Blood Red Shoes aus Brighton gehören zu der Gruppe britischer Indierock-Bands, deren Debütalbum ausschließlich mit Hits gespickt ist.

Indie-Disko-Stampfer wie „I Wish I Was Someone Better“ oder „Say Something, Say Anthing“ machten „Box Of Secrets“ zu einem Album, das sich keineswegs vor den Erstveröffentlichungen der Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Bloc Party oder Maximo Park verstecken musste. Mit dem einzigen Unterschied, dass es ungefähr dreieinhalb Jahre später erschien, als die genannten Bands schon mindestens ihr zweites Album unter die Leute brachten und der 2000er British-Indierock-Hype etwas abgeebbt war.

Keine goldenen Schallplatten aber ein eigenes Label.

Zehn Jahre nach der „Box Of Secret“-Veröffentlichung hat das Duo um Gitarristin Laura-Mary Carter und Schlagzeuger Steven Ansell deshalb nach wie weder goldene Schallplatten noch NME-Awards im Wandschrank. Dafür besitzen Carter und Ansell jetzt mit Jazz Life ein eigenes Label, mit dem sie 2014 bereits ihr viertes Studioalbum „Blood Red Shoes“ veröffentlichten, gefolgt von einer Early-Tracks-Compilation „Tied At The Wrist“ 2015, sowie diverse Veröffentlichungen anderer Bands wie Tigercub, Raketkanon, MarthaGunn, Abbatoir, Our Girl oder Laura-Mary Carters Nebenprojekt Shit Girlfriend.

Eine unumgängliche Pause.

Im Umkehrschluss heißt das, Blood Red Shoes haben seit inzwischen vier Jahren kein Album mit neuen Songs mehr veröffentlicht. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die beiden Musiker vorher das Tour-folgt-auf-Album-folgt-auf-Tour-Hamsterrad der Musikindustrie vier Alben und hunderte von Konzerten lang fleißig drehten. Auf der Label-Seite erklärt Schlagzeuger Steven Ansell die unumgängliche Pause so:

Wir haben uns sechs oder sieben Jahre lang am Stück maximal zehn Tage im Jahr nicht gesehen“, um halb-lachend und halb-seufzend hinterher zu schieben: „Am Ende des vierten Albums kamen wir also an den Punkt, wo wir uns gegenseitig sagten: ‚Fick dich, Ich will dich nie mehr wieder sehen.

Reaktion auf die Pause: Get Tragic.

Während Sängerin Laura-Mary Carter als Reaktion beschloss, all ihre Sachen zu packen und nach Los Angeles zu fliegen, um sich selbst zu finden und Songs für Rihanna zu pitchen, begann Schlagzeuger Steven Ansell ein paar Drogen zu nehmen und erstmal für ein halbes Jahr nur noch Party zu machen: „Alles war ein einziges Cliché. Aus uns wurde eine verdammte Tragödie“, so Ansell. Zur großen Freude ihrer Fans bereuten beide diese Break-Up-Moves irgendwann und nahmen das fünfte Blood Red Shoes-Album auf, das die Pause in der Retrospektive ganz gut mit dem Titel „Get Tragic“ zusammenfasst.

Die beiden bisher 2018 veröffentlichten neuen Blood Red Shoes Songs „God Complex“ (inklusive stilsicherem, schwarz-weiß in LA gedrehtem Laura-meets-Corvette-Video) und „Call Me Up Victoria“ werden dem Album lediglich in der Deluxe-Version als Bonus-7‘‘ beiliegen.

Der gerade veröffentlichte Song „Mexican Dress“ ist demnach die erste echte „Get Tragic“-Single. Das Album wird am 26. Januar 2019 über Jazz Life / Republic of Music / Rough Trade erscheinen.

Aufgenommen wurde es in Los Angeles mit Nick Launay (Yeah Yeah Yeahs / Arcade Fire / Nick Cave) und soll wohl einen für Blood Red Shoes-Verhältnisse neuartigen Sound besitzen, in dem sich die markant-fuzzige Gitarre Carters auch mal die eine oder andere Auszeit gönnt. Den Fokus auf Keyboard und Melodie hat die Sängerin und Gitarristin dem tragischen Umstand eines Motorradunfalls zu verdanken, bei dem sie sich den Arm brach und die Arbeit mit ihrem Hauptinstrument mehrere Monate auf Eis legen musste. Wie dürfen gespannt sein, wie dieser Umstand sich auf Album-Länge bemerkbar macht.

„Get Tragic“ Tracklist:
1. Eye To Eye
2. Mexican Dress
3. Bangs
4. Nearer
5. Beverly
6. Find My Own Remorse
7. Howl
8. (Interlude)
9. Anxiety
10. Vertigo
11. Elijah

„Get Tragic“ LP vorbestellen

Blood Red Shoes

Titelbild: (c) Pressefreigabe

Schreibfehler gefunden? Sag uns Bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.