Mannheim: Samstag, 18.06.2022 – 35 Grad im Schatten. Brütende Hitze. Und dennoch: Auf dem Maimarktgelände herrschte gute Stimmung.

An diesem Tag fand das 1. Delta Bash Festival statt. 11 Bands aus dem Hause Hardcore und Metalcore haben die beiden Zelte ordentlich zum Beben gebracht. Ein bisschen schade war leider die Klangqualität im kleinen Zelt (im Großen war sie super!) und dass die meisten Bands nur 30 Minuten Spielzeit hatten, was einen ständigen, zackigen Wechsel zwischen den beiden Zelten erforderte. So blieb, wenn man alle Bands sehen wollte, wenig bis keine Zeit zwischendrin mit Freunden zu klönen, etwas zu essen oder entspannt ein Bierchen zu zischen.

Aber genug Gejammer, das Festival war alles in Allem wirklich wunderbar und es tat unfassbar gut endlich wieder zu hüpfen, zu moshen und in der Menge zu Toben.

  • Den Anfang im großen Zelt machten Portrayal of Guilt, eine Screamo-Band aus Texas, die etwas verhalten und fast schüchtern auf der großen Bühne wirkten. (Fotos)
  • Im kleinen Zelt fegten im Anschluss One Step Closer als erste Band des Tages über die Bühne. Und die fegten wirklich! Trotz der Hitze waren die Jungs aus Pennsylvania bestens gelaunt und hatten so richtig Bock. (Fotos)
  • Weiter ging es mit einem gewohnt souveränen Set von Deez Nuts und einem wilden Auftritt von Drain – die sehr darauf bedacht waren, die leider noch sehr kleine Menge richtig mitzunehmen und zum moshen anzuregen. (Fotos)
  • Als nächstes waren Crossfaith an der Reihe. Die Trancecore-Band aus Osaka, Japan hat so ihren ganz eigenen Sound und wie ich gestern gelernt habe viele begeisterte Fans in Deutschland. Die Menge hat sie ordentlich gefeiert. (Fotos)
  • Higher Power aus Leeds waren im Anschluss dran. Die Hardcore-Poppunk-Band kam im kleinen Zelt richtig gut an. Wer sie noch nicht kennt – ihre musikalische Mischung ist richtig, richtig gut, ich würde behaupten aus denen wird mal was ganz Großes. Persönliche Empfehlung: Unbedingt reinhören! (Fotos)
  • Silverstein können es einfach und überzeugten wie gewohnt mit ihrer Kombination aus melodischen Rocksongs und krachigen Post-Hardcore-Brettern und wurden dafür von der Menge gebührend gefeiert. Die Kanadier sind auch einfach unheimlich sympathisch. (Fotos)
  • Nach einem kurzen Set von Vain waren Bury Tomorrow dran, die eine wunderbare Ansprache über „das was uns die letzten 2 Jahre so gefehlt hat“ gehalten haben. Recht haben sie! (Fotos)

Die Stimmung im großen Zelt brodelte.

  • Um die Headliner Stick To Your Guns im kleinen Zelt nicht zu verpassen ging es im Anschluss schnell wieder rüber. Und was soll ich sagen – ich liebe sie einfach! Als ich gehört habe, dass sie der „Special Secret Act“ sind habe ich mich wirklich mehr als gefreut. Gerade für sie (als so großer Act) hätte ich mir jedoch persönlich mehr Spielzeit als 30 Minuten gewünscht. Das war ein bisschen schade, aber vielleicht liegt das auch nur an meinem persönlichen Geschmack. Sie haben das Beste aus dem kurzen Set gemacht und die Menge ordentlich zum Mitgröhlen animiert. (Fotos)
  • Und ein letzter Wechsel ins große Zelt, wo Beartooth den Abend beschlossen. Die amerikanische Hardcore-Band gab nochmal alles – inklusive Konfetti-Kanonen und Nebelmaschinen. (Fotos)
Stick To Your Guns @ Delta Bash 2022 | (c) Marlen Greb für prettyinnoise.de

Cool wars, Delta Bash, wirklich sehr, sehr cool! Ich möchte mich hiermit auch nochmal ganz herzlich bei der tollen Orga bedanken. Wasser stand jederzeit kostenfrei zur Verfügung und die Feuerwehr hat mit ihrem Wasserwerfer für eine zusätzliche und sehr willkommene Abkühlung gesorgt. Und selten habe ich eine so freundliche Security erlebt, die so besorgt um das Wohl der Menschen im Mosh- und Fotopit waren. Von der lieben, netten Toilettendame mal ganz abgesehen (Sie waren toll!! :) ).

Ganz großes Lob an das Zeltfestival Rhein-Neckar, wir würden uns über ein nächstes Delta Bash Festival wirklich wahnsinnig freuen.

Und zum Schluss nochmal ein persönliches Appell an uns „Konzertmenschen“: Ich würde mich unfassbar freuen, wenn wieder mehr Menschen auf Konzerte und Festivals gehen würden. Das zieht sich aktuell ja leider noch sehr durch die Branche. Konzerte und Festivals (egal ob groß oder klein) sind im Vergleich zu „Vor-Corona“ doch zumeist merklich schlechter besucht. Für Veranstalter:innen und Bands wirklich eine Katastrophe.

Kommt Leute, haben wir uns „endlich wieder Live Musik“ nicht all die Jahre so sehr herbeigesehnt? Geht hin, habt Spaß und unterstützt die gebeutelte Veranstaltungsbranche und Eure Lieblingsbands.

Titelbild: Portrayal of Guilt @ Delta Bash 2022 | (c) Marlen Greb für prettyinnoise.de

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