Alles hat ein Ende, auch 2020. Rückblickend ein recht überschaubares Musik-Jahr, dass angesichts der Corona-Pandemie weltweit zu deutlich geringeren Neu-Erscheinungen beigetragen hat.

Dafür aber eine ganze Menge an tollen Alben, der unterschiedlichsten Musik-Richtungen, die ganz viel Spaß gemacht haben. Vertreten sind dabei sowohl Alben großer Namen wie The Jayhawks, The Flaming Lips oder Matt Berninger, seit Längerem produktive Bands und Künstler wie Owen, Damian Jurado und Robert Vincent, aber auch ein Debüt-Alben.

Extrem überrascht hat mich das Debütalbum, dass es unter meine Top 5 geschafft hat – aber dazu später. Nachstehend findet ihr die Zusammenfassungen meiner veröffentlichten Album-Reviews mit jeweils einem Video zu dem Album.

Es geht los… abwärts gezählt „die besten Alben, die ich in diesem Jahr rezensiert habe“:

Platz 10: DarlingsideFish Pond Fish

Das dritte Album von Darlingside ist von Anfang bis Ende ein Genuss und sollte dieses Jahr bei möglichst vielen im Plattenregal stehen oder als Geschenk verpackt unter dem Weihnachtsbaum liegen. Das hat sich die Band aus Boston mit 11 wunderbaren Songs verdient. Anspieltipp: February/Stars.

Platz 9: John MorelandLP 5

Das Album stellt dem bisherigen musikalischen Höhepunkt eines außergewöhnlichen Songwriters, der in Europa leider viel zu wenig Beachtung findet, dar. Texte, Arrangements und Instrumentierung passen bei jedem Song punktgenau. Dieses Album gehört in ein gut sortiertes Plattenregal. Anspieltipp: Harder Dreams.

Platz 8: Sinai VesselGround Aswim

Das ganze Album ist durchdrungen vom Songwriting von Caleb Cordes, der es geschafft hat, sich durch die teilweise Reduzierung der Instrumentierung und den Verzicht auf bewährte Bandmitglieder komplett neu zu erfinden. Da freut man sich bereits auf das nächste Album. Anspieltipp: Guest in Your Life.

Platz 7: Robert VincentIn This Town you’re Owned

Hier haben zwei talentierte Künstler:innen (Robert Vincent und Laura Landergott) ihren Freiraum genutzt. Das ist nicht immer geradeaus und manchmal wurden auch einfach zu viele Ideen in die Songs gepackt. Man darf gespannt sein, was den beiden auf dem nächsten Album einfällt. Anspieltipp: The Ending.

Platz 6: Matt BerningerSerpentine Prison

Das ausgezeichnet produzierte Album mit einem wunderbar aufgelegten Matt Berninger, der sich auf den von The National ausgetretenen Pfaden sicher bewegt. Das durchgehend gut unterhaltende Album kann man beruhigt weiterempfehlen, verschenken oder selbst hören. Anspieltipp: Take Me Out of Town.

Platz 5: OwenThe Avalanche

Ein zärtliches und sehr emotionales Album, wie man es von Mike Kinsella gewohnt ist. Mit Sicherheit eines der sehr guten Owen-Alben auch wenn es nicht zum Platz an der Spitze reicht. Das ist der Fluch, wenn man die Latte selbst so hoch auflegt. Anspieltipp: Dead For Days.

Platz 4: Cabane – Grande est la Mansion

Das ganze Debüt-Album ist durchdrungen vom Können insbesondere von Will Oldham und Sean O‘ Hagan. Ein tolles Album gerade für die kalten Wintertage. Ruhig die dicken Kerzen anstecken, die kuschelig warme Decke bis ans Kinn ziehen und zurücklehnen. Die meisten Songs pendeln angenehm zwischen Bonnie ‚Prince‘ Billy und den High Llamas. Anspieltipp: Tu ne joueras plus à l’amour.

Platz 3: The JayhawksXOXO

Das ist unbestritten bisher eines der abwechslungsreichsten Alben des Jahres 2020. The Jayhawks zeigen, dass sie auch nach fast 30 Jahren immer noch eine feste Größe im Musikgeschäft sind. Anspieltipp: This Forgotten Town.

Platz 2: Damien JuradoWhat’s New, Tomboy?

Das ausgezeichnet produzierte Album kommt auch wegen der bekannten mystischen und bildgewaltigen Sprache viel großzügiger und offener daher als der Vorgänger und kann mit Sicherheit neben dem 2010er Album Saint Bartlett als Damien Jurados bisher beste Musiksammlung angesehen werden. Anspieltipp: Birds Tricked into the Trees.

Platz 1: The Flaming LipsAmerican Head

Ein ausgezeichnet produziertes Album mit verträumt schönen Pop-Songs- und Balladen aber auch tollen Ohrwurm-Rocksongs, die richtig Spaß machen. Das ist ganz großes Kino und Tom Petty hätte seine helle Freude daran gehabt. Trotz zweier weniger guter Songs ist dies das beste Album von The Flaming Lips seit Langem. Anspieltipp: Dinosaurs On The Mountain.

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