Umeá, die schwedische Hochburg in Sachen New School Hardcore und Melodycore erlebte nach und nach mit auslaufen der neunziger Jahre einen musikalischen Umbruch. Die zweite Welle der neueren Hardcore-Bands ebbte ab und auch der melodische Skate-Punk, Made in Sweden, geriet etwas in Vergessenheit.

Noch bevor Dennis Lyxzén und seine (International) Noise Conspiracy gleichauf mit den bereits 1993 gegründeten The Hives die Indie-Charts stürmte, spielten Johannes Persson und Klas Rydberg bei der Hardcore-Band Eclipse.

Auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen gründeten nach der Auflösung von Eclipse die beiden Musiker 1998 Cult Of Luna und nach 3 Jahren intensiven Probens wurde das gleichnamige Debütalbum 2001 über Earache Records veröffentlicht. The Beyond, Album Nummer zwei 2004 veröffentlicht, zeichnete sich ebenso wie sein Vorgänger durch einen Mix aus doomigen Passagen, aggressiveren Ausbrüchen aus, der mit leicht heiseren Gesang mit einem Augenzwinkern in Richtung der Bands Isis und Neurosis zeigte, der für die einen eine bloße Kopie, für die anderen noch nicht die Genialität der genannten ausmachte.

Salvation bewies 2004 der aufkeimenden Post-Metal-Szene, dass hier ist ein eigener, sich stetig weiterentwickelnder Gesamtsound anrollt.

Die Reisen des Cult Of Luna durch kosmische Räume, irdische Apokalypsen und düstere Klangwelten befinden sich bereits im Jahr 23, nachdem sie aus der Asche der ausgebrannten Hardcore/Punk-Szene auferstanden. Hin und wieder gönnen sie sich eine Pause, drehen das Besetzungskarussell, vertonen Fritz Langs Meisterwerk durch Vertikal neu, oder kollaborieren mit Julie Christmas. Das aus der Kollaboration entstandene Album wurde nachträglich entgegen aller Pläne sogar mehrmals live aufgeführt (CD). 2019 unterschrieben die Post-Metaller einen weltweiten Vertrag mit Metal Blade Records und für viele Fans und Kritiker:innen stand nach dem Release von A Dawn To Fear fest, die Schweden sind nach dem Ableben von Isis ihr eigenes düsteres, ausuferndes, sich vor dem Einsatz von unterstützender Elektronik nicht zu fürchtendes Königreich geschaffen.

Besonders die Livepräsenz mit drei Gitarren und zwei Schlagzeugen bringt eine ungeheure Wucht und Präzision auf die Bretter die die Musik bedeuten.

Dessen nicht genug, scheint schwedische Kälte in Zeiten der Pandemie die Kreativität überaus zu fördern. Veröffentlichte die Band erst Anfang 2021 das Mini-Album The Raging River, mit der sie einen langgehegten Traum wahr werden ließen und Mark Lenegan, ehemals Screaming Trees, für die Guest-Vocals gewinnen konnten. Unter dem Stern eines neuen Albums wird die bereits angekündigte Tour für 2022 mit Alcest seit heute stehen.

Sänger und Gitarrist Johannes Persson verriet hierzu:

Der lange Weg nach Norden ist ein langer nach Hause. Dieses Album wird ein großes und cineastisches Album werden, das einige Verschiebungen und Überraschungen bereithalten wird.

Gastmusiker:innen werden dieses Mal Mariam Wallentin, Colin Stetson und Musiker von der Band Phoenix sein. Bereits Cold Burn unterstreicht eindrucksvoll, dass die Reise noch lange nicht zu Ende ist und da bei beiden vorangegangen Releases die Vorabsingle vom restlichen Album The Long Road North noch weit übertroffen wurde, können sich alle Hörer:innen auf ein stampfendes, ausuferndes mit Einfällen gespicktes Werk freuen.

CULT OF LUNA – 2022 LIVE DATES
with ALCEST & SVALBARD
24/02/22 DK – Copenhagen – Vega
25/02/22 DE – Berlin – Huxley’s
26/02/22 PL – Krakow – Klub Studio
27/02/22 PL – Warsaw – Progresja
28/02/22 CZ – Prague – Roxy
01/03/22 AT – Vienna – Arena
02/03/22 SI – Ljubljana – Kino Siska
04/03/22 CH – Lausanne – Les Docks
05/03/22 DE – Stuttgart – Wizemann
06/03/22 DE – München – Muffathalle
07/03/22 DE – Wiesbaden – Schlachthof
08/03/22 DE – Münster – Skaters Palace
09/03/22 NL – Utrecht – Tivoli Vredenburg Ronda
10/03/22 BE – Kortrijk – Depart
11/03/22 FR – Paris – L’Olympia
12/03/22 UK – London – The Forum / Beyond The Redshift Festival

with CASPIAN & HOLY FAWN
02/10 – LU Esch, Rockhal
03/10 – DE Cologne, Live Music Hall
04/10 – CH Geneva, Alhambra
05/10 – FR Toulouse, Le Metronum
06/10 – FR Biarritz, Atabal
07/10 – ES Barcelona, AMFest
08/10 – ES Madrid, But
09/10 – ES Porto, Amplifest
11/10 – FR Nantes, Stereolux
12/10 – FR Lille, Aeronef
13/10 – FR Strasbourg, La Laiterie
14/10 – NL Zwolle, Hedon
15/10 – DE Leipzig, Felsenkeller
16/10 – PL Wroclaw, A2
17/10 – HU Budapest, Durer Kert
19/10 – GR Athens, Fuzz Club

Titelbild: Cult Of Luna | (c) Silvia Grav

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