Der Aufstieg von Streaming-Diensten: Auswirkungen und Veränderungen in der Musikindustrie

Der Aufstieg von Streaming-Diensten: Auswirkungen und Veränderungen in der Musikindustrie

Die technischen Entwicklungen seit den 1990er-Jahren haben das Hören von Musik maßgeblich beeinflusst. Wir werfen einen Blick zurück und nehmen uns der Gegenwart an. Uns interessiert, wie es zum Aufstieg der Streaming-Dienste kam und wie die technischen Möglichkeiten bis heute auf die internationale Musikindustrie Einfluss nehmen.

Deutschland war Vorreiter der Streaming-Welle

Nur wenige Menschen wissen, dass das Herausbringen des MP3-Formats in den 1990er-Jahren in Deutschland eine Revolution des Musikhörens ausgelöst hat. Nachdem Musik in ihren Anfängen auf dem Grammofon und in der Folgeentwicklung mit einem Plattenspieler mittels Schallplatten gespielt wurde, folgten die MC-Kassetten und dann CDs. Durch die Möglichkeit der Digitalisierung konnte Musik von Schallplatten, MCs und CDs über ein Kombigerät digitalisiert und auf das Handy oder Geräte mit MP3-Wiedergabe abgespielt werden. Im Zeitalter der 2000er etablierten sich Streamingdienste für Musik, wie 2006 Spotify. Fortan war es möglich, mit dem Handy nicht nur im Internet zu surfen und sich mit Mobile Spielautomaten die Zeit zu vertreiben, sondern auch Musik zu hören.

Das Musikhören in Etappen:

  • Schallplatten aus Vinyl mit Schallplattenspieler: LP und Single
  • MC, Kassette, mit Magnetband abspielbar, mit einem Kassettenspieler: Unterschiedlich lange Bänder in der Kassette; 45 min, 60 min, 90 min 120 min
  • CD mit CD-Player abspielbar
  • MP3-Dateien zum Abspielen auf dem MP3-Player, auf dem Handy oder dem PC
  • Online Streaming über jedes internetfähige Endgerät

Schnell gewachsene Akzeptanz der neuen Musik-Wiedergabe

Die Musik-Streamingdienste wurden durch zeitweise Guerilla-Kampagnen in Europa, den USA und Asien beworben. Es zeigte sich, dass die Akzeptanz der digitalen Musik vor allem in den jüngeren Generationen schnell erfolgte und sich nach und nach bis in die älteren Generationen durchsetzte. Die Nutzung der Musik-Streamingdienste wird nach einem meist 30-tägigen-gratis Testzeitraum kostenpflichtig. Das Abo kann monatlich oder in Form eines Jahresabos abgeschlossen werden. Eine andere Vorgehensweise ist, ein kostenloses Angebot durch Werbesendungen anzubieten.

Erfolgreiche Streamingdienste für Musik:

  • Spotify
  • Amazon Music Unlimited
  • Apple Music
  • YouTube Music
  • Deezer

Optimale Klangqualität in Kombination mit hochwertigen Audiogeräten

Die hohe Nachfrage nach digitaler Musik führte zu einem schnell steigenden Bedarf nach hochwertigen Audiogeräten. Dank der Perfektion der Digitalisierung gab es mit den Musik-Streaming Diensten kein Knistern der LP, Verheddern des Magnetbandes oder Sprünge durch Kratzer auf der CD. Nun ging es darum, die Kopfhörer und externen Lautsprecher-Boxen ebenfalls zu verbessern. Vor allem der mobile und damit handliche Einsatz stellte die Audiogeräteindustrie vor neue Herausforderungen. Auch die Tonwiedergabe auf Handys und dann Smartphones wurde immer schneller, immer besser. Unvergessen sind die jährlichen Verbesserungen in der Musikwiedergabe beim neuesten iPhone oder der Samsung-Galaxy-Reihe. Neben den Effekten auf die Beschleunigung der Entwicklung von Audio-Geräten für Konsumenten resultieren Effekte auf die Speichermedien. Je mehr Songs gespeichert wurden, desto größer musste der Speicher von PC oder MP3-Player sein.

