ganz retro über einen DVD-Player, ohne VJ-Software oder sonstige interaktive, dem Set folgende Steuerung.

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Das Set beginnt gegen 21:35 Uhr. Auf eine Vorband wurde verzichtet. Mirza Ramic stellt sich kurz vor und ermuntert die kleine Anzahl von Leuten näher zur Bühne zu kommen und zu tanzen – dem letzteren kommen in der nächsten Stunde zwar nur wenige Leute nach, aber zumindest ein Fußwippen kann der gute Herr jedem Zuschauer entlocken. Er jedenfalls gibt auf der Bühne alles. Es vergeht nicht eine Sekunde, in der er nicht an einem seiner gefühlt 31 Geräten herumspielt. Da wird hier ein Schalter umgelegt und dort an einem Regler gedreht. Die Samples, mit denen gearbeitet wird, erzeugen dabei eine dichte Atmosphäre, schichten sich aufeinander, kleine Änderungen kulminieren in ausufernden Strukturen. Auf Platte haben die Songs von Arms and Sleepers einen sehr ruhigen Charakter, stellenweise geht es stark in die Richtung Ambient. Live kommt das ganze deutlich härter daher – wobei härter vielleicht das falsche Wort wäre. Die Musik versprüht auf jeden Fall mehr Energie, treibt stärker. Die Visualisierungen, die im Hintergrund abgespielt werden, fügen sich dabei gut ins Gesamtbild ein. Mirza Ramic gönnt sich während des Sets keine Pause sondern reiht ohne große Verzögerung Song an Song. Der Schritt vom Liveauftritt zum ineinander übergehenden Mix wäre hier vielleicht interessant gewesen, wäre aber mit den vorab koordinierten und starr abgespielten Hintergrundvideos kollidiert und hätte die Einmannauftritt vermutlich noch anstrengender für den Auftretenden gemacht. Das alles tut dem Genuss des Sets aber keinen Abbruch – nach einer Stunde bedankt Mirza Ramic sich höflich und verlässt die Bühne. Keine Zugabe, aber das hätte auch nicht zum Setverlauf gepasst.

Insgesamt haben Arms and Sleepers durchaus für eine kurzweilige Trip-Hop Unterhaltung gesorgt, den man sich auch durchaus ein weiteres Mal auf dem Dunk Festival am Osterwochenende oder an einem der weiteren Termine angucken kann, vielleicht auf einer größeren Bühne – Hoffentlich dann vor einem größeren Publikum.

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