In den neunziger Jahren gründeten etliche Roadies ihre eigene Band, um anhand ihrer eigenen musikalischen Vision selbst im Rampenlicht mit dem Publikum in Interaktion treten zu können.

Aber nicht nur Roadies kommen auf den Geschmack…

Anfang 2011 hebt Stéphane Azam, der damalige Live-Soundtechniker der französischen Blackgaze-Pioniere Alcest, zusammen mit David Husser, Crown aus der Taufe. Um den ganzen Globus herum verteilt arbeitete David bis dato mit ganz unterschiedlichen Künstlern wie Alan Wilder oder auch Peter Gabriel´s World Studio zusammen. David ist Sound-Engineer, Produzent und Musiker in einer Person und tourte mit seiner früheren Band Y Front in den neunziger Jahren zum Beispiel mit Rammstein. Paul Kendall (Mute Records) mit dem David unzählige Projekte bestritt, umschreibt ihn schlicht und einfach als einen der besten seines Fachs, der einem alten Hund neue Tricks zeigt.

Bereits mit dem ersten Album The One wurde das Anfangs ohne richtiges Schlagzeug agierende Duo 2013 auf das Roadburn Festival eingeladen.

Das nutzen einer Drum-Maschine, anstatt herkömmlicher Drums, wurde bereits in den Achtzigern durch diverse Acts wie Sisters of Mercy und zum Beispiel Godflesh praktiziert. Zeichnete sich auch das zweite Album, Psychurgy, dadurch aus, harte, tiefe Vocals zu nutzen, agierten die Musiker seit ihrer Veröffentlichung 2015 immer abwechslungsreicher. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Reifeprozess auch durch die Hinzunahme von klarerem Gesang. Auch in musikalischer Hinsicht agiert die Band flächiger, ausufernder und lässt dabei immer mehr weite Räume und Klanglandschaften entstehen. So musikalisch und divers aufgeschlossen waren Crown bisher nicht zu vernehmen.

Während der Aufnahmen puschte David Stéphane immer wieder seine Stimme so wie sie klingt einzusetzen.

Viele dürften trotz der musikalischen Entwicklung überrascht sein, wie klar und beruhigend flach Stéphane seine Stimme einsetzt. Crown befinden sich damit in bester Gesellschaft von Bands wie Killing Joke, den ruhigeren Swans, Young Gods, oder auch Junius.

Ein Album wie The End Of All Things funktioniert, fast ohne Gast-Vocals, allein getragen durch Stéphanes Stimme. Ausschließlich der letzte des zehn Song starken Albums featured Karin Park, Arabrot, die im Juni ein Kollaborations-Album mit Lustmord veröffentlicht.

The End Of All Things erschien am 16.04.2021 auf Pelagic Records. Neverland, der zweite Track des Albums, feiert heute als spezielle Roadburn-Redux-Version seine Weltpremiere und transportiert perfekt die Live-Atmosphäre eines Crown-Konzertes in die eigenen vier Wände.

Titelbild: Crown | (c) Jenn Brachet

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.