Das Jahr 2020 war für die gesamte Kunstszene ein extremes Jahr, geprägt durch Einbußen nicht zuletzt im finanziellen Bereich. Konzerte und Festivals konnten nicht stattfinden und somit blieben auch Möglichkeiten für die Promotion neuer Alben aus. Oder es erging den Künstler:innen wie der österreichischen Band Møuntain, die sich intensiv auf die Veröffentlichung ihres zweiten Langspielers vorbereitet hat und bis heute ohne Release dasteht.

Bereits im Frühsommer haben Møuntain alles darauf ausgelegt, ihr Album Our Engines Stall (Shunu Records) herauszubringen, haben ein Online-Konzert auf die Beine gestellt, bei welchem sie das neue Album in voller Länge performt haben, doch die Pandemie schnitt ihnen allenthalben den Weg ab. So konnten keine Tonträger produziert werden und auf einen digital only-Release konnte man sich nicht einigen, da dieser die finanzielle Katastrophe nicht hätte abbremsen können.

So zog 2020 ins Land, mit nervösen Fans, die, angefixt vom frühsommerlichen Konzert-Stream, dieses verdammt geniale Album hören wollen, und einem völlig erschöpften Phil Otter, Kopf der Band, der die Veröffentlichung endlich hinter sich bringen will.

Letztlich entschied sich das Quartett gemeinsam mit dem Label Shunu Records, eine Kickstarter-Kampagne ins Leben zu rufen, um sich Unterstützung für den finalen Release des Albums zu holen. Ein Schritt, den die Band alles Andere als gern gegangen ist, der jedoch in Anbetracht der problematischen Gesamtsituation überaus angemessen erscheint. Und seien wir ehrlich: Es haben schon andere Bands aus profaneren Gründen Unterstützung via Kickstarter gesucht und erhalten.

Im Zuge dieser Kampagne haben Møuntain am heutigen Abend das Video zu Barbarossa mit Unterstützung von WherePostRockDwells als YouTube-Premiere gezeigt.

Barbarossa ist das Herzstück des Albums, das der russische Multimedia Artist Roteker in eine visuelle Reise in den Weltraum verwandelt hat, wodurch insbesondere Fans von alter Science-Fiction auf ihre Kosten kommen. Dies ist übrigens keine neue Stilrichtung, denn Møuntain haben ihren Bezug und die Liebe zu Wissenschaft und Fiktion bereits auf ihrem Debut Evolve aus dem Jahr 2016 offenbart. Our Engines Stall schlägt noch einmal kräftiger in die Kerbe, verbindet als Album musikalisch wie inhaltlich verschiedene Einflüsse aus Kunst, Literatur und persönlicher Leidenschaft und hat für mich persönlich bereits den Titel des Jahres 2020 eingefahren – veröffentlicht oder nicht.

Wenn euch Barbarossa gefallen hat und ihr Mother, das bereits im Frühsommer mit einem Video veröffentlicht wurde, ebenfalls mögt, dann erwägt doch einmal, euch an der Kickstarter-Kampagne zu beteiligen und euren Freunden davon zu erzählen.

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.