Seit jeher furchtlose Nische und fruchtbares Nest für unkonventionelle Anderswelt-Klänge, ist es gerade in den letzten Jahren das junge Island, das mit einer unbekümmerten Mischung aus Traditionsbewusstsein und Entdeckerimpuls, die heimische Musikszene belebt, bereichert und vorwärtsbewegt. Musikalität und Innovationskraft sprießen dort in einer Selbstverständlichkeit aus dem kargen Boden, von der man andernorts nur träumen kann – und in einem solchen Tempo, dass man gar nicht mehr hinterherkommt.

Eben erst habe wir euch Ásgeir und seinen feingeistigen Elektro-Folk vorgestellt, da schwappt auch schon der nächste Insider von der Insel zu uns rüber: Und die nordatlantisch kühlen Soundwellen, die uns SAMARIS kalt-romantisch ans Ufer neuster Songausgrabungen spült, klingen besonders vielversprechend. Die im Januar 2011 gegründete Band balanciert eine brüchig süße Stimme auf klirrend glasigen Beats, hebt sie auf coole, wummernde Basslinien und lässt sie hypnotisch in weiche Klarinettentöne fallen. Eine Melange, die nicht nur wegen des Aufeinandertreffens von klassischen und modernen Elementen spannend ist. Ihre Musik ist vor allem deshalb faszinierend, weil Sängerin Jófríður Ákadóttir nicht autobiographisch textet, sondern Gedichte, die der isländischen Poesie des 19. Jahrhunderts entstammen, in ihrer Muttersprache singt. Dass die Mitglieder, die alle kaum älter als 20 Jahre sind, auf eine Übersetzung verzichten, belässt der traditionellen isländischen Lyrik ihren Ursprung und den reibend knarzigen Worten den charakteristischen Klang. Dieser wird ganz bewusst dem Verständnis übergeordnet, das Geheimnis der Klarheit vorangestellt, die (Be-)Deutung aus den Dingen raus- und der Gesang als Instrument wahrgenommen. Dabei sind ihre Songs erstaunlich eingängig, leichtfüßig und jeder Zeit dazu bereit ein Hit zu werden.

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Über One Little Indian ist das selbstbetitelte Debüt von SAMARIS bereits im September 2013 erschienen. Es besteht aus ihren beiden bisherigen EP’s sowie zusätzlichen Remixen. Für erste Höreindrücke lohnt es sich u.a. auf Soundcloud vorbeizuschauen.

Außerdem kann das Video zur Single „Góða Tungl“ – jetzt schon Anwärter für den wohl ungewöhnlichsten, aber hartnäckigsten Ohrwurm 2014 – angesehen werden.

In ihrer Heimat als Newcomer preisgekrönt (u.a. Músíktilraunir-Bandwettbewerb, Kraumur Awards) und auf den ehrwürdigen Bühnen des Iceland Airwaves gefeiert, gastiert das talentierte Trio nach ihrem kurzen Besuch auf der Berlin Music Week nun endlich auch für mehrere Termine in Deutschland. Ihren elektronisch-poppigen Poetry-Trip Hop kann man in folgenden Städten live genießen. Auf unserer Facebookseite werden momentan jeweils 1×2 Freikarten für die Konzerte verlost.

SAMARIS unterwegs:

16.09.2014 Köln – Studio 672
17.09.2014 Berlin – Privatclub
18.09.2014 Frankfurt – Brotfabrik

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