„Hiraeth“ ist ein starkes Gefühl von Traurigkeit, wenn man weg von zu Hause ist und seine Familie vermisst.

Brian Williams kann getrost als Pionier und Wegbereiter elektronischer Musik und des Industrial angesehen werden. In Wales aufgewachsen, animierten ihn die befreundeten Cosey Fanni Tutti und Chris Carter, beide Mitglieder von Throbbing Gristle dazu selbst Musik zu entwerfen. Seit 1980 komponierte nun Brian schon unter seinem Pseudonym Lustmord unzählige Werke, wurde 1982 Mitglied der Band SPK und kollaborierte unter anderem mit Musiker:innen der Swans, Coil, Melvins oder auch Clock DVA.

Heresy, 1990 erschienen, gilt als Meilenstein des Dark-Ambient und beeinflusst bis heute jüngere Generationen.

25 Jahre lang gab es einen keine einzige Live-Performance, so dass der 06.06.2006 mit dem Auftritt als Teil der Church of Satan ein denkwürdiges Ereignis in der Projekt-History darstellen sollte. 2020 produzierte und arrangierte Lustmord den Soundtrack zu dem Film First Reformed mit Ethan Hawke und Amanda Seyfried.

Pelagic Records veröffentlicht am 25.06.2021 ein Kollaborations-Album zwischen der norwegischen Pop-Diva Karin Park und eben Lustmord.

Karin Park zeigt sich nicht nur als Solokünstlerin erfolgreich, sondern dürfte vielen auch als Mitglied der Grammy Award verzierten Metal-Noise-Rock-Band Arabrot ein Begriff sein. Bereits die erste Single zeigte die Harmonie von Williams eher düsteren, epischen Soundscapes und Parks Gesang. Im Gegensatz zu ihren sehr eingängigen Pop-Songs erinnert ihre Stimme hier vielmehr an Lisa Gerrard von Dead Can Dance. Weiter lassen sich durchaus auch Vergleiche zu Kate Bushs Werken ziehen. Alter, so der Albumtitel integriert nach The Word as Power von 2013 erneut wieder Vocals die in der richtigen Balance mit der restlichen Musik verschmelzen.

Aktuell wurde mit Hiraeth die zweite Single, die auch das Album eröffnet, ausgekoppelt und feiert mit dazugehörigem Videoclip seine Premiere.

Parks Stimme bildet den sehnsüchtigen Gegenpol zu Williams apokalyptischen Klanglandschaften und schafft es ungeahnte Emotionen aufkeimen zu lassen in dieser Schattenwelt. Sie umgarnt die futuristischen Flächen und klagt anklagend, nicht hoffnungslos ihre Geschichte.

Auch wenn der Sound anders gelagert ist, Lustmord und Karin Park befinden sich in guter Gesellschaft von Bands wie Dead Can Dance, Cocteau Twins oder Massive Attack, was das erzeugen einer intensiven Atmosphäre betrifft.

Titelbild: Lustmord & Karin Park | (c) Edgar Bachel

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