„Stammesbrüder und -schwestern versuchen in emotionaler Tiefe Flächen in Herzen zu pressen und dabei die Realität aus den Augen zu verlieren“, das ist das Manifest von Chimaera.


Chimaera aus Dresden will das mit ihrer ersten LP im Frühjahr 2016 erreichen. Eine Schimäre ist ein mythologisches Wesen, das verschiedene Naturen vereint. Ein Symbol für die Essenz dieser Band, die Elemente aus Post-Rock, Ambient und Drone mischt. Drei Gitarren und eine Geige, plus den Einsatz von Hölzern und eine Orgel, sind zudem eine ungewöhnliche Zusammensetzung – genau wie eine Chimäre.

Der Track „VII“ kündigt das Album an. Wenn man die poetischen und kryptischen Posts von Chimaera liest, kann man sich fragen, was meinen sie denn? Beim Hören dieses Songs wird doch alles klar. Die drei Teile des Tracks beschreiben mit starken Klangbildern einen Weg. Es ist wie ein Herantasten, ein Näherkommen. Ein Zögern, das durch einen atmosphärischen Gesang tastbar wird. Eine Wende in düsterere Räume zeichnet den zweiten Teil ab, als ob man ein Stuck tiefer ins Innere gehen würde. Die Geige erkundet diesen Raum, oder besser in Schimären-Sprache gesagt die Fläche, wie ein Lichtstrahl. Im dritten Teil des Songs ändert sich wieder die Stimmung. Nun ist man drinnen, die Fläche ist gepresst. Die letzten vier der zwölf Minuten dieses Tracks wirken fast bedrohlich, so nah man an etwas Neuem ist. Eine Tür, die sich schließt ist der letzte Ton. Und nach diesem Weg kann es sich nur um eine Tür zu einer neuen Dimension handeln.

Nach diesem Song kann man von Chimaera eine sehr berührende, emotionale und tiefsinnige Platte erwarten.

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