Kein Plattenvertrag mehr erforderlich

Mal von der technischen Revolution abgesehen, haben die Streaming-Dienste massive Auswirkungen auf die bisherige Politik der Musikindustrie gehabt. Früher war es notwendig, vor dem Aufkommen von Streaming-Diensten einen Plattenvertrag mit einer Plattenfirma abzuschließen. Heutzutage ist dies jedoch nicht mehr erforderlich. Um einen Song bei Spotify, YouTube oder Deezer zu veröffentlichen, brauchen Sie nur einen Account anzulegen. Laden Sie den Song hoch und bewerben Sie ihn oder das Album im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

In Zeiten der Plattenverträge haben Sie als Künstler auf das Netzwerk der Plattenfirma und ein Management zurückgreifen können. Dies fällt durch die Streaming-Dienste für Kleinstkünstler und sehr ambitionierte Künstler weg. Dennoch haben heutzutage Plattenfirmen, wie Universal Music, Sony Music oder Warner Music, ihre Berechtigung und arbeiten mit den erfolgreichsten Interpreten zusammen.

Die Nostalgie lebt weiter

Wollen sich Künstler auch heute noch aus der Masse hervorheben, dann bringen sie ihre erfolgreichsten oder neuesten Alben oder Singles trotz Streaming-Diensten auch als LP heraus. Auf CDs wird selten bis gar nicht zurückgegriffen. Aufgrund der Sonderanfertigung liegen die Preise für neue Schallplatten deutlich über den Marktpreisen aus der Zeit, in der die Schallplatten die einzige Möglichkeit darstellen, Musik abzuspielen. MP3-Player sind übrigens längst nicht mehr in. Sie können als Erfindung verstanden werden, die den Übergang von den physischen Tonträgern zu den heutigen Streaming-Diensten darstellen.

Verleihung Goldener/Silberner/Platin-Schallplatten

Die Wahrung der Musikgeschichte zieht sich bis heute durch. Wer Platz 1 der Charts erreicht, bekommt meist noch immer eine Schallplatte in Gold, Silber oder Platin in einem Bilderrahmen. Früher wurden Künstler danach gemessen, wie viele dieser Schallplatten sie im Laufe ihrer Karriere erzielen konnten. Für die Verleihung der Schallplatten wurden gern öffentliche Veranstaltungen oder dafür exklusiv organisierte Partys verwendet. Legendär sind Fotos, auf denen die Künstler ihre gerahmte Schallplatte als Zeichen ihres Erfolges neben oder vor sich halten.

Fazit: Strukturelle Veränderungen mit Hang zur Nostalgie

Streaming-Dienste sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Obwohl sich noch immer Schallplatten und CDs in Musikgeschäften und online finden lassen, hat die Entwicklung des MP3-Formats die Musikbranche in ihren Grundfesten verändert. Nicht nur, dass Musik von überall von einem internetfähigen Gerät abgespielt werden kann. Sie können ohne Plattenvertrag bei Universal Music & Co. selbst einen Song bei Streaming-Diensten hochladen, vermarkten und zum Star werden.

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Von Veröffentlicht am: 24.07.2023Zuletzt bearbeitet: 27.07.2023876 WörterLesedauer 4,4 MinAnsichten: 519Kategorien: Artikel1 Kommentar on Der Aufstieg von Streaming-Diensten: Auswirkungen und Veränderungen in der Musikindustrie
Von |Veröffentlicht am: 24.07.2023|Zuletzt bearbeitet: 27.07.2023|876 Wörter|Lesedauer 4,4 Min|Ansichten: 519|Kategorien: Artikel|1 Kommentar on Der Aufstieg von Streaming-Diensten: Auswirkungen und Veränderungen in der Musikindustrie|

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Über den Autor: Florian Gropp

Florian Gropp: Inhaber, CEO, CTO bei Pretty in Noise, 1QL, Vinyl Galore & Gründer von Florian Gropp - Anwendungsentwicklung. Fachgebiete: HTML, CSS, Javascript, Php, SQL, AngularJS, jQuery, Ajax, XML, JSON, Java, SEO & Server-Administration. E-Mail: f.gropp@prettyinnoise.de Tel.: +49-176-417-9595-2 Web: florian-gropp.de

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